Auf den Spuren Friedrich Weinbrenners

Modell Ettlinger Tor
Modell Ettlinger Tor

Spuren von Friedrich Weinbrenner auch in Malsch

 

Der große deutsche Architekt, Stadtplaner und Baumeister des Klassizismus Friedrich Weinbrenner wurde vor 250 Jahren, am 24. November 1766 in Karlsruhe geboren. Für seine Heimatstadt schuf er bedeutende prägende Bauwerke, wie das Rathaus, die Evangelische Stadtkirche, die katholische Stadtkirche Sankt Stephan, die Münze um nur einige zu nennen. Auch in der Umgebung von Karlsruhe sind Bauwerke von Friedrich Weinbrenner entstanden wie zum Beispiel das Kurhaus in Baden-Baden oder das Schloss Bad Rotenfels. 

 

Schöne Bauwerke wie die Synagoge von 1798-1800, die 1871 durch einen Brand zerstört wurde, oder das Ettlinger Tor, welches 1872 abgerissen wurde, fehlen heute leider im Stadtbild von Karlsruhe.

Ettlinger Tor ca. 1860
Ettlinger Tor ca. 1860

Auf dem privaten Familienfriedhof beim Waldhaus, welcher Ende des 19. Jahrhunderts von Karl H.W. Stockmeyer angelegt wurde, befinden sich Teile der Säulen vom Ettlinger Tor.

 

Vom langjährigen Gemeinderat und Mitbegründer der Heimatfreunde Malsch Fritz Weber ist der Inhalt eines Gespräches mit Anna Stockmeyer überliefert, wie Teile des 1872 in Karlsruhe abgebrochenen „Ettlinger Tores“ auf den Friedhof beim Waldhaus gelangten. Danach wollte der Kunstmaler und Bildhauer zu jener Zeit in der Residenzstadt

Grab von Fritz Weber beim Waldhaus
Grab von Fritz Weber beim Waldhaus

Karlsruhe Material für sein Atelier und Schuhe für den Winter kaufen. Aber für letzteres reichte das Geld nicht mehr, denn er hatte sich in die umherliegenden Säulen des „Ettlinger Tores“ verliebt und sie kurzentschlossen erworben. Am Nachmittag des besagten Einkauftages fuhren schwere Pferdegespanne mit Säulen, Platten und Kapitellen aus rotem Sandstein beim Waldhaus vor. Die Säulen und Platten dienten dem Kunstmaler als Hintergrund für seine Bilder.

 

Überreste der Säulen und Kapitellen stehen heute auf dem kleinen Friedhof bei der Turmruine, wobei einige als Grabsteine Verwendung gefunden haben.

So hat auch Friedrich Weinbrenner in Malsch seine Spuren hinterlassen.