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Wild-Diebe in Malsch

Ein großes Problem für die damalige Gendarmerie in Malsch waren in der Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg die ortsansässigen Wilderer. Hiervon gab es zwei unterschiedliche Gruppen. Eine Vielzahl davon waren Bauern die draußen bei der Feldarbeit ruhende Hasen erbeuteten indem sie diese mit der Hacke oder Sense totschlugen.

Die zweite Gruppe hat sich auf den Fang, mittels Falle, von Marder spezialisiert, die sie in ihren großen Scheunen fingen. Die Pelze wurden gegerbt und zu Mützen verarbeitet.   Was nicht für den Eigenbedarf für die weiblichen Familienmitglieder benötigt wurde hat man verkauft und somit zusätzliche Geldeinnahmen geschaffen.

Eine kleinere, dafür um so schädlichere Gruppe von 8-10 Wilderern trieben hauptsächlich ihr Unwesen im Malscher Bergwald und darüber hinaus in dem Gebiet von Bernbach –Moosbronn und Völkersbach. Ihre hauptsächliche Beute waren hier Rehe und Hasen, aber auch weniger Hirsche und Wildschweine. Zum Fang oder Töten dieser Wildtiere benutzte man Schlingen aber auch Gewehre.

Die Wilderer haben ihre Waffen auch mal, wenn es nicht anderst ging zur Selbstverteidigung benützt. Gott sei Dank gab es dabei keinen tödlichen Ausgang. Wenn die Wilddiebe erwischt wurden haben sie meist das Weite gesucht und sind geflüchtet. Dabei allerdings hat manch einer von den Forstbeamten eine Ladung Schrot in den Rücken abbekommen. In einem Falle hat dies fast zum Tode geführt. Sehr mühsam und anstrengend war der nach Hauseweg, wenn es galt erlegtes Wild nach Hause zu bringen. In der damaligen Zeit gab es nämlich noch keine Autos und so musste alles per Fuß geschafft werden. Dazu hat man das erlegte Wild in einzelne Stücke zerlegt und im Rucksack verstaut. Soweit man Gewehre zur Jagd benutzt har. Wurden diese nach Gebrauch wieder zerlegt und im Wald versteckt.

Da es damals weder Kühltruhe noch Kühlschrank gab wurde das Fleisch in Kübel eingesalzen und entsprechend  behandelt bis zum weiteren Verzehr. Nicht die Jagdleidenschaft sondernder Hunger und die Not waren der Grund de Wilderei. Fleisch konnten sich damals nur die Reichen leisten. Dagegen gab es genug Wildtiere in den Wäldern und auf dem Feld.

Die Jagdreviere waren zur damaligen Zeit hauptsächlich an reiche Belgier verpachtet die nicht sehr oft zur Jagd kamen. Die Malscher nutzten natürlich diese Gelegenheit aus und machten eigene Jagd in Feld und Wald, ein oder zweimal im Jahr. Die zwei Malscher Ortpolizisten die auch die Aufsicht über das Wild hatten wurden tags zuvor gehörig unter Alkohol gesetzt und eingesperrt. Somit war der Weg frei.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es nur noch wenige Fälle von Wilddieberei, die aber bis heute nicht mehr aufgetreten sind. 

Quelle: Heimatfreunde Malsch - Gerlinde Skeib