Startseite

Neues auf unserer Webseite

Historische Ansichten
Kleindenkmale / Wegkreuze
Heimat- und Zeitgeschichte
Malscher Mundart
Ehrenbürger
Jüdisches Leben
Stolpersteine
Bücher
Termine / Veranstaltungen
Verwaltung
Gästebuch
Links
Impressum
Weitere Arbeitskreise:
     Heimatmuseum / Archivwesen
     Tier- und Pflanzenwelt
     Ahnen- und Familienforschung

 

2.) Unsere Malscher Sprache – Schriftarten

 

Seit es Menschen gibt auf dieser Erde, sprechen sie miteinander.  „Sprache“  ist so alt wie die Menschheit. Das Gesprochene aber anderen, nicht unmittelbar Angesprochenen, auch mitteilen zu können, dazu bedarf es einer Schrift.

So finden wir bei allen Völkern seit frühester Zeit schon eine ihrer Kultur entsprechende Schrift, z. B. die Bilderschrift der Ägypter, die Symbolschrift der Chinesen, die Runenschrift der Germanen, die Buchstabenschrift der Griechen und Römer.

In unserem mitteleuropäischen Raum waren es bis ins späte Mittelalter hinein die Klöster, in denen Mönche in mühseliger Kleinarbeit Bücher geschrieben, mehr aber noch abgeschrieben, also vervielfältigt haben, meist in Latein, der damals üblichen Gelehrtensprache. Aus dieser Zeit gibt es aber auch „deutsche“ Zeugnisse, denken wir nur an das Nibelungenlied eines bis heute anonymen Dichters und an die vielen Minnesänger des Mittelalters.

Da das gewöhnliche Volk damals nicht lesen konnte, ist es durchaus verständlich, dass sich die Bildersprache bis weit in die Neuzeit hinein erhalten konnte, vor allem wenn es darum ging, im christlichen Abendland den Menschen die Inhalte des biblischen Geschehens nahe zu bringen und verständlich zu machen.

Im 15. und 16. Jahrhundert geschahen dann zwei revolutionäre Ereignisse:

Johannes Gutenberg erfand den Buchdruck, und Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche. Zwei elementare Grundvoraussetzungen für das Entstehen einer allgemeinen deutschen Schriftsprache! Bei aller Hochachtung vor der enormen Bedeutung von Luthers Bibelübersetzung dürfen, ja müssen wir bei unserer Betrachtung jedoch ganz besonders hervorheben, dass Luther letztendlich dabei eine für alle Menschen des deutschen Sprachraumes verständliche Sprache gefunden hat. Dabei war  d i e  e i n e deutsche Sprache entstanden! Und diese Sprache hat sich bis heute im Wesentlichen erhalten, trotz aller zeitlichen Wandlungen und Strömungen und den dadurch bedingten ständigen Veränderungen.

Wenn wir hier von Schriftsprache reden, dann meinen wir die Sprache, die nicht nur alle Deutschen, sondern auch Österreicher, Schweizer und sogar Elsässer lesen und verstehen können, wenn vor allem die Letzteren mit dem Sprechen schon einige Schwierigkeiten haben. Aber sich gegenseitig verständlich machen, das gelingt uns doch allemal.

Müssen wir deshalb also hochdeutsch miteinander reden? Oder anders gefragt: Braucht man zum exakten Sprechen das sogenannte Hochdeutsch? Darüber wollen wir in Kapitel 3: „Unsere Malscher Sprache – Hochdeutsch/Schriftdeutsch“ nachdenken.