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 Der Ölberg bei St. Cyriak 

Wer in den vergangenen Tagen die Kirche St. Cyriak besucht hat, dem mag aufgefallen sein, dass der Ölberg, an der Nordseite des Kirchhofes gelegen, wieder frei von wucherndem Efeu und Gestrüpp ist. Drei Wagenladungen Schnittgut sind von Mitgliedern der „Heimatfreunde“ in einer zweitägigen Aktion entfernt und abtransportiert worden.

Es lohnt sich, einen Augenblick vor der Ölberg-Szene zu verweilen und die Komposition auf sich einwirken zu lassen. Vor mehr als 100 Jahren errichtet, eine Tafel an der Rückseite des Berges weist auf das Jahr 1884, ist diese Darstellung ein schönes Zeugnis unverbildeter Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren. 

Übrigens haben Ölberge mit der Darstellung der Gethsemane-Szene eine lange Tradition im Süden Deutschlands, in der Schweiz und in Österreich.

Der bislang älteste bekannte, freistehende Ölberg steht seit 1401 in Konstanz; insgesamt soll es in Süddeutschland weit über 400 Ölberg-Standorte geben.

Die Geschichte und Tradition der Ölberge und ihr Zusammenhang zu meist alten, oft schon lange vergessenen Friedhöfen oder Grablegen ist ebenfalls ein interessantes, bisher kaum erforschtes Feld der Heimatgeschichte.