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5.) Unsere Malscher SpracheMalscher Sondervokale

  

Nach den vorausgegangenen allgemeinen Bemerkungen über unser Thema „Sprache“ wollen wir uns nunmehr dem „Schreiben“ unserer Sprache, also der speziellen Malscher Lautschrift, zuwenden.

Zuvor jedoch noch einige Anmerkungen: Da im Folgenden die Begriffe Hochdeutsch und Mundart immer wieder vorkommen, verwenden wir dafür Abkürzungen: HD = Hochdeutsch und MA = Mundart. Mundart-Buchstaben (bzw. Wörter) werden zur Unterscheidung von HD in Kursivschrift geschrieben.

Keine Lautschrift kann eine Sprache 100%ig richtig darstellen. Also werden auch wir, bei aller Liebe zur Korrektheit, um Kompromisse hie und da nicht herumkommen. So wie ein Erstklässler auch ganz langsam lesen „lernen“ muss, wird es sicher auch vielen von uns jetzt ergehen. Dies setzt besonders aber unseren Willen, unser Wollen voraus. Und dazu ist halt eine gewisse Freude, ja Begeisterung für unsere Malscher Sprache notwendig. In einem ersten Schritt wollen wir uns nun den Vokalen des Alphabets zuwenden.

HD kennt nur die fünf Vokale a, e, i, o und u.  Diese gibt es in unserer MA aber auch, wie folgende Beispiele zeigen:

HD      MA- Wortbeispiele

a          ab.  Hals. kalt. warm, Salat, Mama, Malsch, ach wass!

e          Else, See, Tee, Meer, jetz, nedd, Kette, Bett

i           ich, bin, im, Himml, Schimml, mir, sinn

o          ob, grob, Lottl, Droddl, Hof, Dor, Moor

u          uns, sunschd, Durschd, Wurschd, Buggl

Mustersatzbeispiel mit diesen fünf  Normal-Vokalen in MA:

Ab un zu siehsch in Malsch sogar noch Reh!

Neben diesen Normal-Vokalen gibt es in unserer MALSCHER SPRACHE aber noch ganz wichtige Sondervokale, die dadurch gekennzeichnet werden, dass sie lediglich unterstrichen sind,  nämlich  das  e,   das  o   und  das  ä .

e          klingt im Gegensatz zum hellen Normal-e wie ein reines ä.

            Beispiele: Er, der, wer, gern, Kerl, Perl, schlecht, leer

           

o          klingt wie ein etwas zusammengedrücktes Normal-o.

            Beispiele: Ojoh!, jonedd!, do, ofongs, Orgl, Monn, Pfonn,

            onnorschd, vordrickt,, mor (mir), dor (dir), dono (dahin)          

           o   kann also von ganz verschiedenen Normal-Vokalen herrühren,

         z. B. von a: ofongs (anfangs), von e: vorliebt (verliebt), von i:

         mor (mir), von  o : Orgl

 

ä       klingt wie ein etwas „zusammengedrücktes“  Normal-ä ;

            Beispiele:  ä-hä (ja),   hä-ä (nein),   ä-Männl,  Grumbierä,   ämä schänä Dag     (eines schönen Tages),   glaubschäs? (glaubst du es?) ,

         aber auch Endungen von fast allen Zeitwörtern z. B.:

           därfä (dürfen),    lachä (lachen),   sollä (sollen),  wellä (wollen) .

  

Von dieser  „Zeitwort-Regel“  gibt es nur ganz wenige Ausnahmen, z. B.:

HD:  tun – MA:  du;    HD:  haben – MA :  ho;    HD:  sein – MA : sei.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, mir bis hierher gefolgt sind, dann darf ich annehmen, dass Sie sich für unsere Malscher Sprache auch interessieren, ja diese aufschreibens- und erhaltenswert finden.

An zwei Beispielen will ich nun noch zeigen, dass man lobenswerter Weise auch in der Vergangenheit schon oft Malscher Mundart schrieb und bis heute auch noch schreibt:

 

1. Beispiel:        Straßenschild an der Kreuzstraße (beim „Kaiser“) :

                        Schwonebuckel.

                       Wir würden aber schreiben :

                     Schwonäbuckl .

 

2. Beispiel:  Aus dem Deckblatt der „Pflugschar“ :

                     Mir sin halt Mälscher Narre

                     und hän halt unsern Sparre ...

                    

                    Wir würden aber schreiben:

                     Mir sinn halt Mälschor Narrä

                    unn hänn halt unsorn Schparrä ...

                 

 In Kapitel 6 werden wir uns nun um die Malscher Doppelvokale kümmern.