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26.   Rund um die  M a l s c h e r   U h r z e i t e n

 

Bei uns in Malsch haben wir entsprechend dem Zifferblatt von Zeiger-Uhren nur  12  „Stunden“,  die von Mitternacht bis Mittag , und dann noch einmal dieselben , nämlich die von Mittag bis Mitternacht.

Halwor Sechse  zum Beispiel kann dann sowohl  5.30 Uhr als auch 17.30 Uhr bedeuten.

Überhaupt lieben wir  allgemeine, nicht besonders präzise Zeit-Angaben wie  s’isch glei oins , oder s’werd glei zwai sei oder verdl drei oder halwor viere oder dreiverdl fimfe oder kurz vor dä sechse  oder kurz noch dä siwwene oder kumm achde vorbei oder so ämmä neine romm oder geggä zehne  oder (in früheren Zeiten!)  s’läid schu elfe  oder  s’hadd grad zwelfe gliddä .

Noch etwas allgemeiner, großzügiger, sagen wir morgens oft  s’isch schu widdor Zeid zum Uffschdeh,  mittags s’isch ball Middag,   abends  jetz isch Feiorowäd  und zur Nacht dann ...Zeid zum Schlofägeh .

Die Ziffern  u n s e r e r  Uhren heißen also  oins ,  zwai ,  drei ,  viere ,  fimfe ,  sechse ,  siwwene , achde , neine ,  zehne ,  elfe  und  zwelfe.

Da in früheren Zeiten ja kein Mensch während der Feldarbeit eine Uhr bei sich hatte, wussten sich unsere Vorfahren halt auf eine andere Art  zu helfen : Sie ließen ganz einfach die Glocken unserer Kirche zu bestimmten, wichtigen Tageszeiten ertönen , so zum Beispiel in aller Frühe, meist um sechs Uhr, das sogenannte  Beddloggläidä. Gegen Mittag, wenn es also vor allem für Bauersfrauen höchste Zeit war, heimzugehen, um das Mittagessen fertig zu kochen, s’Elfeläidä, um 12 Uhr dann  s’Zwelfeläidä,  aber mit der etwas tiefer klingenden Glocke, so als ob sie sagen wollte : Jetzt ist Zeit zum Mittagessen, aber auch zum Beten des Engl des Herrn . Nachmittags um 16 Uhr  erklang noch einmal die kleinste Glocke, d’Viereglogg, um zu künden, es sei jetzt Zeit, draußen aufzuhören .  Denn daheim gab es ja noch genügend Arbeit im Stall und auch im Haus, bevor man sich dann endlich zum Abendessen oder zum Vesper in der Küche versammeln konnte. Wenn dann nach getaner Arbeit zu etwas später Stunde, meist gegen 20 Uhr, zwei Glocken, zuerst die zweitkleinste, danach dann noch die kleinste (s’Dodägleggl) noch einmal erklangen, war das nicht nur eine Aufforderung zum  (gemeinsamen)  Beten des „Engel des Herrn“, sondern oft auch Zeit zum Schlafengehen, vor allem für die Kinder. Dieses Läuten nannten die Menschen wieder s’Beddloggläidä. 

Das Läuten um 11 bzw. 16 Uhr war allerdings in der Winterszeit nicht üblich, weil es da ja auch nicht so notwendig  war.  Warum, kann man ja sicher gut verstehen.

So also war das früher bei uns in Malsch. Uns Älteren denkt das noch sehr gut ! Wir haben aber auch noch ein paar andere Erinnerungen aus dieser Zeit, die sich auch um unsere Glocken und um „Ereignisse “ um sie herum ereignet haben. Viele von uns waren ja  Messdiener  (Messbuwä) und hatten  schon deshalb auch „handgreiflich“  viel mit Glocken zu tun.

Darüber haben wir ja schon im letzten Beitrag ein bisschen geplaudert. Vielleicht erzählen wir später einmal noch Einiges mehr aus diesen Erinnerungen .