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Wegkreuz oder Sühnekreuz? 

Bei unseren Nachforschungen etwas über die Geschichte und den Werdegang der Malscher Feldkreuze in Erfahrung zu bringen sind wir auch auf eine alte Flurkarte aus dem 19. Jhdt. gestoßen und tatsächlich sind auf diesem Dokument eine Anzahl Wegkreuze  vermerkt und erfaßt worden. 

Eines davon hat unsere ganz besondere Aufmerksamkeit erregt. An der Einmündung des Bietigheimer Weges in die alte Verbindungsstraße Neumalsch – Muggensturm       (heute L 567) ist auf dieser historischen Karte ein Kreuz eingezeichnet was durchaus der Gewohnheit entsprach, Feldkreuze an viel begangenen und häufig befahrenen Wegen zu errichten.

 

Soweit so gut.  Doch handelt es sich bei dem in der Karte eingetragenem Kreuz wirklich, wie von uns zuerst vermutet um das Feldkreuz von 1716 welches vor einigen Wochen wieder aufgestellt worden ist?

Tatsächlich sind Zweifel angebracht, nicht weil der gegenwärtige Standort nicht mit dem auf der Flurkarte eingetragenen Platz übereinstimmt; das wäre u.a. mit dem Bau der Autobahn bzw. der Überführung glaubhaft zu erklären.

Oder aber handelt es sich bei dem Kreuz auf der Karte möglicherweise um das alte Ziegelhofer Sühnekreuz,  von dem uns der verdienstvolle Heimatforscher Otto August Müller aus Bühl vor mehr als 70 Jahren schon berichtet hat?

Danach befand sich auf dem altem Kulturland des zur Grundherrschaft der Zisterzienserabtei Herrenalb gehörenden Weilers „Cyegelhouen“ der Ziegelhofbrunnen. Schnitter hätten an einem heißen Sommertag daraus getrunken und sind an dem Trunk gestorben. Ihnen zum Gedächtnis sei dann dieses „Sühnekreuz“ erstellt worden.

Das stark verwitterte, nur etwa 80 cm aus dem Erdreich schauende Kreuz ist leider nach dem Jahre 1965 verschwunden. Geblieben ist eine undeutliche Fotografie aus den dreißiger Jahren und die Erkenntnis, dass damit wohl ein weiteres Kulturmal unserer Vorfahren verloren gegangen ist.