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3.) Unsere Malscher Sprache – Hochdeutsch/Schriftdeutsch

 

Brauchen wir also hochdeutsch ? Das war die zuletzt gestellte Frage.

Vorab die Antwort: Ja, obwohl es „hochdeutsch“ aber eigentlich gar nicht gibt.

Ein Widerspruch ?

In der Grundschule (oft schon im Kindergarten) werden unsere Kinder bereits angehalten, gutes Deutsch zu sprechen. Das bedeutet doch, nicht nur die gelesene Schrift, sondern auch das selber gesprochene Wort für andere gut verständlich auszusprechen.

Auf die AUSSPRACHE  kommt es  also dabei besonders an!

Jetzt lassen wir uns in Gedanken mal dasselbe Lesestück, dasselbe Gedicht nacheinander einen Hamburger, einen Berliner, einen Kölner, einen Sachsen, einen Pfälzer, einen Franken, einen Alemannen, einen Schwaben oder gar einen Bayer laut vorlesen: Alle versuchen sie, in gutem Deutsch, also in hochdeutsch  zu sprechen. Aber, aber! Da wird doch trotz allen guten Willens jedes Mal ein etwas anderes „deutsch“ erklingen!

Nur eines ist gemeinsam:  Das geschriebene Wort. 

Das andere, nämlich das, was wir hochdeutsch nennen, ist der (sehr lobenswerte) Versuch, ein in jeder Region, also halt regional beeinflusstes „gutes“  Deutsch für andere verständlich auszusprechen.

Wer schon einmal auf Sylt, in Sachsen oder in Oberbayern in Urlaub war, kann dann sicher das eingangs erwähnte Ja-Aber  verstehen.   J a,  wir brauchen Hochdeutsch, obwohl es dies eigentlich A b e r  gar nicht gibt!

Wenn es noch eines weiteren Beweises für die Richtigkeit dieser eigentlich widersprüchlichen Behauptung bedarf, dann hören wir doch mal bewusst den Reden unserer Politiker zu: Sie wollen von allen Menschen verstanden werden, können aber ihre regionale Herkunft, also z. B. ob Schwabe oder Sachse, mit dem „besten Willen“ nicht verleugnen. Eine Ausnahme aber gibt es doch: Rundfunk- und Fernsehsprecher, Moderatoren von überregionalen Sendungen, Schauspieler (wobei selbstverständlich „Volksschauspieler“, z. B. vom Ohnsorgtheater,  d’Badisch Bühn, Komödienstadl  u. a., eine Ausnahme bilden!). Diese kleine Gruppe ist halt ganz besonders geschult, gedrillt, ein einwandfreies und überregionales Deutsch zu sprechen. Merkt man z. B. einem Frank Elstner an, dass er ein urwüchsiger Badener ist? Wir wissen aber, dass er seine Heimat und seine Heimatsprache sehr liebt und nicht verleugnet.

Und wir lieben sie doch auch! Darüber, also über unsere Heimatsprache, im Kapitel 4: „Unsere Malscher Sprache – Genügt das Alphabet?“ dann mehr.