Tankstellen in Malsch und Neumalsch


Tankstellen gibt es ja erst, seit es Autos gibt. Die ersten Tankstellen in Deutschland wurden 1900 errichtet. Die erste Tankstelle in Malsch wurde nicht im Dorf, sondern weit draußen in Neumalsch errichtet.

  • Tankstelle Hornung
  • Tankstelle Emil Kühn
  • Tankstelle Richard Maier
  • Tankstelle u. Fahrdienst Ferd. Werner

Tankstelle Otto Kiefer zum ausführlicher Bericht, Hauptstraße 10 und 13. Hier klicken ...

Tankstelle Zimmer, Neumalsch. Zum ausführlichen Bericht hier klicken ...


Tankstelle Hornung

Gasthaus Kreuz mit Tankstelle
Gasthaus Kreuz mit Tankstelle

Vor dem „Gasthaus Kreuz“, gegenüber der Tankstelle Zimmer, wurde auch schon früh, bereits 1927, eine zweite Tankstelle in Neumalsch eröffnet. Diese war von Anfang an mit (damals) relativ modernen Zapfsäulen ausgestattet.

Die endgültige Stilllegung der Tankstelle erfolgte dann (aus wirtschaftlichen Gründen) im Jahre 1970.                                               

 

 

links: der Erstbetreiber und damaliger Kreuzwirt Karl Hornung

rechts: Familie Hornung im Gasthaus Kreuz,, Alois Hornung, Ehefrau Veronika, Tochter Hannelore und eine Bekannte.



Tankstelle Emil Kühn

Dorf einwärts, nach dem Bahnübergang, gab es früher erst wieder gegenüber der alten „Post“ in der heutigen Sézanner Straße die nächste Tankstelle, nämlich die des  Schlossermeisters Emil Kühn.

Unter diesem Namen kannte ihn damals in Malsch niemand, er für alde Mälschor ganz einfach dä Maläschdä war. Als solcher, vor allem jedoch als langjähriger Feuerwehrkommandant wie auch als besonders Aktiver bei der GroKaGe Malsch war er aber schon  bekannt in Malsch.

Schon 1930 ließ er vor seinem Haus eine kleine Tankstelle errichten, deren Zapfsäule aber am Rand des Gehweges zur Straße hin, also auf Gemeindeeigentum stand, wie der Lageplan vom 27.3.30 deutlich zeigt. 

Infolge des Krieges (1939-1945) wurden 1940 auch in Malsch zunächst alle Tankstellen stillgelegt. Tochter Elsa erklärte daraufhin der Gemeindeverwaltung, dass sich in den Tanks aber noch einige Reste von Benzin und Öl befinden. Was dann damit geschah, konnten wir nicht mehr erfahren.

 Wir wissen nur, dass die Tankstelle nach dem Krieg, also nach 1945, nicht mehr in Betrieb genommen wurde. Entfernt wurde die Zapfsäule (und die Tanks?) jedoch erst Ende 1951.


Tankstelle Richard Maier

Ende der 20er, anfangs der 30er Jahre errichtete auch Richard Maier in seinem Haus Ecke Hauptstraße und Weitgasse, gegenüber s’Eisejuddä, eine für die damaligen Verhältnisse moderne Tankstelle, die Zapfsäule schon mit Handpumpe bedienbar. Da es aus dieser Zeit weder Bilder noch Dokumente gibt, sind wir auf Berichte von damaligen Zeitzeugen angewiesen.

 Ein solcher, damals in der Nachbarschaft lebender junger Malscher, Ludwig Gräßer, hat uns nach Befragung einiges Interessantes dazu wissen lassen:  „Wir wussten, dass die Leute in dem Haus Juden waren. Dass sie aber Maier hießen, war uns so gut wie nicht bekannt. Denn bei uns und vielen Malschern wurden sie nur s’Schmuls oder so ähnlich genannt. Dieser Sondername soll von einem hebräischen Vornamen kommen, so sagte man uns. Der Übername diente vielleicht auch bloß zur Unterscheidung von den vielen anderen „Maier“, die damals in Malsch lebten. Die Familie konnte mit dem Sohn Siegbert noch rechtzeitig ausreisen

Das Fachwerkhaus steht heute noch so wie ehedem da. Neben der Tankstelle wurden Stall und Scheuer für den Viehhandel des Vaters Richard gebraucht. Erst als Josef Holl, der Käufer des Hauses vor der Ausreise der Familie Maier, das Anwesen an Otto Kiefer weiter verkaufte, mussten Stall und Scheuer der darin vorgesehenen Autoreparaturwerkstatt weichen.“

Soweit die Erinnerungen von Ludwig Gräßer 

Da bereits 1937 das Betreiben einer Tankstelle von Amts wegen allen Nichtariern untersagt war, musste auch Richard Maier seinen Betrieb aufgeben.Das Haus aber steht immer noch da, heute schon, wie nur wenige noch in Malsch, ein wertvoller Zeitzeuge vergangener Malscher Handwerkskunst.


Tankstelle und Fahrdienst Ferdinand Werner

Tankstelle Werner in der Hauptstraße
Tankstelle Werner in der Hauptstraße

Über den zeitlichen Anfang der Werner-Tankanlage liegen keine Dokumentationen vor. Sie stand vor dem Hauptgebäude an der Straße.

Zur Eigenversorgung des Betriebsautos von Ferdinand Werner, der vor allem mit Fahrrädern und Nähmaschinen handelte, diente eine zweite im Hof errichtete Tanksäule. Denn Ferdinand Werner bot seinen PKW, einen der ersten in Malsch, auch für Notfahrten in umliegende Krankenhäuser an. Heute würde man sagen, das war das erste Taxi-Unternehmen in Malsch. So erzählte uns Eugen Gräfinger (*1923), damals bei Werner beschäftigt, dass er für besonders dringende Fahrten auch mitten in der Nacht, besonders oft als „Geburtshelfer“ einspringen musste. Auch bei schlimmen Fällen half das Werner-Auto schnell aus. So denkt es auch Klara Kühn

Ferdinand Werner, Tochter Trudel, Schwiegersohn Johannes Kunz und Tochter Ellies
Ferdinand Werner, Tochter Trudel, Schwiegersohn Johannes Kunz und Tochter Ellies

(*1937), geb. Schwan, dass sie 1941 in fast aussichtslosem Zustand mit schwerer Lungenentzündung auf Anweisung vom alten Dr. Essig mittels Werners Auto mitten in der Nacht ins Kinderkrankenhaus nach Karlsruhe gefahren wurde.

Tanken für jedermann war also nur an der Zapfsäule vor dem Haus möglich.



Tankstelle Schmitt

Tankstelle vor der alten Kelter in der Friedrichstraße
Tankstelle vor der alten Kelter in der Friedrichstraße

Theodor Schmitt führte schon seit 1925 einen handwerklichen Meisterbetrieb, damals noch in der Mühlstraße gegenüber dem Ffarrgässel. Im April 1938 erhielt er vom Bezirksamt Rastatt auch die Genehmigung zum Betreiben einer Tankanlage bei seinem neuen Betrieb in der Friedrichstraße. Diese stand aber nicht auf seinem Gelände, sondern vor der damaligen Kelter auf Gemeindeeigentum.

Im Frühjahr 1942 wurde die Tankanlage im Rahmen der damaligen kriegsbedingten Zwangsbewirtschaftung von Amts wegen stillgelegt. Erst im Juli 1947 wurde sie wieder in Betrieb genommen. Nachdem Schmitt diese den modernen Erfordernissen nicht mehr entsprechende Anlage der Fa. ESSO AG 1951 abbauen ließ, wurde an der gleichen Stelle eine modernere Anlage der Fa. ARAL samt dem noch vorhandenen 3000 Liter fassenden Esso-Tank in Betrieb genommen.

 Infolge der Betriebsverlagerung in die heutige Sézanner Straße (1969) wurde auch diese Tankanlage dorthin verlegt.

 Nach der 1980 erfolgten Betriebsübergabe an Sohn Eugen und nach dessen Tod wurde die Tankstelle noch bis 2004 von seiner Frau Magdalena weitergeführt. Ab da wurde der Betrieb von der EFA Tankstellenbetriebe GmbH übernommen.