Bechler-Kreuze

Etwas von den drei „Bechlerkreuzen„ in Malsch

 

 

Wie bekannt konnten in früheren Zeiten viele Menschen weder lesen noch schreiben. Dann gab es aber auch solche, die damit auf dem Kriegsfuß standen d. h. das Lesen und das Schreiben beherrschten sie mehr schlecht als recht.

 

So ist es wohl auch zu erklären und zu verstehen, dass am Kreuz am der oberen Heerweg nach Waldprechtsweier, die Namen MARTIN BECHER , BARBARA BECHLERIN 1719 zu lesen sind. Hier wurde schlicht und einfach ein „L“ vergessen oder beim Abschreiben übersehen.

 

Am zweiten Kreuz, jenem am Fuchseck ist dann alles wieder beim Richtigen: HANS JAKOB BECHLER A MARIA BECHLERIN 1716 ist dort angegeben.

 

Das dritte Kreuz steht an der Sulzbacher Straße (Alte Straße) gegenüber der Bollenhohl und trägt die Inschrift MARTI BECHLER WITIB 1719. Hier wurde das „L“ zusammen mit dem voranstehenden H eingemeiselt.

Alle drei Kreuze dürften von der gleichen Sippe gestiftet sein.

Der Name BECHLER übrigens ist einer der ältesten, bekannten Malscher Familiennamen.

Im Stammbaum einer uns bekannten Bechlerfamilie reichen die Namen lückenlos zurück bis in das Jahr 1730. Das ist genau das Jahr in dem die Aufzeichnungen der Malscher Kirchenbücher beginnen.

Dass die BECHLERS aber schon weit länger in Malsch seßhaft sind beweisen andere Aufzeichnungen. So werden unter dem Datum vom 4. April 1474 als Zeugen einer Gerichtverhandlung u.a. die Namen SIEGFRIED BECHLER und CYRIAK BECHLER benannt.

(Nachzulesen in dem Büchlein: Malsch, seine Entstehung und Geschichte, Seite 14, verfasst von Benedikt Schwarz, 1926).

 

Die Heimatforscherin Lore Ernst nennt gar das Jahr 1435 als die Zeit ihres ersten Auftretens.

Manches dürfte sogar darauf hinweisen, dass die Bechlers schon 1318 nach Malsch gekommen sind. Damals wurde das Dorf Malsch vom Konvent des Klosters Herrenalb gekauft. Im Laufe der Generationen kamen sie zu Wohlstand was man auch daran sieht dass sie in der Lage waren, allein zwischen den Jahren 1716 und 1719 drei Flurkreuze zu stiften.

 

Übrigens wurde das auf Gemeindegrund stehende Kreuz an der Sulzbacher Straße mit Sandsteinen neu eingefasst und wird auch weiterhin von Hilde und Kuno Hartmann betreut. Dafür ein herzliches Vergelt´s Gott !

Bechlerkreuz am Fuchseck in neuem Glanz

Schaut man sich in Deutschland und der Welt um, gibt es manchmal vielerlei Gründe des Ärgernisses wenn man sich einer, in der Gesellschaft breit gemachten Selbstsucht und Gedankenlosigkeit gegenübersieht.

 

Wie erfreulich ist es daher für uns, heute von einem erfreulichen Fall selbstloser Gesinnung berichten zu können.

Wer aufmerksam unsere Berichte der vergangenen Jahren verfolgt hat, weiß, dass uns das Feldkreuz am Fuchseck schon viel Freude gemacht hat. Gerne erinnert man sich noch an die feierliche Einweihung durch Pfarrer Baader und dem Vertreter der Gemeinde H. Sarbacher im Mai 2003.

Das vorbildlich gepflegte Kreuz ist ein wirkliches Schmuckstück auf  der Malscher Flur.

 

Wer nun in den letzten Tagen an diesem Flurkreuz vorbeigefahren ist, konnte feststellen, dass

es seit kurzem mit einem vorzüglich modelliertem Dach aus Kupfer versehen worden ist. Was auf den ersten Blick als Verschönerung der ganzen Anlage erscheint (und auch ist), hat aber einen ganz praktischen Hintergrund. Das Kreuz, welches frei in der Flur steht, wird immer gerne von Vögel als „Landeplatz“  benutzt, mit den entsprechenden unschönen Verschmutzungen. Auch durch wiederholtes Reinigen ließ sich der Schmutz kaum noch entfernen, und hat schon damit begonnen die Substanz des Sandsteines am Korpus des Christus anzugreifen.

Nun hat ein  Bürger aus Malsch, dem das Problem einmal vorgetragen wurde, dieses wunderschöne und passende Kupferdach angefertigt und am Kreuz angebracht.

Wir danken ganz herzlich Herrn Willi Betz für dieses, der Allgemeinheit geschenkte Kleinod.