Startseite

Neues auf unserer Webseite

Historische Ansichten
Kleindenkmale / Wegkreuze
Heimat- und Zeitgeschichte
Malscher Mundart
Ehrenbürger
Jüdisches Leben
Bücher
Termine / Veranstaltungen
Verwaltung
Gästebuch
Links
Impressum
Weitere Arbeitskreise:
     Heimatmuseum / Archivwesen
     Tier- und Pflanzenwelt
     Ahnen- und Familienforschung

 

35. Unsere besondere  M a l s c h e r  L a u t s c h r i f t  (Zur Erinnerung)

 

Da wir schon eine ganze Weile nichts mehr voneinander gehört haben, empfielt es sich, dass wir uns zunächst noch einmal ganz kurz die Besonderheiten unserer Malscher Lautschrift in Erinnerung rufen. Hierbei geht es vor allem um unsere  „eigenartigen“ Sonder-Vokale e, o und ä.

Das unterstrichene e ist zwar ein richtiges e, klingt aber in Mundart wie auch im Hochdeutschen wie ein reines, sauberes ä. Beispiel: Wer nedd will, der hadd ghadd. Im Gegensatz dazu klingt das Normal-e halt wie ein ganz helles e. Beispiel: Dess isch gar nedd so bleed.

Das unterstrichene o klingt fast wie ein nasal gesprochenes französisches on, kommt bei uns auch von verschiedenen hochdeutschen Vokalen her, besonders von o, aber auch von a, e und i. Beispiele: Kommordor ball mol widdor ? Ojoo, isch des au wohr ?

Das unterstrichene ä  klingt wie ein etwas gequätschtes ä, so wie bei uns die meisten Zeitwörter enden, zum Beispiel  laufä, hopfä (hüpfen), singä, bruddlä, aber auch Wörter wie wänn, dänn und so viele andere noch..

Ein Beispiel mit o und ä möge dies verdeutlichen :  Owäds gähmor ball schlofä  (Abends gehen wir bald schlafen). Ehrlich! Wie hätten Sie denn nach der bisherigen Methode, also ohne unsere von uns eingeführten „Sondervokale“ in Mundart das Wort „abends“ geschrieben? Vielleicht „abeds“ oder „aweds“ oder gar „owäds“ ??  Mit unserem O und mit unserem Ä ist das doch, wenn man nur will, viel leichter und auch verständlicher zu „schreiben“! Also bleiben wir doch dabei. Einverstanden?

Noch ein letztes Beispiel, nur  e i n  Wort, in dem alle unsere Malscher Sondervokale vorkommen :  S c h e r ä s c h l e i f o r. (Händor des alle vorschdonnä ? Nod isch gud !)

Schauen Sie doch auch einmal in Wilhelm Wildemanns Buch „Malscher Leben“, Seite 34 und folgende, hinein. Da finden Sie jede Menge echte alte Malscher Ausdrücke, wie zum Beispiel „Hexenoddle“ oder „Virdiichel“. Wir würden heute mit Hilfe unserer Lautschrift dafür schreiben: Hexänoddlä oder Verdiechl.

Vielleicht noch einen Satz mit lauter Malscher Normalvokalen: Also jetz sinn bloß alle mucksmäisls still !

Und zum Abschluss noch einen Malscher Ausruf mit unseren drei Malscher Sondervokalen: Meinor Lewwäs Dag nedd !

Bezüglich unserer Malscher Leiselaute (Konsonanten) verweise ich gern noch einmal auf unsere Beiträge Nr. 7 und 8 zu „Malscher Mundart“. Sollten Sie diese seinerzeit nicht „aufgehoben“ haben, dann können Sie diese, wie auch alle unsere Anzeiger-Artikel, im Internet unter

                                                   www.heimatfreunde-malsch.de

jederzeit nachlesen. Sollten Sie selber noch keinen Zugang zum Internet haben, in Ihrem Bekanntenkreis gibt es sicher jemand, der darin lesen und auch etwas ausdrucken kann. Und wenn nicht, dann fragen sie halt mich. Ich helfe Ihnen gern weiter.

Nach dieser „Wiederholung“, die wahrscheinlich für manche nicht ganz unnötig war, wollen wir uns dann ab dem nächsten  Mal dem Thema Alte Malscher Läden und Geschäfte zuwenden, wobei wir unter „alt“ die Zeit vor 1939 bis etwa 1950 verstehen.

                                                                                                                       Eugen Nies