Germania beim Kirchplatz

Die „Germania“ beim Kirchplatz in neuem Glanz

 

 

 

Kleindenkmale sind Kulturdenkmale die den Charakter ganzer Landschaften beleben. Aber auch ein einzelnes Denkmal kann an seinem angestammten Platz prägenden Charakter einnehmen wie es wohl für das Standbild der „Germania“ auf dem Malscher Kirchplatz zutrifft.

 

Diesem Denkmal, die älteren Malscher reden vom „Kriegerdenkmal“, wäre beinahe das selbe Schicksal wie dem der Malscher Nepomukfigur beschieden gewesen, welche im Laufe seines Daseins einige Umzüge über sich ergehen lassen musste.

 

Nun, ganz so schlimm wurde es dann doch nicht. Die Germania verblieb weiterhin auf dem  Kirchplatzes.  Wenngleich sie nicht mehr Mittelpunkt des „Freien Platzes“ ist, so nannte man den Kirchplatz früher, so fand sie doch noch einen akzeptablen Standort neben der großen Kirchentreppe. 

 

Doch Wind und Wetter hatten dem Denkmal zugesetzt und wer versuchte die dort eingravierten Namen der Krieger von 1870/71 zu entziffern kam bei dem einen oder anderen Namen nicht weiter.

 

Auch unserem Malscher Mitbürger Adolf  Werner erging es wohl ähnlich als er anlässlich des 100jährigen Bestehens des Konrad-Reichert-Kindergartens den Namen des Gründers auf dem Denkmal suchte.

 

Konrad Reichert war als badischer Dragonerwachtmeister Teilnehmer des Feldzuges und ist verwandtschaftlich mit der Familie Adolf Werner verbunden. Später wurde Reichert Leibjäger beim deutschen Kaiser Wilhelm I., auch König von Preußen.

 

Kurz entschlossen und unbürokratisch beauftragte er den Malscher Bildhauer Walter Grimm sich des Denkmals anzunehmen um dessen Erhalt auch weiterhin zu sichern.

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das gesamte Denkmal ist gesäubert, die Namen wieder mit dunkler Farbe lesbar gemacht und die Sandsteinplatten mit einer wasserabweisenden Lasur gegen Regen geschütz.

 

Josef Bechler, Vorstand der Heimatfreunde Malsch, bedankt sich bei Adolf Werner.
Josef Bechler, Vorstand der Heimatfreunde Malsch, bedankt sich bei Adolf Werner.

Es lohnt sich die Namen dort durchzugehen. Neben alteingesessenen, bis heute vorhandenen Malscher Namen finden sich auch die Kriegsteilnehmer israelitischen Glaubens wieder. Fast alle der auf dem Denkmal festgehaltenen Teilnehmer überstanden den Feldzug unbeschadet und kamen wohlbehalten in ihr Heimatdorf Malsch zurück. Einer soll im Lazarett an einer nicht kriegsbedingten Krankheit verstorben sein.

 

Das Engagement von unserem Mitbürger Adolf Werner kann, gerade in der heutigen Zeit welche leichtfertig mit der Tradition gebrochen und weitgehend die Achtung vor unseren Vorfahren aufgegeben hat, nicht hoch genug eingeschätzt werden.

 

Zu dieser großen Geste der Heimattreue und Verbundenheit mit der Malscher Geschichte sagen wir „Herzlichen Dank“.