ehemalige Gasthäuser


Neue Broschüre zu alte Wirtschaften in Malsch 2017

Zur Ausstellung "Traditionelle Wirtschaften in Malsch", im September 2017, brachten die Heimatfreunde ein neues Begleitheft heraus. 25 Wirtschaften werden dort umfassend behandelt. Das A4 Heft mit 76 Seiten und 350 Abbildungen kann für 5 € erworben werden.
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Warum gibt es den "Malscher Büttel".


Wirtschaften gab es in früheren Zeiten in Malsch schon immer recht viele, und dies sogar oft nahe beieinander. Da brauchen wir uns nur im alten Ortszentrum ein wenig umzusehen. Denn dort lagen sie ja dicht beieinander. Und alle hatten damals ihr Ein- und Auskommen, das Rössl, die Krone, der Sternen, der Schwanen, der Mahlberg und der Ochsen, um nur die ganz nahe beieinander liegenden Lokale vorweg zu nennen. Aber: Es gibt sie alle heute nicht mehr. In der Vorstellung der Gaststätten nicht so sehr um die „Geschichte“ dieser Lokale. Darüber hat Lore Ernst in ihrem Buch „Die Geschichte des Dorfes Malsch“ ausführlich berichtet. Hier soll die  Erinnerung an eine gar nicht so arg lang zurückliegende und von den heutigen Älteren, vor allem von den Eltern und Großeltern erlebte Vergangenheit noch einmal lebendig werden lassen.

Beginnend im Westen von Malsch, nahe der Bahnlinie


Gasthaus zur Traube

Die Fotos sagen über die „Traube“ schon einiges aus: Sie war sicher eine gute Vesperwirtschaft und bot auch noch Übernachtungsmöglichkeit in einigen Fremdenzimmern an. Sohn Otto war  Metzger und die betriebene Landwirtschaft lieferte auch so manches für die Versorgung der Gäste.

 

Ganz deutlich kann man aber erkennen, dass sowohl vor dem Eingang, und zwar beidseitig, wie auch hinter dem Haus laubenartige Gästenischen, sozusagen eine Art kleine „Biergärten“ eingerichtet waren. Und diese wurden insbesondere von der Stammkundschaft immer gerne angenommen. Aber auch im Innern gingen die Wirtsleute besondere Wege: Dort war im Nebenzimmer phantasievoll eine „blaue Grotte“ eingerichtet, für die damalige Zeit eine exotische Seltenheit. Die „Traube“ weist aber noch eine besondere Eigenart auf:  Sie ist die „Jüngste“ aller in Malsch heute nicht mehr existierenden Wirtschaften. Denn sie wurde erst im Jahre 1902 erbaut. Der damalige erste Wirt, August Otto Kunz (1871 - 1959), ein Stiefbruder des früheren Löwenwirts Hermann Kunz, war vor 1902 schon als Wirt auf der „Linde“ tätig. Danach betrieb er dann das neue Haus  „Traube“ bis etwa 1930 zusammen mit seiner Frau Anna und den Kindern.

In der Gartenlaube                                         Die große Wirtsfamilie der Traube                          Streichholz-Werbebriefchen

Die Zeit Ende der 20er Jahre war wirtschaftlich gesehen aber eine sehr schwierige Zeit. Und so beschlossen die Alten, einen ganz anderen „wirtschaftlichen“ Versuch zu wagen: Mutter Anna, eine sehr tapfere und mutige Frau, wanderte damals mit fünf Kindern und etwas Barvermögen in ein Land, in dem schon einige Malscher Familien lebten, nämlich nach Argentinien, aus, um dort ein neues Glück zu versuchen. Der Vater wollte dann später mit den anderen Kindern nachkommen. Dabei muss dann aber doch einiges schief gelaufen sein. Denn der Vater kam mit dem Rest der Familie nicht nach, und Mutter Anna mit Tochter Luise kehrte auch nicht mehr zurück. Nach 1930, übernahm Ludwig Jordan, der spätere Ochsenwirt, das Gasthaus in Pacht. Nach ihm wurde das Lokal bis etwa 1950 weiter vermietet, um dann endgültig geschlossen zu werden.   


Restauration zum Rössl

Die Malscher nannten diese Wirtschaft schlicht und einfach immer bloß s’ Rössl.

 

Dank den Recherchen von Lore Ernst und Wilhelm Wildemann ist bekannt, dass an diesem Platz schon vor dem „Rössl“ das kleine jüdische Wirtshaus des David Maier Neuburger, die „Rebekka“, im Volksmund damals auch “Rehbiggs“ genannt, stand.

Von der alten Adlerbrücke her kommend wurde zwischen Hauptstraße, Dorfbach und Adlerstraße an Stelle der abgerissenen Judenwirtschaft 1910 das „Rössl“ neu erbaut, und zwar von Emil Hornung, damals noch Mahlbergwirt. Doch bevor der Neubau vollendet war, starb er. Was dann aus seiner Witwe mit ihren vier Töchtern wurde ist im  Beitrag "bei's Striggers" nachzulesen.

Im Gasthaus Rössl wurde 1929 die Große Karnevalsgesellschaft Malsch, kurz GroKaGe genannt, gegründet, dessen erster Präsident damals Schlossermeister Emil Kühn, in Malsch bekannt unter dem Sondernamen „dä Maläschdä, war.

Dieser übergab dann bald  den Wirtschaftsbetrieb an das Malscher Ehepaar Karl Gräßer, dä Männls-Karl (1898-1986), und seine Frau Katharina, geb. Ochs (1899-1990). 

Das Haus gehörte dem damaligen Schulrektor Zimmerman. Das „Rössl“ war ein sehr schönes und gut gehendes Lokal und mit herrlichen Fenstern ausgestattet. Das Haus erfuhr dann ab 1935 eine radikale Veränderung. Das „Rössl“ wurde geschlossen und vom Besitzer an die „Sparkasse Malsch“ verkauft, welche bald danach als „Bezirkssparkasse“ weitergeführt wurde. Der damalige Sparkassenleiter Karl Schindler durfte dann im 1. Obergeschoss einziehen und Familie Gräßer im 2. Obergeschoss weiter wohnen.

Das Haus steht heute noch, wenn auch umgebaut, und dann geführt zunächst als Textilhaus Späth,  dann Balzer, Keilpreis und jetzt durch eine Billigtextilkette betrieben.


Gasthaus zur Krone

Die „Krone“ gehört, zumindest dem Namen nach, zu den „alten“ Malscher Wirtschaften. Sie stand früher am Platz des heutigen „Löwen“ und erst seit etwa 1830 an der bekannten Stelle.

Von den Kronenwirts, die vor seinen Eltern des letzten Kronenwirts die Wirtschaft betrieben,  ist bekannt, dass die Wirte eine Familie Herm aus dem Albtal waren. Diese gaben dann 1931 die „Krone“ auf.

Ab da zogen dann, von Würmersheim kommend, die  Eltern Albert Oberle (1901-1972) und Lina, geb. Kümmerle (1902-1991) auf die Wirtschaft auf. Tochter Elsa war damals sieben Jahre alt und er, der Sohn Albert, gerade geboren.

 

Vater Albert ging an Werktagen einer geregelten Arbeit in Karlsruhe nach, während Mutter Lina die Ganz schlimm aber war dann die Zeit von 1939 bis 1947. Denn Vater Albert war ja von Anfang bis Ende des Krieges Soldat und kehrte erst 1947 aus Gefangenschaft wieder heim. Über diese harte Zeit war die „Krone“ aber nie geschlossen und von der Mutter zusammen mit den zwei Kindern und einigen Helferinnen am Leben erhaltenWirtschaft, Küche und Kinder allein versorgte.

Sohn Albert erlernte dann ab 1947 bei Konrad Kühn das Metzgerhandwerk, schloss dieses auch mit der Meisterprüfung ab, was dann auch der „Krone“ sehr gut tat. Denn besonders ab da war sie als gute Vesperwirtschaft, aber auch als Verkaufsstelle für prima Hausmachersachen bekannt.

Die Malscher verstanden auch vor dem Krieg schon, Fastnacht zu feiern. Und da ja einige der Malscher Wirte nicht nur Mitglied, sondern sogar im Elferrat der GroKaGe vertreten waren, wechselten die Narren in der Vorkriegszeit das „Narrenlokal“ turnusmäßig unter den Wirtschaften Adler, Krone und Mahlberg.

 

Das Haus wurde aber nicht nur als Wirtschaft, sondern über viele Jahre hinweg in zwei Nebenräumen auch anderweitig genutzt:       

In der Hauptstraße:

Hut-Salon Maria Steidel (später Tondera)

Schuh-Kühn  Friedrich Kühn (später gegenüber)

Drogerie Lutz  Friedrich Lutz und Sohn

Fahnen-Huck   Gertud Huck

In der Kronenstraße:

Gemüse- und Obsthandel Georg Reichert, dä Bierwirtschorsch (bis zum Umzug in die Schwanenstraße)

1962 übergaben die Eltern Obert die Wirtschaft mit allem drum und dran an ihren Sohn Albert,  der dann 1973 den Betrieb aufgab. Ihm folgte anschließend  noch bis 1984 Metzgermeister Rüdiger Knam nach, bis das gesamte Anwesen von der Eigentümerin, der Brauerei Huttenkreuz, an die  Fischer Uhren-Optik GmbH verkauft und später umgebau wurde.                          


Gasthaus zum Rebstock

Diese Wirtschaft, dä Räbstock, wie alte Malscher sagten, steht heute noch, fast unverändert, in der Muggensturmer Straße, direkt neben dem Theresienhaus. Zu diesem bestand ja auch eine ganz besondere Beziehung. Denn dort, wo heute das Areal des Theresienhauses steht, befand sich bis ins 20. Jahrhundert hinein eine Ziegelei. Und diese gehörte dem Ziegler Wilhelm Krotz, der damals im späteren „Rebstock“ mit seiner Familie wohnte.

Als sich dann um die Jahrhundertwende der Abbau der lehmigen Erde nicht mehr lohnte, die Anlage also erschöpft war, wollte Wilhelm Krotz zusammen mit seiner Frau Karolina, geborene Werner aus Wintersdorf, im Wohnhaus, damals Spitalstraße Nr. 584, eine „Schankwirtschaft mit Branntweinausschank“ eröffnen. Als dies bekannt wurde, liefen einige damalige Malscher Wirte dagegen Sturm. Deren Einspruch wurde aber vom „Großherzoglichen Bezirksamt“ in Ettlingen zurückgewiesen, mit der Begründung, dass es in diesem Ortsviertel, vor allem im Neudörfel, noch keine Wirtschaft gibt und die Bevölkerungszahl von Malsch sicher noch zunehme. Die „Festhalle“ war damals ja noch nicht gebaut.

Und so konnte der „Rebstock“ Anfang 1910 eröffnet werden, allerdings erst nach Erfüllung von einigen amtlichen Auflagen.

Der „Rebstock“ ist sicher eine der jüngsten „ehemaligen“ Malscher Wirtschaften. Der Name „Rebstock“ passte auch gut zur Lage dieses Gasthauses. Denn es befand sich fast wie am Eingang zu vielen Malscher Weinbergen, zum Kapplfell, Maidlesgrund, Minichwingert, Heerweg, Eschpig  unn zu dä Germät.

Erst Jahre später verkaufte dann Wilhelm Krotz das frühere Ziegelei-Gelände an die Pfarrgemeinde Malsch, auf welchem diese dann das Theresienhaus erbaute. 

Nachdem Tochter Luise einen zur Wirtschaft passenden Ehepartner, den Küfermeister und Schnapsbrenner Otto Buchmaier gefunden und 1921 auch geheiratet hatte, ging der gesamte Betrieb, Wirtschaft und Brennerei, auf die jungen Eheleute über. Vater Wilhelm Krotz ist ja schon 1914 gestorben. Und Mutter Karolina war auch schon 1920 an der damals in Malsch wütenden Ruhr verstorben und dann aus hygienischen Gründen im sogenannten „Ruhrfeld“ auf dem Friedhof zusammen mit anderen von dieser Seuche Hingerafften  beerdigt.

Nach dem Tod von Otto Buchmaier 1945 führte seine Frau Luise die Wirtschaft mit Unterstützung ihrer Kinder noch bis 1950 weiter. Danach wurde das Lokal nacheinander an einige Brauereien verpachtet und von diesen mit Pächtern belegt. Endgültig wurde die Wirtschaft dann 2003, geschlossen,  nachdem die letzten Pächter bei Nacht und Nebel verschwunden waren.

Der „Rebstock“ war zwar keine große und besonders „vornehme“ Wirtschaft, er war aber immer in seinen guten Zeiten von den Malschern gern angenommen.


Gasthaus zum Mahlberg

Der "Mahlberg" ist hier mit aufgeführt, da lange Zeit leerstehend, jedoch wieder bewirtschaftet.

Wenn alte Malscher an den „Mahlberg“ denken, dann kommt ihnen meist zunächst das Ehepaar Klenk in den Sinn.

Doch vor denen waren ja noch andere Wirtsleute auf dieser Wirtschaft: Die Eheleute Staiger, und dann noch Otto Reichert, ein Sohn vum Reichorts Välte, mit seiner Frau. Erst dann, nämlich 1931, kamen die Klenks nach Malsch. Er, Willi, 1897 in Stuttgart geboren und von Beruf Schreinermeister (!), verlobte sich 1927 mit der bei der Brauerei Franz in Rastatt beschäftigten Büroangestellten Anna Uhrig aus Plittersdorf und heiratete sie auch 1929 in Rastatt.

Wie dann die Anna so um 1929/30 herum mitbekam, dass der „Mahlberg“ in Malsch frei werden würde, war dies für die beiden ein  Zeichen des Schicksals. Und so packten sie auch gleich zu und wurden 1931 Wirtsleute in Malsch. Der „Mahlberg“ war damals auch das Stammlokal der SPD. Und 1933 übernahmen doch die Nazis das Regiment in Deutschland. Also wurde die Wirtschaft kurzerhand geschlossen und jeglicher Betrieb verboten. Dies betraf damals aber auch einige Malscher Vereine.  Doch  1935 wurde das Verbot wieder aufgehoben, und der „Mahlberg“ wie auch das Vereinsleben blühte wieder auf, vor allem für die „Concordia“ und einige Sonder-Abteilungen des TV.

das junge Wirtsehepaar Klenk
das junge Wirtsehepaar Klenk
Hans Henkenschuh und dei Wirtsleute in der Gaststube, ca. 1947
Hans Henkenschuh und dei Wirtsleute in der Gaststube, ca. 1947

Nach der Währungsreform 1948 begann ja die gute Zeit der „D-Mark“, also ging es betrieblich wieder bergauf. Und so ging es dann weiter bis Anfang 1954. Denn da wollten die Klenks aufhören und die Wirtschaft in jüngere Hände geben. Da bot sich für das Ehepaar Karl und Maria Müller eine Chance auf. Denn er, der Karl, kannte sich als alter Cordler in dieser  Wirtschaft doch recht gut aus. Und seiner Frau Maria war dieses Haus längst vertraut, denn sie war schon von Anfang an, also seit 1930, bei den Klenks in der Küche wie auch als Bedienung im Lokal über viele Jahre hinweg beschäftigt. So war es ja auch kein Wunder, dass sie im „Mahlberg“ auch ihren späteren Ehemann Karl kennen lernte.
Also übernahmen die Müllers 1954 den „Mahlberg“ von den Klenks und versorgten ihre Gäste zusammen mit ihren  drei Kindern nicht nur zur

Dorfpolizisten(Eccard u.Kirchner)auf dem Kontrollgang imMahlberghof, ca. 1938)
Dorfpolizisten(Eccard u.Kirchner)auf dem Kontrollgang imMahlberghof, ca. 1938)
Familie Müllerhinter der Theke,ca. 1960
Familie Müllerhinter der Theke,ca. 1960
Wirtsleute Müller, ca. 1964
Wirtsleute Müller, ca. 1964

Zufriedenheit der Sangesbrüder, sondern auch der  anderen Gäste. In dieser Zeit trainierten auch die Gründungsmitglieder des Tischtennisclubs im Lokal. Und der Kleintierzuchtverein veranstaltete im Saal seine erste Ausstellung.

Aber auch für sie kam eines Tages die Zeit des Aufhörens. Denn sie  mussten die Wirtschaft im April 1964 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. In der Zeit danach wurde das Lokal noch einige Male weiterverpachtet, stand lange Zeit leer und wird heute wieder betrieben.


Gasthaus zum Dachsbau

Der „Dachsbau“ ist eine der wenigen Wirtschaften in Malsch, die vom Anfang an bis zum endgültigen Schließen in der Hand einer Familie, der Augenstein’s, waren, und dies von 1873 bis 1972, also fast 100 Jahre lang.

 

Der Name Augenstein war davor schon lange mit dem „Wirtschafts“-Leben in Malsch verbunden. Kein Wunder! Waren sie doch alle, soweit wir es zurück verfolgen können, Wirte, Metzger, Bierbrauer oder Küfer von Beruf. Und dies schon lange vor dem „Dachsbau“. So findet man bei Lore Ernst in der „ Geschichte des Dorfes Malsch“ (Seite 226/227) , dass dieses Geschlecht früher schon den „Hirschen besessen“ hatte. Aber auch der „Bären“ in Neumalsch wurde von  Anfang an, also nach 1810, von Johannes Augenstein betrieben. In den Kirchenakten wird er ausdrücklich als Bärenwirt und Posthalter beschrieben. Sein Enkel Karl Theodor, ein Sohn des Metzgers Theodor Augenstein, war es dann, der 1873 das alte Forsthaus an der damaligen Straße nach Muggensturm kaufte, dieses umbaute, das Schankrecht erwarb und auch sein selbstgebrautes Bier ausschenken durfte. So entstand damals der „Dachsbau“.

Von den sechs Kindern wurden zwei Pfarrer. Ein Sohn, Stephan Ludwig (1884-1968),erlernte das Küferhandwerk, wurde 1904 Soldat im Kaiserlichen Heer, ging anschließend auf Wanderschaft und übernahm dann 1910 den Dachsbau. Im 1. Weltkrieg war er 4 Jahre lang im Krieg. In dieser Zeit wurde die Wirtschaft  von den Eltern und Geschwistern geführt. 1919 heiratete dann Stephan, wie er immer genannt wurde, Ida Zimmer (1894-1958). Die beiden betrieben dann, in den späteren Jahren gemeinsam mit Tochter Katharina, die Wirtschaft.

Der „Dachsbau“ war ein allgemein beliebtes Lokal, nicht nur nach Beerdigungen zum Trost finden, sondern auch für gesellige Gruppen, insbesondere für die Kolpingfamilie, den früheren Gesellenverein. Zur Beliebtheit der Wirtschaft trug aber auch die im Garten angelegte und überdachte Kegelbahn viel bei. Buben hatten ihre Freude daran, konnten sie doch ab und zu durch’s Kegelaufsetzen  ein bisschen Taschengeld verdienen.

Auch der nach dem Krieg von Katharina ins Leben gerufene Lepra-Strickkreis fand in den Dachsbau- Räumen Platz genug, um anderen Notleidenden helfen zu können. Danach hielt Katharina Augenstein die Wirtschaft am Sonntagmorgen bis 13.00 Uhr für Stammgäste (und solche, die es wussten,) immer noch offen. Der Lepra-Kreis aber durfte bei ihr bis zu ihrem Tod am 24.11.1985 weiterarbeiten.


Gasthaus zum Hirsch

Der „Hirsch“ gehörte zu den „alten“ Malscher Wirtschaften. Das Gasthaus befand sich früher an ganz anderer Stelle (Lore Ernst S. 434) und erst später dann gegenüber der St.Cyriak-Kirche.

 

Schon vor 1927 betrieb der Zimmermann Josef Kastner mit seiner Frau Cäcilie dieses Lokal  und war wegen des hausgemachten hervorragenden Schwartenmagens bekannt.   Der damalige Pfarrer Berberich ärgerte sich, dass sonntags der „Hirsch“ auch während des Gottesdienstes gut besucht war.

 Ein Zimmermann auf einer Wirtschaft? Vater Theodor und Bruder Eugen  waren ja auch Zimmerleute. Als der Vater 1929 starb, übernahmen die Brüder dann gemeinsam die Zimmerei. Es ist doch nun wahrscheinlich, dass dem „Hirschwirt“ Josef zwei Berufe auf Dauer aber zuviel wurden und er die Wirtschaft deshalb Ende 1932 aufgab.

Dieses Aufgeben kam aber dem damals arbeitslosen Josef Ochs gerade recht. Und so übernahm er kurzentschlossen zusammen mit seiner Frau Sophie, geborene Balzer, die Wirtschaft. Zeitzeugen berichteten immer wieder, dass das Lokal in den folgenden Jahren eine recht fröhliche Zeit erlebte, waren doch die „Ochsen“ in Malsch als sangesfreudige musikalische Familie bekannt.

Als die beiden 1939 dann zunächst auf den Heuberg gingen und bald darauf  den „Alten Fritz“ in Ettlingen übernahmen, kam die lange und gute Zeit von Karl Rubel und seiner Frau Sofie, geb. Burkhart. Die beiden hatten bis dahin schon eine Wirtschaft in Berghausen betrieben, waren also keine unerfahrenen Neulinge.


Gasthaus zum Löwen

Das war einmal der „Löwen“. Und das Kino im Nebenbau, d`Flohkischt genannt, gibt es auch nicht mehr.
Das war einmal der „Löwen“. Und das Kino im Nebenbau, d`Flohkischt genannt, gibt es auch nicht mehr.