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25.
Noch einmal
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Vom Glockenläuten Die
Resonanz auf den letzen Beitrag über unsere Malscher Glocken in St. Cyriak war
so groß, dass wir uns nachträglich
noch einmal überlegt haben, ob wir auch alles Berichtenswertes über sie
aufgeschrieben und berichtet haben.
Und dabei ist uns aufgefallen, dass wir zwar über das
WARUM und
WANN schon ausführlich
geschrieben , über das WER und
WO aber so gut wie kein Wort
verloren haben . Und dies wollen wir nun in folgendem Beitrag noch nachholen . Zum
Beddlogg
- , Erschdmol - , Elfe - , Zwelfe - , Viereläidä äm Wärdiggs
wie auch zum Glänggä
bei Beerdigungen war ja nur eine Person
erforderlich . Und dies war in aller Regel der Mesner oder seine Frau . Große
Ausnahme : die Ferienzeiten . Denn da halfen wir etwas größeren Messdiener dem
Mesner gern aus, bekamen wir doch von ihm für jeden Läuteeinsatz ein paar
Pfenninge . Und das war viel damals, denn der Mesner verdiente für alle seine
kirchlichen Tätigkeiten monatlich ja selber nur 30 Mark, das weiß ich aus
zuverlässiger Quelle . Und so musste er zumindest vormittags gegen 11 Uhr und
nachmittags gegen 4 Uhr nicht täglich seine Arbeit auf dem Feld unterbrechen,
um pünktlich zum Läuten in der Kirche zu sein ! So halfen wir halt beide
einander aus : wir ihm , und er ein bisschen uns . Beim
Zommäläidä
war dies schon schwieriger . Werktags
wie auch am Sonntag zur Frühmesse und zu Andachten erklangen ja nur zwei
Glocken, waren also auch nur zwei Läutepersonen erforderlich .
Zum Hauptgottesdienst am Sonntag Vormittag
aber , zum
Omd
, wurden drei , an Hochfesten sogar alle vier Glocken geläutet . Und die zwei
großen Glocken benötigten schon zwei Personen zum guten Klingen . Also
brauchte man halt auch eine Menge Leute zum Läuten . Nicht
immer leicht hatte es der Mesner bei
Beerdigungen . Denn diese fanden meist an Werktagen middl unnorm Dag
statt . Woher dann immer bloß die Helfer nehmen ? Zur Totenprozession auf dem
Friedhof wurden , wie schon gesagt, drei Glocken geläutet , also mindestens
drei „Läuter“ benötigt . Aber dazu kam ja noch einer . Denn von einem
Fenster aus in mittlerer Höhe des Kirchturms beobachtete ein „Ausgucker“
das Geschehen auf dem Friedhof . Sobald sich dort dann etwas bewegte, zog er
heftig ein Glockenseil etwas in die Höhe , ein sicheres Zeichen für die da
unten , dass jetzt geläutet werden muss . Es gab halt damals weder
Funk-Sprechgeräte noch Handy’s . Aber zu helfen wussten wir uns auch ohne
solche . Und
nun zur Frage : Wo wurde geläutet ? Ganz
früher , also bis 1935 , endeten die
Glockenseile im Vorraum beim Haupteingang der Kirche. Also wurde auch von ganz
unten aus geläutet . ( Die vier Seil-Löcher
in der gotischen Decke dieser kleinen Halle waren noch bis 1972
zu sehen . ) Und da ging es nicht immer still und andächtig zu , vor
allem , wenn ein Messdiener beim
Abbremsen einer Glocke sich am Seil
zu sehr festhielt und dabei auch mal mit dem Kopf an der Decke anstieß . Da
gabs dann oft ein schadenfrohes „Halloo“
. Nach 1935 ,
also am Ende der uns noch gut denkenden Kirchenrestauration unter Pfarrer Riehle,
wurde ein Stock höher eine eigene Läutestube eingerichtet , so dass ab da das
Läuten nicht mehr unter den Augen der Kirchgänger stattfinden musste .
Und nun, also da oben, ging es fast immer lustig zu . Denn wir Messdiener
waren ja schon immer nicht bloß brav . Die Wartezeit vor dem Zusammenläuten
haben wir uns oft mit S c h i n g g ä b a d d s c h o r l e s
vertrieben , wobei es halt laut zuging . Aber es hörte uns ja niemand .
Sogar der Mesner machte da gern mit ! Nach
dem Läuten gingen wir schnell hinunter in die Sakristei, die einen, um dann am
Altar zu dienen, die anderen hinaus in die vier Messdienerbänke im Chorraum .
Diese waren zu unserer Zeit fast immer voll belegt . ( Ab 1961 brauchten wir
dann infolge „technischen Fortschrittes“ nicht mehr von Hand läuten , was
uns aber gar nicht so sehr gefiel . ) Diese
Epoche fand dann ein jähes Ende anlässlich der totalen Änderung unserer
Kirche von 1972 bis 1974 . Ab da gab
es so vieles nicht mehr, was uns bis dahin so lieb war , also auch, wie schon gesagt, kein Handläuten mehr , auch keinen Hochaltar (, der aber
heute noch im verborgenen existiert,) und auch keine Messdienerbänke mehr .
E i n e p o s i t i v e
Ä n d e r u n g hat aber auch diese Zeit gebracht :
Seit dort dürfen sogar Mädchen, zumindest seit Pfarrer Heizmann (1985)
, den Dienst am Altar verrichten .
Würde es d i e heute noch nicht
geben, wäre unser Pfarrer wahrscheinlich
manchmal allein am
Altar . Und
wie steht es heute ums Läuten ? Alles
elektrisch mit Fernsteuerung von der Sakristei aus . Also ein
Ein-Mann/Frau-Betrieb ? Nicht ganz , denn bei Beerdingungen werden auch heute
noch zwei Personen benötigt. Da nämlich hierbei unsere derzeitige Mesnerin das
Glöckchen der Peterskapelle läutet, muß jemand anders beim Ertönen der
Friedhofsglocke die drei „Beerdigungsglocken“
in der Cyriakkirche „einschalten“
. So
ist manches zwar „einfacher“
geworden, aber dabei ist sicher auch ein Stück „Romantik“ verloren
gegangen. Schade, eigentlich
jammerschade , trotz allem Fortschritt ! |