ehemalige Ladengeschäfte

Wenn man sich heute, mit diesem Thema beschäftigt, dann wird man sich erst so recht bewusst, wie des frior als gwä isch bei uns in Malsch. Mänsch hadds do än Houfä Lädä gewwä, die heit faschd alle nimme exischdierä dän!  Weshalb hänn mir soviele kloine Lädle au broucht?

 

Erinnern wir uns noch, warum es bei uns auf dem Dorf vormittags äm Elfe und nachmittags äm Viere, zumindest den Sommer über, gliddä hat? Das war doch ein unüberhörbares Signal für die Hausfrauen, jetzt aber schleunigst heim zu gehen, um das Mittagessen beziehungsweise abends das Vesper herzurichten. Und wenn dann noch irgend etwas einzukaufen war, dann sind die Frauen recht froh gewesen, wenn die Wege zum nächsten Laden nicht lang waren. Viele wichtige Nahrungsmittel, also Kartoffeln, Mehl, in Stannen eingemachte Gemüse wie Bohnen, Sauerkraut, Rüben, auch Salzfleisch, vor allem aber Schmalz, waren ja fast immer im Keller vorhanden. Trotzdem musste  doch oft noch  so manche Kleinigkeit schnell eingekauft werden. Und da waren kurze Wege Gold, sprich Zeit wert. Also wurden auch in allen Teilen des Dorfes Läden gebraucht. Daher waren in Malsch  viele solcher, wenn auch oft kleinere Läden.

Beginnend von Westen kommend:

Lebensmittel-Kolonialwaren

  • Lebensmittel Kühn
  • Kolonialwaren Kraft
  • Lebensmittel Lorenz
  • Lebensmittel Gräfinger
  • Spezerei Hasenfuß
  • Kolonial-u. Sattlerwaren Neukert
  • Lebensmittel Knörr, Kesselgasse
  • Lebensmittel Knörr, Friedrichstraße
  • Tabakwaren Kohm
  • Lebensmittel Geiger
  • Lebensmittel Knam
  • Feinkost Deubel
  • Lebensmittel Müller/Halfinger
  • Pfannkuch Filiale
  • Lebensmittel Kunz
  • Lebensmittel Edelmann
  • Fisch- und Küchenartikel Speck
  • Lebensmittel Buchmaier


Spezialgeschäfte

  • Kolonial-u. Manufaktur-Waren Eugen Kunz
  • Eisen- u.Kolonialwaren Emil Kunz
  • Lebensmittel - Stoffe Kastner
  • Strickwaren Huck
  • Lebensmittel-Hüte - Bekleidung Kühn
  • Blechnerei Kunz
  • Lebensmittel - Haushalt- waren Schäuble
  • Haushaltwaren - Elektro- fachgeschäft Nies
  • Textilhaus Späth
  • Steingut Strickfaden
  • Baustoffhandel Kunz
  • Weinhandlung Brennerei Schindler
  • Schuhhaus Hirth
  • Schuhhaus Wickenhäuser
  • Schuhhaus Kühn
  • Schuhhaus Kunz


Lebensmittel - Kolonialwaren

Lebensmittel Kühn

s’Kiehnä Elsa : Bedient wurden die Menschen von  Elsa Balzer, geborene Kühn, anfangs aber auch von ihrer Schwester Klara Fauth. Die beiden waren Töchter des Schlossermeisters Emil Kühn, vom Maläschdä, wie er bei uns allgemein genannt wurde. Der Laden befand sich in der Hauptstraße, heute Sézanner Straße, gegenüber der Sturmstraße. Weiter draußen gab es damals keinen weiteren Lebensmittelladen mehr. Deshalb hat man bei ihr auch so gut wie alles fer’d Kiche einkaufen können.  

 


Kolonialwaren Kraft

d’Klärlä : Die Inhaber hießen Florian und Klara Kraft, geborene Nies. Der Laden befand sich im Neudörfel, nahe der früheren Festhalle. Allein schon aus dem Laden-Namen geht ja hervor, wer darin meistens tätig war. Dä Flore war halt mehr im Lager, im „Magazin“ beschäftigt. Bei dä Klärlä hat es sogar „Kolonialwaren“ gegeben; so stand es ganz groß über den beiden Schaufenstern. Mir denkt dies noch sehr gut, weil ich in diesem Haus ja geboren bin. Und etwas anderes denkt mir auch noch sehr gut: nämlich die guten Fische aus ganz großen Blechdosen, vor allem Rollmöpse, Bismarckheringe und ganz besonders die Bratheringe mit der feinen Haut. Der Laden war von 1927 noch bis 1961 in Betrieb.

 


Lebensmittel Lorenz

d’Maddäise : Die Inhaberin hieß Franziska Lorenz. Ihr Laden war nicht groß. Sie bot halt vor allem die wichtigsten Lebensmittel zum Kauf an. Der Laden befand sich dort, wo später die „Genossenschaft“  ihr Lager in der Richard-Wagner-Straße einrichtete. Ihr Ehemann Valentin betrieb im gleichen Anwesen eine gut gehende Schlosserei. Franziska war eine herzensgute Frau, vor allem den Kindern der Umgebung gegenüber. Denn die bekamen von ihr so manches geschenkt, allerdings nur, wenn sie auch „anständig“ waren. So erzählte zum Beispiel Leopold Kassel, dä Kassls-Bolde, dass er nur dann ebbäs vunnorä griegt hadd, wenn er ganz artig zu ihr sagte: Maddäise, sei doch so gud unn gib mor ......  .  Warum sie nicht Fränzl, sondern Maddäise genannt wurde oder werden wollte, habe ich auch noch erfahren können: einfach deshalb, weil ihr Vater dä Hoinrich Maddäis war.  

 

 


Lebensmittel und Haushaltwaren Gräfinger

s’Gräfingors : Die Inhaber hießen Florian und Klara Gräfinger. Sie hatten ihren Laden in der Richard-Wagner-Straße, in dä Hohl, gegenüber der Bäckerei Dietz. Das Geschäft versorgte aber Klara die meiste Zeit allein, denn Florian arbeitete  als Maschinenschlosser in Ettlingen.In späteren Jahren übernahm dann noch für einige Zeit deren Schwiegertochter Maria geborene Kastner, des Sohnes Paul Gräfingers Ehefrau, die Weiterführung des Geschäftes, bis es sich halt nicht mehr lohnte. Neben Lebensmitteln konnte man aber bei ihnen auch sonstige, im Haushalt ständig gebrauchte Dinge wie Stopfgarn, Faden, Nadeln und dergleichen kaufen. Begonnen hatten die beiden 1927, zu Ende ging dann der Betrieb 1972.  

 


Spezereihandlung Hasenfuss

 

d’Hasäfuße: Der kleine Laden wurde von Eugenia Hasenfuß betrieben, während ihr Ehemann Martin anderweitig  beruflich tätig war. Kinder bekamen feine, wenn auch kleine Gudsle (zum Dreigewwä). Ihr Geschäft führte sie bis ins hohe Alter weiter, bis sie ihren Laden dann zumachen musste.

 

Neben den wichtigsten Lebensmitteln gab es auch noch viele andere Sachen wie Schick, Duwwak (Tabak) und sogar Petroleum fer’d Stall-Laternä. In fast allen Lebensmittel-geschäften in jener Zeit war dies der Fall. Da konnte man im Frühjahr sogar die wichtigsten Sämereien einkaufen. Unsere Mütter und Großmütter hatten kaum Zeit zum Einkaufen; also waren kurze Wege, vor allem beim Besorgen der wichtigsten Dinge für die Küche, aber auch vieler notwendiger Kleinigkeiten für den  bäuerlichen Alltag, viel wert. Und dies möglichst in  einem Laden.


Kolonialwaren und Sattlerwaren Neukert

Rosa Neukert geb. Zimmer (zweite von rechts)
Rosa Neukert geb. Zimmer (zweite von rechts)

s’Glebborles : Der kleine Laden befand sich in der heutigen Dr.-Heinrich-Götz-Straße. Während Ehemann Anton im Telegraphenzeugamt arbeitete, stand seine Frau Rosa im Laden und bediente ihre Kundschaft in ihrer freundlichen Art. Zu kaufen gab es ebenfalls fast alles, aber auch Sattler-Erzeugnisse wie z. B. Gaislriemä und Schuhneschdl, da ja der Vater von Anton im selben Haus eine guthehende Sattlerei betrieb. Der „Sondername Glebborle“ ist kein Schimpfname, sondern rührt daher, weil - so erzählt man glaubhaft - an der Ladentür nicht die übliche Schell, sondern ein glepperndes Monstrum, halt ä Glebbor angebracht war. Und daher übertrug sich dies als Übername dann auch auf den Ehemann Anton, der damals ja der Initiator für eine kleine Volksmusik-Gruppe war. Diese Gruppe, bei der auch dä Herichswe  mitspielte, hieß bei den Malschern dann auch schlicht und

einfach bloß d’Glebborles-Mussig.

 

 

 


Lebensmittel Knörr

s’Knärrä in dä Kesslgass bzw. d’Ochsä Sofie :  Bei den Menschen der unmittelbaren Umgebung hatte früher der Laden den einfachen Namen : d’Eigäne. (Ja nicht verwechseln mit s’Eigäns im Ewwordorf!)  Warum d’Eigäne?  Weil die Betreiberin, die Ehefrau von Karl Knörr, mit Vornamen Eugenia hieß. Ihr Ehemann Karl war ja in den Rastatter Schlossanlagen als Gärtner voll beschäftigt. Bevor Eugenia in der Kesselgasse 1930 ihren Laden eröffnete, betrieb sie aber schon ein kleines Geschäft in der Waldprechtsstraße, nämlich dort, wo später, also nach ihr, die schon genannte Hasäfuße unter eigener Regie den dortigen Laden weiterführte. Eugenia Knörr schloss dann ihr Geschäft 1942. Zu gleicher Zeit war aber auch ihr Sohn Karl im Krieg gefallen.

Das Ehepaar Sofie und Josef Ochs, die früheren Hirschwirts von Malsch (1933 bis 1937), betrieben nach zweijähriger Tätigkeit auf dem Heuberg dann von 1939 bis 1942 die Wirtschaft „Zum Alten Fritz“ in Ettlingen. Als dann Josef aber 1942 zu den Soldaten musste, beendete auch Sofie ihre Wirtstätigkeit in Ettlingen, um in Malsch den Knörr’schen Laden in der Kesselgasse weiterzuführen. Dazu musste sie aber nach den damaligen Vorschriften erst einmal ein volles Jahr in einem Karlsruher Betrieb volontieren, um dann endlich, nach bestandener Eignungsprüfung, ein solches Geschäft auch führen zu dürfen.  Und das tat sie dann  mit großem Erfolg, nämlich von 1943 bis 1968!. Bei ihr konnte man es außer dem Üblichen sogar noch Gemüse sowie auch allerlei Kurzwaren, vor allem aber Nähutensilien, von der Stecknadel bis zum feinsten Seidengarn,  kaufen


Lebensmittel Knörr

s’Knärrä in dä Friedrichstroß : Der Betreiber des Ladens, Karl Knörr, war ein Sohn von Karl und Eugenia Knörr aus der Kesselgasse. In seiner Jugendzeit erlernte er erst einmal (wie sein Vater?) einen landwirtschaftlichen Beruf auf dem Augustenberg und arbeitete anschließend auf einem großen Hofgut in Biblis. Bald aber wanderte er (aus ganz persönlichen Gründen) als Zwanzigjähriger nach Argentinien aus, lernte dort die Deutsch-Argentinierin Hilda Limprich kennen und  heiratete sie. Dort wurde auch Tochter Eugenia geboren. Deren Großmutter Eugenia aber lockte die Familie durch den Kauf eines Bauplatzes 1932 wieder nach Malsch zurück. Also wurde in der Friedrichstraße auch gebaut und ein Ladengeschäft ähnlich dem der Eltern eingerichtet. Karl Knörr starb im Krieg 1942 den Heldentod; Mutter Hilda aber betrieb den Laden  bis 1950 noch weiter. Danach führte Tochter Eugenia diesen bis in die 70er Jahre  weiter, um anschließend dann als „Otto-Agentur“ noch tätig zu sein.

 


Tabakwaren Kohm

’Kohmä Lädl in dä nei Olag : Woher kommt dieser Name? Der Laden wurde von Rösl Reichert bis kurz nach 1950 geführt. Dass der Laden aber in der Zeit davor bereits von Anton Kohm und dessen Ehefrau betrieben wurde, wissen nur noch wenige. Doch  eine 90jährige Malscherin, d’Kohmä Bert, oine vunns Londls, hatte aufgeklärt. Denn sie wusste auch, dass die vorherigen Ladenbesitzer sogar mit dem „Zigarren-Kohm“ aus Karlsruhe verwandt waren, was sie selber aber nicht war.  

 


Lebensmittel Geiger

s’Geigor-Bertholds in dä Mozartstroß : Er kam aus der Sippe der „Waldmoischdor“, und seine Frau Rosa war eine geborene Heinrich. In den letzten Jahren, also bis nach 1950, bediente immer deren Tochter Rösl. Angeboten wurden fast ausschließlich Lebensmittel.  

 


Lebensmittel Knam

d’Knommä Ros : Der Laden von Rosa Knam befand sich in der Weidgass. Da sie ledig war, musste sie halt vieles allein schaffen, wobei sie aber doch manchmal auch nachbarschaftliche Hilfe erfahren durfte. Erst nach 1950 gab sie altershalber und auch zeitbedingt dann ihr Geschäft auf.  

 


Lebensmittel  und Feinkost Deubel

d’Däiwls Friedl :  Jetzt sind wir bereits in der Ortsmitte, etwas oberhalb der alten Sparkasse. Den dortigen Lebensmittelladen betrieb so etwa seit Kriegsbeginn die Tochter des Konditors Arnold Lorenz. Über dessen Geschäft, iwwors Arnoldä, werden wir bei der Betrachtung der Malscher Backwarenhersteller noch gesondert berichten. Frieda, oder Friedl, wie sie von Malschern gern genannt wurde, war aber schon eine etwas besondere Geschäftsfrau, denn sie legte neben dem üblichen Lebensmittelsortiment ganz großen Wert auf auserlesene Produkte. So konnte man bei ihr zum Beispiel auch insbesondere feine, erlesene Pralinen, aber auch exquisite Weine und Liköre kaufen und war später auch einer der ersten Selbstbedienungsläden. Im Dezember 1971 musste dann auch sie den Laden schließen..  

 


 

Lebensmittel Müller / Halfinger

 

s’Schneidormillors : Die Erstbetreiber hießen Müller, und der Mann war Schneidermeister. Daher der Name!  Diese beiden, also Anton Müller und seine Frau  Magdalena, geb. Kistner,  versorgten in dem kleinen Haus gegenüber dem früheren Gasthaus zur Krone ihre Kundschaft, bis sie dann etwa 1930 den Laden ihrer Tochter Johanna übergaben. Nach dem frühen Tod ihres ersten Mannes heiratete Johanna dann Otto Harlfinger aus Freiolsheim. Und ab da hieß das Geschäft bei

Johanna, Schneidermüllers Tochter
Johanna, Schneidermüllers Tochter

vielen Malschern dementsprechend auch  s’Harlfingers.  Im wesentlichen verkaufte Johanna alle möglichen Lebensmittel, jedoch ohne so viele andere alltägliche Dinge wie in anderen Läden. Aber zu besonderen Zeiten bot sie auch schon mal besondere Dinge an, zum Beispiel an Sylvester  Knaller und Raketen. Ein alter Malscher Fastnachter erzählte uns auch, dass es bei ihr jedes Jahr die schönsten Lärvle zu kaufen gab. In den 70er Jahren musste sie dann, wie so viele andere, ihren Laden halt schließen. Was vielen noch denkt: sie hatte, so erzählt man sich heute noch, die besten Mohrenköpfe von Malsch.


 Pfannkuch-Filiale

 

dä Pfonnkuch : Dieses Geschäft befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden zuletzt genannten. Deshalb gab es dort auch nicht das große Sortiment von Grundnahrungsmitteln. Pfannkuch, eine Filiale einer (damals) großen Handelskette, bevorzugte daher lieber Spezialitäten, vor allem viele Sorten Fisch. Das konnten sich die kleinen Läden schon aus kühltechnischen Gründen gar nicht leisten. Deshalb ging der Laden auch relativ gut. Trotz einigen Standortwechseln gab es den „Pfannkuch“ bei in Malsch noch recht lange. 


Lebensmittel Kunz

dä Hansa Eine Zeit lang befand  sich das Geschäft in Blechnermeister August Bornhausers Anwesen, zeitweise aber auch im Hause des Uhrmachers Oskar Knam. Der Inhaber Otto Kunz war ein Sohn des alten Löwenwirts Hermann Kunz.

 

 

 


Lebensmittel Edelmann

Zeugnis der Maria Hornung
Zeugnis der Maria Hornung

d'Edlmonns Maria im Fischweier

Mit Hilfe von lieben Nachbarn und Schulkameradinnen konnte noch einiges in Erfahrung gebracht werden, was es nunmehr ermöglicht, über diesen Laden zu berichten.

 

Maria Hornung, wie sie früher hieß, wurde 1925 in Waldprechtsweier geboren und besuchte in Malsch die Volksschule bis 1940. Nach dem sogenannten „Pflichtjahr" bei Oskar Knam in Malsch und anschließendem erfolgreichem Besuch einer Privat-Handelsschule in Karlsruhe war sie bis Dezember 1944 bei der „Landesbauernschaft Baden-Elsass" in Mosbach beschäftigt, wie aus ihrem Dienstzeugnis aus jener Zeit zu ersehen.

Erst 1949 eröffnete sie dann ihren Lebensmittelladen im „Fischweiher". Und das war gut so. Denn die Bewohner da draußen waren dafür sehr dankbar, zumal der nächste Laden zum Einkaufen der täglichen Lebensmittel bis dahin erst weiter drin im Dorf lag. Also lief ihr Geschäft recht gut, bis, ja bis sie 1971 den Laden krankheitshalber wieder aufgeben musste. 

 

 

 


Fischgeschäft und Küchenalltagsartikel Speck

Geschäft in der damaligen Hauptstraße (jetzt Sézanner Straße)
Geschäft in der damaligen Hauptstraße (jetzt Sézanner Straße)

Bei dä Helänä newwor dä Aldä Post

Die Besitzerin hieß Helene Speck, geborene Hartmann. Früher war das Anwesen nur als Wohnhaus genutzt. Als Helenes Ehemann Franz Speck 1948 endlich aus

der Kriegsgefangenschaft wieder heimkam und als gelernter Kaufmann gleich wieder in seinen alten Beruf - Spezialist für Verpackungsmaterial aller Art - einstieg, also als Zulieferer für viele Malscher Betriebe tätig war, keimte in Helene bald die Idee, auch einen eigenen Betrieb aufzumachen. Lebensmittelgeschäfte gab es ja schon viele. Aber „Fisch-Läden"? Eingelegte Salz- und Bratheringe konnte man ja in vielen Geschäften kaufen. Doch frische Fische? Die gab es damals so gut wie nur beim „Pfannkuch" mitten im Dorf. Und Fische waren in jener Nachkriegszeit ein gern gekaufter Fleischersatz-Artikel, nicht nur für Freitage, sondern besonders auch in der Karwoche. 

 

So entstand der neue (junge) Laden gleich nach der Währungsreform 1948. Angeboten wurden neben üblichen notwendigen Alltagsartikeln für die Küche ganz besonders frische Fische. Tochter Renate erinnert sich noch lebhaft, wie der Vater damals mit seinem Fahrrad mit Hilfsmotor, den Anhänger mit den Fischen in Holzfässern beladen, wöchentlich die Ware herbeischaffte.

Und das Geschäft lief gut. Bald wurde auch noch eine Annahmestelle für die Wäscherei Bardusch in Ettlingen eingerichtet.

Daneben belieferte Franz Speck seine Malscher Kundschaft weiterhin mit Tüten, Beuteln und Einschlagpapier und was sonst noch notwendig war. Als Franz dann 1970 starb, gab auch Helene den Laden auf. Sie war ja inzwischen auch schon im „Rentenalter" angekommen.


Lebensmittel Buchmaier

Wohnhaus mit Buchmaier-Laden
Wohnhaus mit Buchmaier-Laden

s’Buchmaier Marias Lädl im Fischweier 

 

1953 errichteten Anton und Veronika Renz (Blases vun dä Hohl), die  Großeltern von Maria Buchmaier, der Ehefrau von Seppi Buchmaier, draußen im Fischweier, Ecke Friedrich-Ebert- / Albert-Schweitzer-Straße ein Wohnhaus mit Laden. Und schon im Jahr darauf wurde darin von Tochter Maria ein Lebensmittel-Laden eingerichtet.  

Auch dieser kleine Laden wurde von den Menschen spontan angenommen, war er doch ein richtiger „Tante-Emma-Laden“, also mit so vielen Dingen für den Alltag, vor allem für die Küche. Durch ihre Menschenfreundlichkeit sorgte Maria aber auch dafür, dass bei ihr gern ein Schwätzchen abgehalten werden konnte. Besonders am Sonntag-Morgen, wenn Geschäfte normalerweise „zu“ hatten, konnte man bei ihr (wie in so manchen anderen Läden ja auch) immer noch anklopfen, um

 

 

Maria Buchmaier mit ihrer guten Kundin Inge Lang
Maria Buchmaier mit ihrer guten Kundin Inge Lang

ein Fläschchen Maggi oder Salz oder Essig, um nur einiges anzudeuten, schnell noch zu bekommen. Und wenn man mal gerade kein Bargeld hatte, hat man auch bei ihr „anschreiben“ lassen können, halt bis zum nächsten Zahltag des Ehemannes. 

Dankbar waren die Menschen auch dafür, dass man bei ihr täglich frisches Brot kaufen konnte, vom Robert Kratzmaier gebacken und Ehemann Seppi abgeholt. 1963 gab Maria dann den Laden auf. Bis 1970 wurde er dieser noch anderweitig vermietet, um dann entgültig geschlossen zu werden.

 


Spezialgeschäfte