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Hier werden Sie über die Tätigkeiten der Abteilung
"Heimat- und Zeitgeschichte" informiert.
Malsch
heute – und wie es früher einmal war Bei Nebel beginnend und bei strahlendem Sonnenschein endend hat am Sonntag, dem 09. Oktober 2005, der Spaziergang durch Malsch von und mit Franz Gräfinger stattgefunden. Das Gründungsmitglied der Heimatfreunde Malsch stellte sich für eine Ortsführung der besonderen Art zur Verfügung. Als vor 80 Jahren in Malsch Geborener konnte er auf eindrucksvolle Weise seine Liebe zu seinem Heimatort beweisen.
Die Führung begann am ehemaligen Teilklotz. An dieser Stelle teilt sich der vom Mahlberg herabkommende Waldprechtsbach in den Federbach sowie den Lindenhardterweg-Bach, aus dem später der Malscher Landgraben wurde. Zu sehen ist hiervon leider nichts mehr, da sich an dieser Stelle die heutige Adlerkreuzung befindet. Der Weg führte dann der Adlerstrasse entlang bis zur Stadtmühle. Zwei uns allen bekannte, neue Häuser, sind die Sparkasse sowie die Volksbank. Dort, wo heute die Sparkasse steht, standen früher 3 Häuser, darunter mit dem Haus Durm der größte Brocken, ein stattliches Fachwerkhaus. Für den Abriss hatte man die mit Backsteinen und auch Riegelgeflecht gefüllten Felder zwischen den Eichenbalken entfernt und wollte das Haus mit einem LKW dann einreisen. Weit gefehlt. Das ganze Haus legte sich als fast unbeschädigtes Balkengerippe auf die Seite. Die Wertarbeit der Zimmerleute vor 200 Jahren hat sich mal wieder bewiesen. An der Stelle der heutigen Volksbank befand sich das „Gasthaus zum Ochsen“, das auch über die dort befindliche Ochsenbrücke zu erreichen war. Diese war mit ihren zwei Rundbögen die schönste aller Malscher Brücken.
Am Platz
vor der Stadtmühle berichtete Herr Gräfinger darüber, dass diese im Jahre
1511 erstmals urkundlich erwähnt wurde und eine sehr wechselvolle Geschichte
hat. Beispielsweise wurde das Mühlrad beim Hochwasser im Mai 1978 komplett
zerstört. Der Betrieb der Stadtmühle wurde erst in den 90er Jahren
eingestellt. Weiter
ging die Führung zur Mausdorn. Diese befindet sich bei der Bäckerei Balzer. An
dieser Stelle war früher ein etwa 3 Meter hoher Wasserfall. Oberhalb davon
wurde aus dem noch offenen Bach das Wasser in den Mühlbach abgeleitet.
Die Führung
endete schließlich bei der ersten Apotheke von Malsch, dem späteren Kaufhaus
Kunz. Von den
vielen früheren Fachwerkhäusern ist heute leider nicht mehr viel zusehen –
die Zeiten ändern sich oder wir passen uns einfach an. Doch das älteste
Malscher Fachwerkhaus, im Jahre 1623 erbaut, steht – Gott sei Dank – auch
heute noch. Zu sehen ist es am Pfarrgässel. Die
Heimatfreunde Malsch danken Franz Gräfinger und natürlich seiner treuen Seele
Bertl nochmals herzlich für die Führung durch Malsch. |