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Auf
den Spuren der jüdischen Geschichte von Malsch
Malscher
Historischer Bote Nr. 3 "Jüdisches Leben in Malsch"
Sein Interesse an der Erforschung der
Geschichte der jüdischen Mitbürger in Malsch erklärte der Vorsitzende
der Heimatfreunde Malsch, Josef Bechler, mit der Tabuisierung der „jüngeren
Vergangenheit“. Dazu zählte nach Aussage des im Jahr 1944 geborenen
„Nazi-Zeit, Kriegsende, Flüchtlinge und Juden“. Dass diese Themen
damals im Geschichtsunterricht nicht behandelt und bis in die Gegenwart
hinein kaum beachtet wurden, sei für ihn und die Heimatfreunde Anlass
gewesen, sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei der
Vorstellung des 3. Malscher Historischen Boten, dessen erstes Exemplar
jetzt im Rahmen einer Feierstunde im vollbesetzten Sitzungssaal des
Rathauses an Bürgermeister Elmar Himmel übergeben wurde, sagte Bechler,
er habe als Kind nur von einem Viehhändler mi dem Spitznamen
„Katzenbeitel“ gewusst, von der Zerstörung der Synagoge im November
1938 und von der Existenz des Judenbades oberhalb der früheren Wirtschaft
„Ochsen“. Die Arbeiten an der Ausstellung und am Buch in den letzten
Jahren hätten ihm gezeigt, dass sich in der lokalen Geschichte der Juden
in Malsch nahezu vollständig die wechselvolle Geschichte und Tragödie
der Juden im Deutschen Reich widerspiegle. Eine Reihe überraschender
Forschungserfolge hätten nicht nur die hoffentlich zahlreichen Leser,
sondern in hohem Maße auch ihn selbst einen Gewinn aus dem neuen Buch
ziehen lassen.

Josef Bechler übergibt das neue Buch
an Bürgermeister Elmar Himmel
Die Archivalien stammten, so führte
Josef Bechler aus, zumeist aus dem Gemeindearchiv, dem Karlsruher
Generallandesarchiv und dem Stadtarchiv Karlsruhe, vielfach aber auch aus
Privatbesitz. Hier sei in hohem Maße Überzeugungsarbeit zu leisten
gewesen, die Eigentümer zu einer Mitarbeit an dem Geschichtsprojekt zu
bewegen. Das Buch beginnt mit einer Spurensuche der ersten jüdischen
Ansiedlungen in Baden im 17. Jahrhundert. Die Zeit vor 1933 ist ausführlich
beschrieben, ebenso die für die jüdische Bevölkerung so dramatische
Epoche bis zum Zweiten Weltkrieg. Eine Zeittafel im Anhang vermittelt
einen Überblick über die antijüdischen Maßnahmen im Detail. Was das
Werk, das auch eine Fülle sehr persönlicher Geschichten und bisher nie
gezeigter Fotos enthält, besonders wertvoll macht. In vielen persönlichen
Gesprächen und in einer umfassenden Korrespondenz gelang es Josef Bechler,
wichtige Informationen über das jüdische Leben in Malsch u.a. von den
ehemaligen Malschern Louis Maier und Fred Loeb (beide leben heute in den
USA) sowie von Josua Gabel, dem in Israel lebenden Sohn des früheren
Malscher Religionslehrers und Kantors Leo Gabel, zu bekommen.
Bürgermeister Elmar Himmel wies auf
die beispiellose Sammelleidenschaft der Heimatfreunde hin und bedankte
sich bei Josef Bechler und seinen Mitstreitern. Die gut besuchte
Ausstellung „Jüdisches Leben in Malsch“ vom 28. September bis 30.
November im Rathaus, die zahlreichen Begleitveranstaltungen und die mehr
als 40 Führungen hätten nach den vorangegangenen Ausstellungsprojekten
„Die Kriegsjahre und das Kriegsende“ (2006) und Flüchtlinge –
Heimatvertriebene – Neubürger“ (2007) ein weiteres Mal in einem
gelungenen Buch gemündet, das eine Reihe weitergehender Forschungen z.B.
in Form von Diplomarbeiten anregen könne.
Ralph Ganz, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Karlsruhe, die die Herausgabe des
Malscher Historischen Boten finanziell förderte, würdigte das Verdienst
der Herausgeber, sich des wichtigen heimatgeschichtlichen Themas
angenommen und dabei vor allem die wenigen, noch lebenden Zeitzeugen mit
eingebunden zu haben.
Der
3. Malscher Historische Bote unter dem Titel „Jüdisches Leben in Malsch“
(286 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschur, ISBN 3-931001-01-6) ist zum
Preis von 9,80 Euro am Rathaus-Empfang und im Buchhandel erhältlich.
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