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7.) Unsere Malscher Sprache – Malscher Konsonanten

 

In diesem Beitrag wollen wir uns mit unseren Konsonanten, auch Leiselaute genannt, beschäftigen.

Konsonanten sind für eine Sprache so wichtig wie deren Vokale! Sie sind es, die den Vokalen Halt und Stütze geben, so wie ein Skelett einem Körper erst Form und Gestalt und Leben verleiht. Was wäre das Fleisch und Blut unseres Leibes ohne seine Knochen!

Es gibt in der Sprache ein paar wenige Ausnahmen, wo beide Gruppen, Vokale und Konsonanten, für sich allein Sinn geben,  zum Beispiel :  Au!, Ei, Auaa ! – oder brr!, pst!, hm! .

 

Bezüglich unserer Mundart teilen wie die Konsonanten in 2 Gruppen ein:

- die normalen, unproblematischen                   und

- die besonderen, weil in unserer MA in mehrfacher Weise ausgesprochenen Konsonanten.

 

Zur ersten Gruppe zählen: c, d, f, h, j, l, m, n, qu, r, s, v, w, x und das z.

Wortbeispiele:             Cecille, douornd, foul, horch,  jonedd,  long,  Mudor, nochnedd, Quell, ruig, Souweddor, Vaddor, waisch?, nix, zletscht.

                                    (Haben Sie alle verstanden? Prima!!)

 

Zur zweiten Gruppe zählen  b, g, k, p und t .

 

Fangen wir mit  B an.

B als b gesprochen: bleib, ebbor, beddä, Boom, Bomml, Buddor, Bedd.    

B als w gesprochen: lewä, Lewwä, liewor, ewwä, gewwä, glauwä     (und viele andere mehr).

 

Das G nimmt eine ganz besondere Stellung ein, weshalb es erst am Ende dieser Überlegungen besprochen wird.

 

Das K wird manchmal als k, öfters aber als ein weiches g gesprochen.

K als  k  gesprochen : Kiche, Kuchä, Kiwwl, kichorä, Kerch

K als  g  gesprochen : guggä, Guggug, Graddsor, grumm

 

Das weichere G „liegt“ uns Malscher oft eher als das härtere K!

Dasselbe gilt aber sinngemäß auch für die folgenden Buchstaben P und T:

P als p gesprochen: Pudor, Pfonn, Pfunn, Pedor unn Paul

P als b gesprochen: Babier, blumb, butzä, bäbbä, Bubb, Bossä

 

T als t gesprochen: Teddor, Tiddl, Tub, Tunnel

T als d gesprochen: Daig, daub, Dischduch, dräddä, guddä Dag

 

Die Verbindung von S und T, also das St, gibt es aber bei uns so gut wie nicht! Nicht einmal dann, wenn wir uns bemühen, hochdeutsch zu sprechen. „St“ klingt in unserer MA wie Scht, häufiger aber noch wie Schd, wie folgende Wortbeispiele zeigen:

 

schtill, Schtoi, Schtämpl, schtechä, Schteggä beziehungsweise

schdolborä,  erschdor,  schdrubbelig      und viele, viele andere Wörter noch!

 

In fast allen Fällen ist es egal, ob man ein t oder ein d schreibt. Klingen tut es ja gleich !

 Zum Schluss kommen wir noch – wie angekündigt – zum G.

 

In der Regel wird G ja auch als g  gesprochen :

Gegend, glei, gel, gell, gehoim, Geldbeidl, gligglich

 

Manchmal aber klingt das G doch ein bisschen anders, so wie mit einem „J“ vermischt.

Lassen Sie sich mal von einer Alt-Malscherin die folgenden hochdeutschen Wörter in unserer Malscher Mundart l a n g s a m und vor allem l a u t vorsprechen:

sagen, sägen, Segen, liegen, wegen, Regen.

Hören, ja spüren Sie, wie in all diesen Wörtern zusammen mit dem G etwas mitschwingt, so ähnlich wie ein  „J“ ?

Diesen „Mischbuchstaben GJ“ kennt kein schriftliches Alphabet! Also müssen wir für ihn halt etwas „erfinden“, um ihn besonders kenntlich zu machen.

Hierzu schlage ich vor: Wir unterstreichen unser „Misch-G“ genau so, wie wir schon unsere Malscher Sondervokale Ä, E und Ö unterstreichen!

Die oben genannten HD-Musterwörter sehen dann, 

i n  u n s e r e r  M u n d a r t - L a u t s c h r i f t  g e s c h r i e b e n ,   wie  folgt  aus:

s a g ä, s ä g ä, S e g g ä, l i g g ä, w e g g ä, R ä g g ä.

 

Einverstanden? Oder haben Sie eine bessere Idee? Dann sagen Sie es mir bitte! Ich bin für jede Anregung dankbar.

 

Zum Schluss noch ein Mustersatz, in dem alle unsere Malscher Sonderbuchstaben vorkommen:

 Gugg  mol zum Fänschdor nous, dä Himml sieht ous, wie wänns heit Owäd noch räggorä däd.

 Weiter geht’s mit Kapitel 8: „Unsere Malscher Sprache – Doppelkonsonanten“.