Mon Céri


Heimatfreunde Malsch

 

Die Geschichte der Tanzkapelle Mon Chéri

 

Geschichte und Heimatkunde sind zwei Themen, denen sich die Heimatfreunde Malsch e. V. durch Publikationen und Ausstellungen widmen. Handgemachte Unterhaltungsmusik in den Wirtschaften hatte für die Bevölkerung einen sehr hohen Freizeitwert. Die Heimatfreunde stellen in Abständen Malscher Musikgruppen vor.

Rainer Walter  erfuhr  bei einem Interview mit Dieter Deubel die Geschichte der Tanzkapelle Mon Chéri.

Die Gründung der Tanzkapelle Mon Cheri geht auf die Initiative von Dieter Deubel zurück und hatte folgendem Hintergrund: Die Feuerwehrkapelle Malsch gründete 1954 eine Jugendkapelle.  In dieser Jugendkapelle spielte Dieter als Tenorhornist mit. Nach einiger Zeit wollte er umsatteln auf Trompete weil er auch Tanzmusik machen wollte. Dies wurde aber vom Verein nicht genehmigt. Daraufhin begann Dieter 1956 Gitarre zu lernen. Ein Gitarrenlehrer in Karlsruhe hat ihn unterrichtet. Dadurch reifte in ihm das Verlangen eine Band zu gründen.

Der Schulkamerad Rolf Bullinger wollten mitmachen. Rolf und Dieter kamen zu dem Schluss, dass Rolf Schlagzeug lernen sollten. Beide sprachen Wolfgang Kohn an, der im Handharmonikaverein Akkordeon spielte. Er sollte als Mitspieler gewonnen werden, er sagte zu und nun war es ein Trio.

Einmal wöchentlich traf sich das Trio zusammen bei Rolf oder im Deutschen Kaiser zum Üben. Nach einem Jahr hatte sie ein komplettes Reportuar  zusammen. Rolf Bullinger bemühte sich um einen öffentlichen Auftritt. Dieser war dann am Sylvester 1957 im Gasthaus Linde in Malsch. Der Wirt Josef Rexer war ein Onkel von Rolf. Es war ein großer Erfolg. Dadurch bekam die Band immer mehr Angebote. Die Band vergrößerte nun sich mit Heinz Bechler, der Kontrabass spielte, zu einer vier Mann Kapelle. Bei einem Faschingsauftritt im alten Clubhaus des FV Malsch (Prinz Eugen) fragte der Anwesende Gast Karlu Westermann, der neben dem Gasthaus wohnte, ob er mitspielen darf. Er holte seine Trompete und spielte den restlichen Abend mit. Nun war es eine Fünf Mann Kapelle. Der Nachbar von Rolf Bullinger war der Klarinettenspieler Kurt Kistner. Er spielte in der Feuerwehrjugendkapelle. Er wurde 1960 gefragt, ob er mitspielen wolle. Er sagte zu und nun war es ein Sechstet.

Nachdem Karlu Westermann bei der Band mitspielte, hat sein Vater Ludwig Pulte mit der Aufschrift Mon Cheri gefertigt. Diese standen bei Auftritten immer vor den Musikern. Es wurde in folgenden Wirtschaften gespielt: Deutscher Kaiser, Schützenhaus, Sonne in Sandweiser und auch auf vielen Festen, z.B in Langenbrand. Wolfgang und Rolf wurden zur Bundeswehr eingezogen. Daraufhin kam Werner Kutschera als Schlagzeuger und Eckhard Harlacher als Klavierspieler zur Band. Werner Kutschera wurde auch zur Bundeswehr eingezogen und verstarb durch einen Unfall mit einem Bundeswehrfahrzeug. Für ihn wurde Günter Berger aus Muggensturm als Schlagzeuger rekrutiert.

Da Dieter Deubel beruflich einen Technikerkurs machen musste verließ er 1962 die Band. Ende 1964 löste sich die Band auf.

 

Rainer Walter