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Die Heimatfreunde wandern mit dem Schwarzwaldverein

Herbstwald und Grafenburg 

Am 9. November fand bei strahlendem Sonnenschein, die Sonntagswanderung des Schwarzwaldvereines, Ortsgruppe Malsch statt an welcher sich auch erfreulich viele Mitglieder der Heimatfreunde beteiligten.

Pünktlich um 13:00 Uhr machte sich ein halbes Hundert Wanderer unter Führung von Förster Eberhard Stoffel auf den Weg. Zuerst folgte man dem „Pfad“, welcher seit alters her die beiden Dörfer Malsch und Völkersbach verbindet.

Oberhalb der Denningerswiesen wurde der Weg verlassen und man strebte  gegen die Wulzenbach. Dort wurden die Teilnehmer von H. Stoffel u.a. auf die Problematik eines fehlenden Waldsaumes hingewiesen der schon vor Jahrzehnten den kaufmännischen Überlegungen weichen mußte und auch gegenwärtig nur schwer wiederherzustellen ist. Der Anblick des in der Sonne leuchtenden herbstlichen Waldes berührte wohl jeden Teilnehmer.

  In der Wulzenbach; Erklärungen vom Förster zum herbstlichen Wald. 

Man wanderte weiter bis zum Kaufmannsbrunnenweg, dort konnte man sehr schön an Hand der unterschiedlich fortgeschrittenen Blattfärbung die Baumart bestimmen. Über die vom Schwarzwaldverein unter Leitung von Kurt Fischer verfertigte Holzbrücke am Tannelgraben ging es dann zum Wasserreservoir am Bergwald und weiter in die Abteilung Spielfinken zu einem Gebiet mit altem Kernholz.

Wie beim Wasserwerk konnte man auch hier von Förster Stoffel viel Interessantes über das Alter und die Nutzung der verschiedenen Baumsorten erfahren und zahlreiche Fragen konnten beantwortet werden.

Pünktlich um 15:00 Uhr trafen die Wanderer am Parkplatz des Freibades ein wo sie von einer weiteren Gruppe schon erwartet wurden.

Hier übergab Eberhard Stoffel die weitere Führung an unser Mitglied Gerhard Bullinger der nun vom naturkundlichen zum heimatgeschichtlichen Teil der Wanderung überleitete.

Zuerst führte uns der steile „alte Schloßweg“ aufwärts der Burg Waldenfels zu, dabei wurden uns gleich die möglichen Zugangswege zur Burg erläutert.

Überrascht waren die Teilnehmer als sie erfuhren, daß der Weg sie mitten durch einen jetzt noch erkennbaren Teich, den sogenannten „Schloßbrunnen“  führt, in dem sie sich gerade befanden. An den Burgwiesen vorbei, zwischenzeitlich hatten sich noch weitere Spaziergänger der Gruppe angeschlossen, näherte man sich der Burganlage.

Gerhard Bullinger führte nun die Teilnehmer in die Welt des Hochmittelalters, in jene Jahre um 1100, als unser Dorf Malsch zum Herrschaftssitz des Ufgaugrafen Reginbodo wurde und eine bedeutende Rolle in der Region spielte.

Man erfuhr etwas vom Investiturstreit, jenem unseligen Zwist zwischen Papst und deutschem Kaiser der unser Land entzweite und in den auch jener Graf von Malsch verwickelt war.

Man lernte Interessantes und für viele Teilnehmer Neues über die Gründe, die zum Bau der Burg geführt haben sowie ihre Funktion als Basis zur Kolonisierung der bewaldeten Hochflächen.

Danach wurde die eigentliche Burg betreten. Für die auf mittlerweile ca. 80 Personen angewachsene Wandergruppe wurde es fast ein wenig eng auf dem Burghügel aber letztendlich hatte jeder einen Platz gefunden und konnte hören wie die Burg vermutlich ausgesehen hat, wie Abenteurer und Schatzgräber hier vergeblich ihr Glück versucht haben und auch vom weißen Reiter, der in mondhellen Nächten auf seinem Pferd zu den Burgwiesen reitet und auf sein Dorf Malsch hinabblickt, wurde berichtet.

 

  Auf dem Burghügel; Gespannte Aufmerksamkeit.

Sehr groß war auch das Interesse an der Sage vom letzten Ritter der Burg Waldenfels mit Namen Beringer und dessen schönen Tochter Rosowina sowie deren tragische Verbindung zu einem Ebersteiner. Nun, vielleicht wird diese Sage auch bald wieder in den Malscher Schulen gelesen werden.

Mit einem Dank an den Schwarzwaldverein und Wanderführer Stoffel, den erfreulich vielen und sehr interessierten Teilnehmern und an das schöne Wetter beschloß Gerhard Bullinger seine Ausführungen. Er hat sich erneut als Kenner der Burg und seiner Geschichte erwiesen.

Viele der Teilnehmer äußerten den Wunsch, das Gehörte in schriftlicher Form nachlesen zu können. Eine Dokumentation zum Thema Burg Waldenfels ist in Vorbereitung; man darf darauf gespannt sein.

Im prima geführten Vereinsheim des Schwarzwaldvereines konnte man sich bei Speis und Trank wieder stärken und jeder ging mit dem Gefühl nach Hause, einen schönen und lohnenden Nachmittag im Malscher Wald verbracht zu haben.

Eugen Heinzler