Bücher - Veröffentlichungen


Malscher Büttel N. 1

 

Warum gibt es den „ Malscher Büttel“?

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
die Heimatfreunde Malsch stellen Ihnen mit dem „Malscher Büttel“ eine neue Heftenreihe vor, die in unregelmäßigen Abständen erscheinen wird.
Im „Malscher Büttel“ werden historische Themen behandelt, die es Wert sind für die Ortsgeschichte festgehalten zu werden. Es ist vorgesehen, umfassende und abgeschlossene historische Themen weiterhin in der Reihe des „Malscher Historischen Boten“ festzuhalten.
Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort Büttel „Gerichtsdiener“ oder im weitesten Sinne Ausrufer oder Ausscheller vor Ort. In unserem heutigen Kommunikationszeitalter wird oft vergessen, wie in der alten Zeit die Dorfbewohner ihre Informationen bekamen. Der Ausscheller war in der Gemeinde eine feste Institution, die als Autoritätsperson eine wichtige Funktion ausübte und in der Regel noch als Gemeindediener tätig war.
In früherer Zeit machte in Malsch der Ausrufer mit seiner großen Ortsschelle in der Hand seine festgelegte Runde durch das Dorf. An allen markanten Plätzen und in gewissen Abständen blieb er stehen, läutete mit seiner Glocke und verlas die amtlichen Bekanntmachungen der Gemeinde. In Malsch bekam der Ausrufer den Übernamen „Büttelschell“.
Mit dem „Büttelschellplatz“, Ecke Bachstraße Händelstraße wurde nicht nur dem Malscher Original Karl Deubel sondern auch indirekt dem Informationsdienst unserer Vorfahren ein Denkmal gesetzt.
Im September 2017 zur Ausstellung der Heimatfreunde im Rathaus mit dem Thema „Alte Wirtschaften in Malsch“ erscheint der erste „Malscher Büttel“. Er soll nicht nur zum weiteren Verständnis der Bildtafeln dienen, sondern ist auch eine eigenständige Gesamtschau des obigen Themas.
Sowohl mit der Ausstellung als auch mit dem ersten „Malscher Büttel“ ist die Absicht verbunden, einerseits die Zeit unserer Eltern und Großeltern noch einmal auferstehen zu lassen und andererseits den Jüngeren zu vermitteln, wie sich das soziale Leben in unserer Gemeinde geändert hat. Neben den verschwundenen Gaststätten sind auch jene traditionellen
Lokale festgehalten, die sich bis heute noch über jeden Besuch freuen. Aus Zeit- und Platzgründen haben wir uns auf den Kern-Ort Malsch beschränkt. Wir haben allerdings eine Ausnahme gemacht, um zu zeigen dass eine weitere Arbeit zu diesem Thema möglich wäre.
Viele Unterlagen und Beiträge für die Ausstellung sowie den „Malscher Büttel“ verdanken wir den Publikationen von Lore Ernst und unseres Ehrenbürgers Wilhelm Wildemann. Aber auch unser Heimatfreund Eugen Nies hat mit seinen Niederschriften und intensiven Recherchen wertvolle Informationen zur Verfügung gestellt, ihm sei an dieser Stelle herzlichst gedankt.

 

Der erste Malscher Büttel ist während der Ausstellung oder bei Rainer Walter, Tel. 30252, Donald Wertheim, Tel. 5992 oder Günter Heiberger Tel. 9131190 für 5€ zu erwerben.

Malscher Büttel Nr. 2

 

Wegkreuze und Kleindenkmale auf Malscher Gemarkung in Zusammenhang mit Glaube und Kirche

Wie kommt es zu diesem Heft?

 

Im Frühjahr 2016 kam einem Mitglied der Verwaltung des Obst- und Gartenbauvereins die Idee, ein Wegkreuz zu pflegen. Alle Verwaltungsmitglieder waren dafür.

 

Also ging es los! Aber jetzt welches und wo sind die alle und wie viele gibt es. Viele Fragen und wenig Antworten. Irgendwann erfuhren wir über die Heimatfreunde, daß der Heinzler Eugen eine Liste der Wegkreuze handschriftlich zusammengestellt hat. Also auf geht’s zum Heinzler Eugen. Wir berichteten ihm von unserem Vorhaben. Er war sichtlich begeistert. Aber dann rückte er endlich mit der Antwort heraus und sagte, tut mir leid ich finde die Liste nicht mehr. Ich habe sie jemand gegeben der beim Gemeinderat ist, bei der SPD aber ich weiß nicht mehr wie er heißt. Schließlich konnte Bullinger Gerhard von den Heimatfreunden weiterhelfen. Er wusste davon und sagte, das kann nur Peter Holzwarth sein, der hat in der Richtung mal was gemacht. Also auf zu Peter Holzwarth. Diese gesuchte Liste die habe ich, sagte er, aber nicht mehr im Original. Diese ist verschwunden. Ich habe die handgeschriebene Liste  im Rathaus von jemand in den PC abschreiben lassen. Nach einem Anruf dort wurde die Liste abgespeichert als Datei gefunden. „Hurra, Hurra“. Jetzt kann es ja endlich losgehen.

Dies allein dauerte ein halbes Jahr.

 

Also: es gibt 29 Wegkreuze, 4 Bildstöcke, 4 Sühnekreuze, 5 Marienfiguren und 8 weitere Kleindenkmale. So und jetzt !

 

Das hatten wir nicht erwartet. Wer pflegt zur Zeit was? Weiterhin stellten wir fest, daß die Angaben auf der Liste teilweise veraltet waren. Beim Recherchieren stellten wir weiterhin fest, daß in anderen Unterlagen und Literatur vom Ganzen immer nur einige Angaben gemacht wurden. Also, jetzt wussten wir immer noch nicht wer welches Wegkreuz pflegt bzw. Pate ist.

 

Jetzt packte mich der Ehrgeiz und ich sagte zu mir, das kann doch nicht sein, daß es keine Komplettzusammenstellung gibt. Irgendwann las ich auf einer Internetseite des Heimatvereins,  … und vielleicht gibt es einmal jemand der sich hinsetzt und eine Zusammenstellung erarbeitet. Und dann fing ich an ... Recherchieren, Recherchieren.

Irgendwann fand ich auch die Liste von Eugen Heinzler, aber nur in Kopie.

 

Die Broschüre ist jetzt im Herbst 2017 fertig und wird von den Heimatfreunden Malsch, bei denen ich inzwischen Mitglied geworden bin, als Büttel Nr. 2 verlegt und zum Verkauf angeboten. Das Heft hat 76 Seiten mit über 170 Abbildungen.

 

Ein Wegkreuz zu Pflegen wurde auch gefunden.

 

gez. Rolf Knam

Vorbestellungen über Kontaktformular oder Tel. Heiberger 07246 91 31 190

1. „Malscher Historischer Bote“
Dieses Buch informiert über die Vorkriegszeit, auf Ereignisse während des Krieges und auf das Kriegsende in Malsch .Des Weiteren sind die Malscher Kriegstoten, mit den von der Bevölkerung zur Verfügung gestellten Bildern, enthalten.
Der „Malscher Historische Bote“ hat 164 Seiten, enthält viele Bilder und kann zum Preis von 7,50 € über die Gemeindeverwaltung Malsch und über die Heimatfreunde Malsch (Rainer Walter, Hauptstr. 81, Tel.: 30252) bezogen werden.
Bei Postversand innerhalb Deutschland zuzüglich 1,70 € für Porto und Verpackung

2. „Malscher Historischer Bote“ 
mit dem Thema:

 

Flüchtlinge – Heimatvertriebene – Neubürger
Malsch in den Nachkriegsjahren

Diese Dokumentation beschreibt das Leben in der alten Heimat, die Flucht und Vertreibung, sowie die Einbürgerung in Malsch und kann zum Preis von 9,00 € über die Gemeindeverwaltung Malsch und über die Heimatfreunde Malsch (Rainer Walter, Hauptstraße 81, Telefon 30252) erworben werden.
Bei Postversand innerhalb Deutschlands zuzüglich 1,70 € für Porto und Verpackung

3. „Malscher Historischer Bote“ 
mit dem Thema:

 Jüdisches Leben in Malsch

Malsch war die größte jüdische Gemeinde im Landkreis Karlsruhe. Dieses Buch beschreibt das Leben und die Aktivität der Malscher Juden bis zum Ende der jüdischen Gemeinde im Oktober 1940 und kann zum Preis von 9,80 € über die Gemeindeverwaltung Malsch und über die Heimatfreunde Malsch (Rainer Walter, Hauptstraße 81, Telefon 30252) erworben werden. Bei Postversand innerhalb Deutschlands zuzüglich  1,70 € für Porto und Verpackung

Malscher Antlitz


Mit diesem Bildband wurde der Versuch unternommen, nicht nur die Fachwerkhäuser, sondern auch das vielseitige und vielgestaltige Erscheinungsbild unseres Heimatdorfes in einer Art Bestandsaufnahme optisch festzuhalten und zu konservieren.

 

Preis  25,00 €  erhältlich über das Rathaus Malsch  Tel. 07246 / 7070

 

 

 

Malscher Leben
Mit diesem Bildband wurde der Versuch unternommen, die vielfachen und vielgestaltigen Manifestationen des Malscher Lebens, Tuns und Treibens in früheren und heutigen Zeiten in Wort und Bild zu konservieren.

Preis  38,00 €  erhältlich über das Rathaus Malsch  Tel. 07246 / 7070

Malscher Geschichte(n)

Dieses Buch soll einen geschichtlichen Rückblick bieten. Es umfasst die Anfänge und Entwicklung des Heimatdorfes, befasst sich u.a. mit der Auswanderung der Revolutionäre von 1848/49. Es beschreibt einen Teil der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.
In einem weiteren Kapitel findet man altmalscher Geschlechter. Ahnenforscher können hier die Wurzeln ihrer Herkunft erforschen.

Preis  25,00 €  erhältlich über das Rathaus Malsch  Tel. 07246 / 7070

Burg Waldenfels in den Spielfinken

Ein Lesebuch zur Heimatgeschichte von Malsch und Waldprechtsweier. Beschrieben und abgebildet werden u.a. alle einschlägig bekannten Dokumente zur Burg und der Sippe der Grafen von Malsch.

„Burg Waldenfels in den Spielfinken“ hat 77 Seiten, 38 Abbildungen sowie eine Kartenanlage

Preis  12,50 €  erhältlich über das Rathaus Malsch  Tel. 07246 / 7070. Der Erlös kommt der Erforschung und Erhaltung der Burg Waldenfels zu gute.

Schweigen hat seine Zeit,  Reden hat seine Zeit

Louis Maier: Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit. Ein Sohn spricht vom Leben und Schicksal der Jüdischen Gemeinde in Malsch.  
Zum Andenken an die Juden in Malsch erzählt Louis Maier Geschichten über das dörfliche Leben, von Familie, Freunden und Nachbarn, vom Zusammenleben von Juden und Nichtjuden, von der Schule, dem Leben zu Hause und von der jüdischen Lebensweise. Gleichzeitig schildert er mit bemerkenswerter Einfachheit und Ehrlichkeit die Realität jener Zeit: von der sich abzeichnenden und dann eskalierenden Nazi-Brutalität bis hin zur Deportation der Juden, die damit endet, dass das Dorf im Oktober 1940 für "judenfrei" erklärt wurde. Hrsg. von der Gemeinde Malsch. Übersetzt aus dem Englischen von Sally Laws-Werthwein und Donald Werthwein. (verlag regionalkultur). 192 S. mit 44 Abb.  ISBN-10: 3-89735-133-1 / ISBN-13: 978-3-89735-133-2.  € 14,90 (erhältlich  auch  im Rathaus Malsch)

Empfänger unbekannt verzogen

 

Louis Maier: Empfänger unbekannt verzogen. Die Odyssee eines jungen Flüchtlings auf den Spuren des Schicksals seiner Eltern. 
Nach seiner geglückten Flucht aus Nazi-Deutschland im Herbst 1940 erlebt der 16-jährige Louis Maier mit seiner Schwester Agathe aus Malsch bei Karlsruhe den Beginn eines neuen, geschenkten Lebens in den USA. Eindrucksvoll beschreibt er den Alltag in ihm fremden Lebenswelten. Gleichzeitig kontrastiert er seinen eigenen hoffnungsvollen Neubeginn mit den Briefen seiner Eltern aus dem KZ Gurs, in das die badischen Juden im Oktober 1940 deportiert worden waren. In der Korrespondenz spiegeln sich die Mühen um die Organisation der Ausreise der Eltern. Briefe als Lebensfäden, die schließlich mit der Deportation der Eltern im August 1942 tragisch enden. Louis Maiers Schreiben an seine Eltern kommen nun mit der Aufschrift 'Empfänger unbekannt verzogen' zurück. Als amerikanischer Soldat kehrt Louis Maier 1945 nach Europa zurück und erlebt die Schrecken der letzten Kriegsphase. Nach Kriegsende verfolgt er die Spuren des Schicksals seiner Eltern. Seine Suche führt ihn 1946 für kurze Zeit in seine badische Heimat Malsch. Diese Erinnerungen eines jüdischen Jugendlichen sind ein in dieser Intensität erschütterndes, einzigartiges Dokument.
Hrsg. von der Gemeinde Malsch. Übersetzt aus dem Englischen von Sally Laws-Werthwein und Donald Werthwein. (verlag regionalkultur) 320 S. mit 42 Abb., fester Einband. 2008.  ISBN 978-3-89735-543-9. EUR 18,90 (erhältlich im Rathaus Malsch)

Agathe’s Stories A Child’s Journey

 

Agathe Maier Glaser: Agathe’s Stories A Child’s Journey from Germany to America - Erzählungen von der Schwester von Dr. Louis Maier. In kurzen Episoden berichtet sie aus ihrem Leben in Malsch sowie über ihre langen Flucht nach USA aus den Augen eines 12-jährigen Mädchens. Die Erzählungen sind zwar in Englisch geschrieben, aber die 68 Seiten sind relativ leicht zu lesen, auch wenn man die Sprache nicht perfekt beherrscht. Sie können über die Webseite von Agathas Tochter Sara Glaser bezogen werden, wo man den nötigen Link findet. Das Buch kann von der Print-On-Demand-Firma Blurb bestellt werden. Es steht als Taschenbuch und als gebundene Ausgabe zur Verfügung. Es kann auch als kostenlose pdf-Datei heruntergeladen und mit Adobe Reader gelesen werden. Um eine Bestellung aufzugeben oder die Datei herunterzuladen, geht man auf die folgende Seite: http://saraglaser.com/agathes-stories.html

Die Webseite der Fa. Blurb ist komplett auf Deutsch, so dass eine Bestellung (in Euro) auf unkomplizierte Weise erfolgen kann.

Sulzbach - Ein Dorf im Wandel der Zeit

Diese Ortsgeschichte informiert sachkundig und unterhaltsam über Landschaft und Leute, Wirtschaft und Politik, Kirche und Kultur sowie Schulwesen und Vereine des Dorfes Sulzbach (jetzt: Ortsteil von Malsch). Altes Brauchtum und die Geschichte der Gewann- und Straßennamen werden in Erinnerung gerufen.

Dieses Buch können Sie zum Preis von 14,90 € bei der Ortsverwaltung Sulzbach (Tel. 07246 / 4017) und im Rathaus Malsch (Tel. 07246 / 7070) erwerben.

Mundart

Diese Buch enthält Mundart-Geschichten und -Gedichte.
Zwei dieser Gedichte hat unser Gründungmitglied Franz Gräfinger geschrieben und wurde dafür ausgezeichnet.

Diese Buch können Sie zum Preis von 2,00 € im Rathaus Malsch. Tel. 07246 / 7070 bestellen.


Die Übergabe des „2. Malscher Historischen Boten“ mit dem Titel „Flüchtlinge – Heimatvertriebene – Neubürger, Malsch in den Nachkriegsjahren“ an Bürgermeister Elmar Himmel fand am 7.11.2007 im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Vor Buchübergabe an Bürgermeister Elmar Himmel ging der Vorstand der Heimatfreunde auf die beiden ausgestellten Trachten von Neubürgern ein, welche auch Glanzstücke der Ausstellung der Heimatfreunde Malsch im Jahre 2006 waren.

Übergabe des „2. Malscher Historischen Boten“
an Bürgermeister Elmar Himmel

Josef Bechler dankte im Namen der Heimatfreunde Malsch für die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Elmar Himmel und für die Mithilfe bei der Finanzierung des „Boten“. Josef Bechler freute sich über die Zusage des Bürgermeisters, auch die weiteren Projekte der Heimatfreunde Malsch zu unterstützen.

Der für Malsch zuständige Direktor Ralph Ganz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Karlsruhe, konnte den Dank der Heimatfreunde für den großzügigen Zuschuss der Sparkasse aus Mitteln der Kulturstiftung entgegennehmen, weshalb es möglich ist, diesen „Boten“ zum Preis von 9,00 Euro abzugeben.

Einen ganz besonderen Dank erhielt unser Mitglied Sandra Kunz, die das gesamte Layout dieser Ausgabe professionell und kostenlos in ihrer Freizeit fertigte. Dank gebührt ebenso Dr. Clemens Rehm, der mit seinem niveauvollen Beitrag im Vorwort den „2. Malscher Historischen Boten“ geschichtlich abrundete.

Bei der Buchübergabe dankte der Vorstand der Heimatfreunde auch allen Zeitzeugen für ihre Beiträge, allen Mitbürgern die mit Gegenständen, Bildern, Dokumenten und sonstigen Unterlagen dem Verein behilflich waren. Nur dadurch war es möglich die Dokumentation in dieser Form zu erstellen.

Im umfangreichen und mit vielen Bildern versehenen 2. "Boten" der Heimatfreunde Malsch wird über die Nachkriegszeit in Malsch und den politischen Neubeginn durch die fünf stattgefundenen ersten demokratischen Wahlen im Jahre 1946 berichtet.

Auch wird auf den Interzonen-Austausch zwischen den Besatzungszonen, die Anfänge der Geldversorgung durch die Alliierten Militär-Mark-Noten, die stattgefundenen Entnazifizierungen und auf die Heimkehr der letzen beiden Kriegsgefangenen von Malsch, Ferdinand Hess und Franz Kassel eingegangen.

Das Hauptthema des „2.Malscher Historischen Boten“ behandelt jedoch das schreckliche Ereignis der „Flucht und Vertreibung“ vor über 60 Jahren.

Es wurde dokumentiert, woher die 1310 Flüchtlinge und Vertriebene kamen, die in Malsch nach dem Kriege ihre neue Heimat fanden. Drei Zeitzeugen berichten über ihre Flucht bzw. ihre Vertreibung aus der alten Heimat. Ausführlich wurde auf die Schwierigkeiten bei der Unterbringung und Versorgung der vielen Neubürger in Malsch ab dem Jahre 1946 eingegangen. Auch wurde aufgezeichnet, wie sich die Neubürger in Malsch und in Sulzbach organisiert und integriert haben.

 

Malsch ist durch die Neubürger um fast ein Drittel gewachsen. Die Neubürger haben Malsch und Sulzbach verändert und bereichert. Sie sind Teil der Ortsgeschichte geworden. Auch darüber wird im „2. Malscher Historischen Boten“ berichtet.

Die von den Heimatfreunden Malsch erstellte Dokumentation soll kommenden Generationen die damalige, unglaubliche Aufbau- und Eingliederungsleistung der Alt- und der Neubürger in der Gemeinde Malsch und Sulzbach aufzeigen.

Erworben werden kann der „2. Malscher Historische Bote“ über die Gemeindeverwaltung und über die Heimatfreunde Malsch (Josef Bechler, Dr. Eugen- Essig-Straße 45, Telefon 8338, und Rainer Walter, Hauptstr. 81, Telefon 30252).


Josef Bechler übergibt das Buch am Bürgermeister Himmel
Josef Bechler übergibt das Buch am Bürgermeister Himmel

Auf den Spuren der jüdischen Geschichte von Malsch

Malscher Historischer Bote Nr. 3 "Jüdisches Leben in Malsch"

Sein Interesse an der Erforschung der Geschichte der jüdischen Mitbürger in Malsch erklärte der Vorsitzende der Heimatfreunde Malsch, Josef Bechler, mit der Tabuisierung der „jüngeren Vergangenheit“. Dazu zählte nach Aussage des im Jahr 1944 geborenen „Nazi-Zeit, Kriegsende, Flüchtlinge und Juden“. Dass diese Themen damals im Geschichtsunterricht nicht behandelt und bis in die Gegenwart hinein kaum beachtet wurden, sei für ihn und die Heimatfreunde Anlass gewesen, sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei der Vorstellung des 3. Malscher Historischen Boten, dessen erstes Exemplar jetzt im Rahmen einer Feierstunde im vollbesetzten Sitzungssaal des Rathauses an Bürgermeister Elmar Himmel übergeben wurde, sagte Bechler, er habe als Kind nur von einem Viehhändler mi dem Spitznamen „Katzenbeitel“ gewusst, von der Zerstörung der Synagoge im November 1938 und von der Existenz des Judenbades oberhalb der früheren Wirtschaft „Ochsen“. Die Arbeiten an der Ausstellung und am Buch in den letzten Jahren hätten ihm gezeigt, dass sich in der lokalen Geschichte der Juden in Malsch nahezu vollständig die wechselvolle Geschichte und Tragödie der Juden im Deutschen Reich widerspiegle. Eine Reihe überraschender Forschungserfolge hätten nicht nur die hoffentlich zahlreichen Leser, sondern in hohem Maße auch ihn selbst einen Gewinn aus dem neuen Buch ziehen lassen.


Josef Bechler übergibt das neue Buch an Bürgermeister Elmar Himmel

Die Archivalien stammten, so führte Josef Bechler aus, zumeist aus dem Gemeindearchiv, dem Karlsruher Generallandesarchiv und dem Stadtarchiv Karlsruhe, vielfach aber auch aus Privatbesitz. Hier sei in hohem Maße Überzeugungsarbeit zu leisten gewesen, die Eigentümer zu einer Mitarbeit an dem Geschichtsprojekt zu bewegen. Das Buch beginnt mit einer Spurensuche der ersten jüdischen Ansiedlungen in Baden im 17. Jahrhundert. Die Zeit vor 1933 ist ausführlich beschrieben, ebenso die für die jüdische Bevölkerung so dramatische Epoche bis zum Zweiten Weltkrieg. Eine Zeittafel im Anhang vermittelt einen Überblick über die antijüdischen Maßnahmen im Detail. Was das Werk, das auch eine Fülle sehr persönlicher Geschichten und bisher nie gezeigter Fotos enthält, besonders wertvoll macht. In vielen persönlichen Gesprächen und in einer umfassenden Korrespondenz gelang es Josef Bechler, wichtige Informationen über das jüdische Leben in Malsch u.a. von den ehemaligen Malschern Louis Maier und Fred Loeb (beide leben heute in den USA) sowie von Josua Gabel, dem in Israel lebenden Sohn des früheren Malscher Religionslehrers und Kantors Leo Gabel, zu bekommen. 

 

Bürgermeister Elmar Himmel wies auf die beispiellose Sammelleidenschaft der Heimatfreunde hin und bedankte sich bei Josef Bechler und seinen Mitstreitern. Die gut besuchte Ausstellung „Jüdisches Leben in Malsch“ vom 28. September bis 30. November im Rathaus, die zahlreichen Begleitveranstaltungen und die mehr als 40 Führungen hätten nach den vorangegangenen Ausstellungsprojekten „Die Kriegsjahre und das Kriegsende“ (2006) und Flüchtlinge – Heimatvertriebene – Neubürger“ (2007) ein weiteres Mal in einem gelungenen Buch gemündet, das eine Reihe weitergehender Forschungen z.B. in Form von Diplomarbeiten anregen könne. 

Ralph Ganz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Karlsruhe, die die Herausgabe des Malscher Historischen Boten finanziell förderte, würdigte das Verdienst der Herausgeber, sich des wichtigen heimatgeschichtlichen Themas angenommen und dabei vor allem die wenigen, noch lebenden Zeitzeugen mit eingebunden zu haben. 

Der 3. Malscher Historische Bote unter dem Titel „Jüdisches Leben in Malsch“ (286 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschur, ISBN 3-931001-01-6) ist zum Preis von 9,80 Euro am Rathaus-Empfang und im Buchhandel erhältlich.

ts