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22.)
Malscher Viertel und Straßennamen
Wenn
man die Berichte in
Lore Ernst’s „Geschichte des Dorfes Malsch“ u
n d Wilhelm Wildemanns
„Malscher
Antlitz“ über die
Entwicklung unseres Dorfes aufmerksam und kritisch gelesen
hat, dann ist
es doch einem sicher
aufgefallen, dass es in früherer Zeit bei uns zunächst nur
O b e r d o r f und
U n t e r d o r f gegeben haben kann. Das waren also die Wohn-Viertel
oberhalb und unterhalb der
Kirche. So hießen diese Bezirke auch
noch bis in unsere Zeit hinein, denn da gab es zum Beispiel in der
Kirche St. Cyriak noch lange zwei streng getrennte Galerienseiten,
nämlich eine für die Oberdörfler ,
und eine für die Unterdörfler . Erst
viel später wurden dann die den ursprünglichen
Ortskern umgebenden „Viertel“ In
dä Hohl, s’Neidärfl,
d’Bohofschdroß, Om Fischweior, d’Nei
Olag und noch viel
später erst d’Siedlung
zu „jungen“ Wohnvierteln unserer Gemeinde. Was dann nach dem zweiten
Weltkrieg auf dem Wohnungssektor explosionsartig noch geschah, ist für uns alle
ja noch erlebte Gegenwart. Denken wir nur an den damaligen Beginn mit der
„Neuen Heimat“ im Hänfig und an
viele in letzter Zeit nach und nach erschlossene Neubaugebiete auf unserer
Gemarkung ! Und dies nicht nur im Kernort, sondern auch in allen Ortsteilen,
also auch in Sulzbach, Völkersbach und Waldprechtsweier. Die
Namen der alten wie auch der neueren
Viertel unseres Ortes haben alle irgend einen Bezug zu ihrer Lage, zu ihrer
Umgebung. Ganz
anders dagegen erging es im Laufe der Geschichte den Straßennamen unserer Gemeinde. Ja wenn doch diese nur selber erzählen
könnten, wer sie - warum auch immer - grad so zu benennen pflegte, wie es dem
jeweils herrschenden Zeitgeist beliebte. Versuchen
wir, wenigstens einigermaßen zeitgerecht, ein bisschen Licht in das
Durcheinander, das unsere Straßen immer wieder still ertragen mussten, zu
bringen. Früher
war dies ja relativ einfach ! Da gab es nicht
viele Straßen ! Jetzt überlege man doch mal,
warum es in Malsch eine wichtige Zufahrtsstraße gab, die bis in unsere
Zeit hinein, zumindest bei den „alten“ Malschern, nur
d’Alt Schdroß
geheißen hat ! Das war die Straße vom nördlichen Ortseingang, also von
Ettlingen her, bis zur ehemaligen Kelter beim Gasthaus „Kaiser“. Sicher eine
ganz bedeutende Straße, ein
Teil der uralten VIA
AURELIA der Römer, die
den Norden mit der Römerstadt Baden-Baden verband. Da ist es doch sicher kein
Zufall, dass diese Straße, durch unser Dorf führend, auch Römerstraße genannt
wurde und ( wenigstens auf einer Teilstrecke ) bis heute noch so heißt! Ab Dorfausgang wird sie immer noch (sinngemäß)
Heerweghohl genannt! Erst
später kam dann die das Ober- mit dem Unterdorf verbindende Straße , unsere heutige Hauptstraße,
dazu. Von diesen beiden Straßen, die eine von Nord nach Süd, die andere von
West nach Ost führend, gingen dann nach und nach eine ganze Reihe kleinerer Sträßchen,
besser Gässchen genannt, aus, die sehr oft auch über die Hügel
unserer Vorbergzone führten und daher halt den Zusatz Buckel
(statt Gasse) bekamen. Im
Folgenden wollen wir uns zunächst diesen Gässchen
und Buckeln unseres Dorfes zuwenden.
Zum besseren Verständnis ihrer oft geänderten Namen und Bezeichnungen scheint
es uns aber notwendig, wenigstens auf
zwei wichtige Daten solcher
„Veränderungen“ hinzuweisen : 18. Mai 1931 : Der Gemeinderat beschließt e i n s t i m m i g , 45
S t r a ß e n von
M a l s c h neu zu benennen. (Wobei man lobenswerterweise aber versuchte,
g u t e a l t e
S t r a ß e n n a- m e n möglichst
zu erhalten. Dies geschah also noch kurz vor der „Hitlerzeit“!)
(2)
8. Februar 1936 : „Aufgrund einer Entschließung des Bürgermeisters
Hornberger, welche die (damaligen) Gemeinderäte einmütig begrüßten, wurden
in Malsch (teilweise) neue Straßen-Bezeichnungen
und Numerierungen eingeführt“. Der Zeit entsprechend wurden die Straßen
meist nach politischen Größen und berühmten Offizieren, aber auch nach
einigen Dichtern und Musikern benannt. Dabei
hatten aber ein paar Straßen das
„Glück“, von einer Umbenennung verschont zu bleiben, wie zum Beispiel die
Römerstraße. Wir
wollen nun beschreiben, welchen Änderungen, oft Vergewaltigungen, die meisten
Straßen in Malsch an diesen beiden denkwürdigen Daten unterworfen wurden. Bei
der nun folgenden Beschreibung nennen
wir an erster Stelle , soweit möglich , die alten „historischen“
Benennungen, wie zum Beispiel d’Huddlgass , an zweiter Stelle dann die 1931er Namen, dann folgen die fast durchweg „politischen“
Straßen-Namen von 1936 und zuletzt die heute gültigen Namen der Ortsstraßen,
in dieser Betrachtung natürlich nur die vom alten Ortskern. Da
Malsch von alters her mitten in der Vorbergzone lag, ging es bei uns schon immer
recht buckelig zu. Und deshalb wenden wir uns zunächst den Wegen über diese
Malscher Buckel, bei uns B
i g g l genannt, zu. D
ä S o u b u g g l Manche
Befragte vermuteten, dass diese Bezeichnung irgend etwas mit dem Souhirt
aus früherer Zeit zu tun haben könnte. Doch versicherten mir letzendlich
einige Malscher „Urgesteine“ übereinstimmend und glaubhaft, dass dieser kräftige
Ausdruck ganz einfach daher kommt, weil der Weg über diesen Buckel vor allem für
Fuhrwerke sau-mäßig steil war
(und noch ist ! ) . 1931 : Schützenstraße ( von der Waldprechtsstraße über die
„Stäffele“ bis zur Muggensturmer Straße ; 1936
: Lorettostraße ; 1945
: wieder Schützenstraße. D ä K i e r o i
b u g g l Der
alte Name für dieses kurze Wegstück ab der ehemaligen Totenbrücke bis zum
Gasthaus Lamm soll darauf zurückzuführen sein, so meinen alte Malscher, dass
sich um die nahe Kirche herum der Friedhof befand, auf welchem die Verstorbenen
in einem Sarg aus Kiefernholz, bei uns früher Kieholz genannt, bestattet
wurden. In diesem Zusammenhang fällt mir jetzt spontan eine dazu passende
Redensart meines Großvaters Schindler Seppl ein, wie er oft in seinen alten und
kranken Tagen sagte : Jetz
gehts ball dä Kieholzbuggl nuff ! 1931 : Teil der Friedhofstraße
; 1936
: Richthofenstraße ( von Gasthaus Lamm bis Bildstöckle); 1945
: wieder Friedhofstraße . D ä L e e
r b u g g l kam
daher, dass dieser Weg zum Gewann
Leer führte. Eine andere
Deutung konnten wir nicht finden. 1931 : Leerstraße ; 1936
: S a a r s t r a ß e ; 1945
: wieder Leerstraße . D
ä K r o n ä
b u g g l führte
vom Gasthaus Krone über den dahinter beginnenden Buckel bis zur späteren
Friedrichstraße.
(3) 1931: Kronenstraße ; 1936
: Goethestraße ; 1945 : wieder
Kronenstraße.
Der
Name „Goethestraße“ wurde dann erst viel später wieder einer neuen Straße
draußen im Hänfig „verliehen“. D
ä S c h w o n ä
b u g g l führte
vom Gasthaus Schwanen ebenfalls über den dahinter liegenden Buckel bis zur
Friedrichstraße. Er
erhielt zusammen mit dem ebenen Teilstück davor seit 1931 über 1936 bis heute den Namen Kreuzstraße. D
ä S c h p i d a l b u g g l war
das buckelige Teistück der Straße zum Ortsausgang Richtung Muggensturm. An ihm
lag bis in unsere Zeit hinein das
Malscher Spital, in den letzten Jahren seiner Existenz auch Geburtshaus für
viele junge Malscher. Spätere
Namensgebungen erhielt dieser Buckel dann zusammen mit der an ihm vorbeiführenden
Straße : 1931
: Muggensturmer Straße ; 1936 : Otto
Weddigenstraße ; 1945 : wieder
Muggensturmer Straße. Unsere alten M a l s c h e r G a s s e n Fangen
wir, von Westen kommend, mit der ersten größeren Gasse an ,
mit der W
e i d g a s s . Sie
ist vermutlich die jüngste der Altmalscher Gassen, entstand also erst in einer
Zeit, wo Malsch sich nach allen Richtungen auszudehnen begann. Daher wurde sie
sicher auch breiter, also weiter
angelegt als ihre älteren „Geschwister“. Und so wurde sie
schon früher W e i t e G a s
s e , in Mundart d’Weidgass genannt. 1931 : Weitstraße ; 1936
: Wilhelm Gustloffstraße ; 1945 :
Weite Straße . d’ O m b o r d s g a s s gehört
zu den ältesten Malscher Gassen. Sie hat diesen Namen laut
Lore Ernst daher erhalten, weil der in der Adlerstraße tätige Schmied
Georg Ambach in diesem Viertel
mehrere Grundstücke besessen hat, und da hinein nach und nach einige Häuser,
vor allem von seinen Nachkommen, gebaut wurden . (Einer davon war der Schäfer
Johannes Hirth, weshalb dieses Areal heute manchmal auch noch „Hirthenhof“
genannt wird). Im
Volksmund wurde im Laufe der Zeit aus A
m b a c h dann
A m b e r t und aus der
Gasse dorthin dann d’
Ombordsgass. 1931 : Fasanenstraße ; 1936
: Bismarckstraße ; 1945
: wieder Fasanenstraße . d’
S t e r n ä g a s s erhielt
ihren Namen (ähnlich wie einige
andere Gassen) vom Gasthaus Sternen, woraus man schließen kann, wie wichtig
schon früher für die Malscher die Wirtschaften waren ! Zusammen
mit dem Schwonäbuggl hieß
sie über die Zeiten hinweg, also von
1931 bis heute, immer Kreuzstraße. s’
O c h s ä g ä s s l
(4) existiert
heute nicht mehr, war früher aber (bis etwa 1950) ein gern benutzter Fußweg
von der Hauptstraße zum
Gasthaus Ochsen, der heutigen Volksbank. d’
E r n g a s s könnte
doch diesen Namen von E
r n = E r n t e ableiten. So dachte ich, und so dachten auch viele
der befragten Gassenbewohner. Aber
w a r u m konnte mir niemand
sagen ! Dann aber brachte mich der 90 jährige Malscher Hubert Kühn doch noch
auf die richtige Spur : Seine Eltern hatten da oben einen „guten“ Acker,
viel ertragreicher als die Sandäcker auf der Hardt !
Und deshalb wurde früher auf dem Gelände hinter der Erngass
bevorzugt Getreide aller Art, meist Weizen und Roggen, angebaut. Und weil die
Gasse dahin der einzige Zugangsweg für Fuhrwerke war, erhielt sie im Volksmund
den oben genannten, aber auch treffenden Namen (mit Betonung auf
Gáss !). 1931 : Blumenstraße ; 1936
: Tannenbergstraße ; 1945 : wieder Blumenstraße, d’
K e s s l g a s s dagegen
bereitete bei der Deutung des Namens überhaupt keine Schwierigkeiten. Diese
Gasse liegt wie in einem Kessel zwischen zwei Hügeln unserer Vorbergzone. Und
daher erhielt sie auch seit altersher diesen ihren Namen. 1931 : Kesselstraße ; 1936
: Langemarckstraße ; 1945
: wieder Kesselstraße. d’
H u d d l g a s s ließ
mich auch eine Weile zappeln! Doch da half mir eine 90 jährige Malscherin,
Veronika Doll, weiter : „Für diesen Namen gibt es zwei Gründe !“, sagte
sie. „Zum einen waren früher die Grundstücke da oben nicht ordentlich
eingeteilt, also arg vorhuddlt . Zum andern aber hat es in dieser Gegend auch oft
gehext, gesponnen ! Und wo gesponnen wird, da gibt es doch auch Schpinnähuddlä
! Daher also hat unsere Gasse
diesen seltsamen Namen ! “ 1931 : Teil der Rosenstraße ;
1936 bis heute :
Hebelstraße . So
viel zu den bekanntesten Gassen in Alt-Malsch ! Wissen
Sie noch einige andere ? Sagen Sie
es uns. Wir werden dann ihrer Geschichte und ihren besonderen altmalscher
Namensgebungenen gerne auf den Grund gehen. Abschließend
wollen wir dann auch
noch betrachten, welchen Irrsinn viele der übrigen Malscher Straßen,
insbesondere anlässlich der Aktion 1936 ertragen mussten ! Malscher S t r a ß e n
Fangen
wir , wieder von Westen her kommend, am Ortseingang an. Der
frühere Biedinger (Bietigheimer) Weg
erhielt 1936 den offiziellen Namen Zeppelinstraße
und wurde einige Zeit nach 1945 in Benzstraße
umbenannt. Die
heutige Bahnhofstraße hieß auch
schon vor 1931 Am Fischweier, wurde
aber ab 1936 zur
(5) Hermann Göringstraße, wobei die rechts abgehende kleine Seitenstraße den
Namen „Am Fischweier“
aber behalten durfte! Nach dem Krieg wurde sie dann wieder in Bahnhofstraße
umbenannt. Die
heutige Hauptstraße
erlebte im Laufe der Zeit auch
einiges an Änderungen ! Sie
hieß ja schon früher ab Bahnübergang bis Ortsausgang Richtung Freiolsheim
Hauptstraße, wobei das Teilstück von Linde bis Adlerbrücke im Volksmund aber
trotzdem „Bohofstroß
genannt wurde. 1936 wurde diese West-Ost-Verbindungsstraße in ihrer ganzen Länge
in Adolf Hitlerstraße umbenannt.
Nach Kriegsende erhielt sie dann wieder ihren ursprünglichen Namen Hauptstraße.
1967 wurde dann im Zuge der Partnerschaft mit Sézanne das Teilstück
Linde-Adlerbrücke in Sézanner Straße umbenannt.
Dadurch begann dann die Hauptstraße erst ab der früheren Adlerbrücke. Und
dadurch erhielten die Häuser in der Hauptstraße halt drei Mal verschiedene
Hausnummern. So hatte zum Beispiel unser Elternhaus gegenüber der Eintrachtbrücke
bis 1936 die Hausnummer 214, danach dann 157, und seit 1967 die Nr. 53 !
Ganz
so kompliziert erging es den noch
folgenden Beispielen an Straßennamen-Änderungen in Malsch aber doch nicht.
Hier nun in aller Kürze deren Namens-Schicksale : 1931 bzw. nach 1945
1936 bis
1945 N e u d o r f s t r a ß e
H i n d e n b u r g s t r a ß e
A d l e r s t r a ß e
M a c k e n s e n s t r a ß e Verl. W e i t e s t r a ß e
Dr. J o s e f G ö b b e l s
s t r a ß e A m t f e l d s t r a ß e
A l b e r t L e o S c h l a
g e t e r s t r a ß e S
u l z b a c h e r S t r a ß e
H o r s t W e s s e l s t r
a ß e S
t u r m s t r a ß e
L i t z m a n n s t r a ß e N ä c h s t e n b a c h s t r a ß e
R o b e r t W a g n e r s t
r a ß e W a l d s t r a ß e
R u d o l f H e ß s t r a
ß e F r i e d h o f s t r a ß e
R i c h t h o f e n s t r a ß e M u g g e n s t u r m e r S t r
a ß e
O t t o W e d d i g e n s t
r a ß e R o s e n s t r a ß e
H e r b e r t N o r k u s s
t r a ß e E
i n e r ü h m l i c h e
A u s n a h m e aber darf nicht unerwähnt bleiben : Unsere
heutige R i c h a r d - W a g n e r
- S t r a ß e . Früher
wurde dieser Weg , zumindest ab der Muggensturmer Straße, nur
d’
H o h l genannt . Ab 1931
wurde sie dann amtlich Luisenstraße
, um 1936
letztendlich ihren heute noch
gültigen Namen Richard- Wagner-Straße zu
erhalten. Einige
der weiteren „politischen“ Namensverleihungen ab 1936 haben wir ja schon
beim Beschreiben unserer alten Malscher Biggl und
Gassä
kennengelernt, so zum Beispiel die Wilhelm Gustloffstraße ,
Bismarckstraße , Tannenbergstraße , Langemarckstraße und Lorettostraße.
Dass
bei diesem Straßentheater damals aber auch einige große Dichter und Musiker zu
Ehren kamen, wollen wir auch nicht vergessen !
(6) Doch
die ganz alten
Straßennamen leben immer noch ! Wenn
(auch heute noch) ein Fremder zum
Beispiel sich nach dem Weg zur
Fasanenstraße , Schützenstraße oder Hebelstraße erkundigt, dann stößt
er oft auf (erstaunliches) Nachdenken, manchmal sogar auf Unwissen. Hätte er
doch gleich nach der Ombordsgass
, dem Soubuggl
oder der Huddlgass gefragt ! Da hätte
er, zumindest von älteren Malschern, bestimmt, ohne jedes Zögern, gleich die
richtige Antwort bekommen ! Tradition bedeutet
ganz allgemein nicht nur Ü b e r g
e b e n , sondern vor allem E r h a
l t e n und
B e w a h r e n von
wertvollem A l t e n ! So
hoffen nun auch wir, dass es uns gelungen ist, mit diesem Beitrag wenigstens ein
Stück Alte Malscher Tradition erhalten und weitergegeben zu haben. Im
Bericht über dieses Thema
haben wir nun ausführlich, so meinen wir, über spezielle Malscher „alte“
Namen für unsere Bückel, Gassen und Straßen informiert. Dabei
ist sicher auch aufgefallen, dass einige Straßen ihre Namen gleichsam wie Wegweiser
zu den umliegenden Ortschaften erhalten haben, so zum Beispiel die Sulzbacher Straße, die Muggensturmer
Straße und die Freiolsheimer Straße. Ganz
ähnliche Funktion erhielten aber schon seit alters her auch einige Wege durch
unsere Malscher Felder. Und darüber wollen wir jetzt noch ein bisschen
nachdenken. Fangen
wir beim Bahnübergang an ! Dort
begann beim früheren Gaswerk ein breiter Feldweg in Richtung Bietigheim.
Also erhielt er auch den Namen Bietigheimer
Weg , in unserer Mundart Biedingor Weg genannt, und dies einfach deshalb,
weil er der kürzeste Verbindungsweg nach Biedingä
, manchmal auch Biedjä
genannt, war. Aus
demselben Grund erhielt der Weg Richtung Durmersheim halt auch den Namen Durmorschor
Weg. Ganz
ähnlich erging es einigen weiteren Feldwegen in nordwestlicher Richtung : der
eine Richtung Mörsch war dä
Merschor Weg , und der Richtung Daxlanden sinngemäß
dä Daxlännor
Weg . Solche
mundartlichen Wege-Namen wurden auch oft auf die an ihnen liegenden Äcker übertragen.
So denkt mir noch ganz gut, dass unsere Eltern da draußen auf der Hardt vor der
letzten großen „Flurbereinigung“ auch einen Acker hatten. Und der hieß bei
uns einfach nur dä
Daxlännor Weg. Über
Sinn und Bedeutung der vielen Malscher Flurnamen kann man ja in
Lore E r n s t ‘s Buch
„ Die Geschichte des Dorfes Malsch “
(ab Seite 529) nachlesen . Im
folgenden Beitrag wollen wir dann die mundartlichen Namen der unseren Heimatort
Malsch umgebenden Ortschaften etwas näher betrachten . Zwischendurch
aber noch eine Bitte : Gell
, beim Lesä immor drodänggä
:
(7) e
klingt wie ein helles, „normales ä“
(z. B. E r n
= Ernte) ä
klingt wie ein etwas „zusammengedrücktes ä“
(z. B. hä-ä
= nein) o
klingt
wie ein etwas „zusammengedrücktes
o“ (z. B. o joh ? =
ach ja ?) Einverstanden
? Danke ! (Mor mus halt
schu wellä . Unn mir wunn doch! Oddor nedd ?) |