Christopherusstatue

Christophorusstatue gesegnet

 

 

Es war ein bewegender Moment, als mehr als hundert Malscher Heimatfreunde zur Melodie des Kirchenliedes „Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“ das Autofahrerlied „Herr Jesus, komm und begleite mich auf allen Straßen“ anstimmten. Anlass war eine kleine Feierstunde anlässlich der Segnung einer Christophorusstatue. Sie wurde im Auftrag der Heimatfreunde Malsch von Bildhauer Elmar Göbel aus dem fränkischen Assamstadt geschaffen und jetzt an der Kreuzung der Bundesstraße 3 in Neumalsch aufgestellt. Die Segnung vollzog Pfarrer Thomas Dempfle.

 

Bürgermeister Elmar Himmel würdigte in Anwesenheit von Gemeinderäten, Vereinsvertretern und zahlreichen Geschichtsinteressierten die Verdienste der Heimatfreunde Malsch um die Pflege der heimischen Kleindenkmale. In launigen Worten zeichnete Gerhard Bullinger, bei den Heimatfreunden Malsch für Wegkreuze und Kleindenkmale zuständig, die Entstehungsgeschichte der Christophorusstatue nach. Bei der Suche nach Trümmern des in den 60er Jahren durch einen Lkw zerstörten Neumalscher Wegkreuzes, die nicht wie erhofft im jüngst eingeweihten Neubrunnen zu finden waren, sei man in einem Anwesen in der Bahnhofstraße auf den rund 150 Jahre alten Originalsockel des alten Kreuzes gestoßen. Diesen habe man übernehmen und jetzt als Fundament für die neue Statue nutzen können. Die Idee zum Heiligen Christophorus sei in einem längeren Diskussionsprozess entstanden. Den entscheidenden Impuls habe schließlich Pfarrer Thomas Dempfle gegeben.

 

 

 

Der Bildhauer Elmar Göbel schuf die Statue aus einem Sandsteinblock. „Ich bin glücklich, dass ich dabei vonseiten der Heimatfreunde so viel Gestaltungsfreiraum hatte“, zeigte er sich erfreut über den Auftrag aus Malsch. Dominiert wird die Statue von einer Legendendarstellung des Heiligen Christophorus, der gerade den jungen Jesus mit der Erdkugel auf der Schulter über einen Fluss trägt. Aus dem unteren Teil des Steinquaders ist als Erinnerung ein Modell des alten Wegkreuzes herausgearbeitet. Das Malscher Wappen und die Jahreszahl 2011 runden das Ensemble ab. Finanziert werden konnte die rund 7.500 Euro teure Statue durch einen Zuschuss der Gesellschaft zur Erforschung und Erhaltung der Kleindenkmale in Baden-Württemberg in Höhe sowie durch eine Reihe von Firmen- und Privatspenden.

 

 

Die viel befahrene Kreuzung an der B 3 zwischen Karlsruhe und Rastatt sei ein idealer Platz für die rund drei Meter hohe Christophorusstatue, sagte Pfarrer Thomas Dempfle in der Feierstunde. Sie sei von überall aus gut zu erkennen, und der Schutzpatron der Reisenden möge den Vorüberfahrenden Trost und Zuversicht spenden. Vielleicht, so die Hoffnung von Thomas Schönknecht, Vorsitzender der Heimatfreunde, werde auch der eine oder andere der vielen Lkw-Fahrer, die vom Industriegebiet Malsch aus in alle Himmelrichtungen unterwegs sind, in Neumalsch für einen Moment der Ruhe oder des Gebets innehalten. Musikalische umrahmt wurde die Feierstunde von den Malscher Jagdhornbläsern.