Die Ehrenbürger von Malsch
Mit dieser Veröffentlichung beginnen die
Heimatfreunde Malsch die acht Ehrenbürger der Gemeinde Malsch
vorzustellen.
Durch eine umfassende Dokumentation wird nun das
Wirken und die Verdienste dieser Bürger von Malsch festgehalten. Wir bedanken uns an
dieser Stelle bei den Nachkommen der Ehrenbürger Schillinger und Essig
für die tatkräftige Mithilfe, beim Pfarramt Malsch und der Gemeindeverwaltung. Selbstverständlich
geht auch unser Dankeschön an
unseren Bürgermeister Herrn Elmar Himmel, der unserer Bitte, den Ehrenbürgern
im Rathaus einen würdevollen Platz zu geben, entsprochen hat. Im 2. OG
des Rathauses ist eine Bildgalerie unserer Ehrenbürger
zu besichtigen.
Seit wann und weshalb erhalten Mitbürger die
Auszeichnung Ehrenbürger?
Das Ehrenbürgerecht ist die höchste von einer Stadt
oder Gemeinde vergebene Auszeichnung für eine Persönlichkeit, die sich
in herausragender Weise um das Wohl der Bürger oder Ansehen der Gemeinde
verdient gemacht hat.
Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts geht ursprünglich
auf die Französische Revolution und ihren Titel „bourgeois honoraire“
zurück. So ist es verständlich, dass in Deutschland diese Auszeichnung
erst ab Anfang des 19. Jahrhunderts vergeben wurde.
Die Heimatfreunde wollen die Ehrenbürger in der
Reihenfolge der Ernennung vorstellen.
1.
Ehrenbürger:
Christoph Josef Schillinger
Christoph Josef Schillinger wurde am 18. Juli 1824 in
Marbach bei Tauberbischofsheim geboren. Er war verheiratet mit Amalia
Schillinger geb. Beck aus Bruchsal. Sein Berufsweg als Lehrer führte ihn
über Bruchsal und Mannheim an die hiesige Johann Peter Hebel Schule. Er
ist in den Archivunterlagen der Gemeinde Malsch im Jahre 1878 als III.
Hauptlehrer erstmals erwähnt. Durch Beschluss des „Großherzoglichen
Oberschulraths“ vom 16.Mai 1878, ist Herr Schillinger die I
.Hauptlehrerstelle an der J.P.Hebel-Schule übertragen worden.
Sein unermüdliches Engagement und das sehr
erfolgreiche Wirken an der
Malscher Schule sind letztendlich auch dem Großherzog in Karlsruhe nicht
unbekannt geblieben.
Am 8.April 1893 wurde Herrn Schillinger vom Großherzog
von Baden die kleine goldene Verdienstmedaille verliehen. Nachstehend
sehen Sie die Verleihungsurkunde:
Da viele Bürger die „Sütterlin“- Schrift
nicht lesen können, hier die Übersetzung:
Seine Königliche
Hoheit
der Großherzog von Baden
haben mittelst höchster Entschließung
vom 8.April 1893 O.K.NR.125 dem
Hauptlehrer Christoph Josef Schillinger
in Malsch
die kleine goldene Verdienst Medaille aller-
gnädigst zu verleihen geruht, und wird
demselben über den rechtmäßigen Besitz
dieser Auszeichnung die gegenwärtige
Urkunde ausgestellt und ein Exemplar
den Statuten angeschlossen.
Karlsruhe, den 8ten April 1893
Großherzoglich Badische Ordenskanzlei
Arnsberger
Am 14. März 1899 wurde Herrn Schillinger nach
Beschluss des Gemeinderates das Ehrenbürgerrecht verliehen. Dadurch
erfuhr der hochgeschätzte Pädagoge und geachtete Bürger von Malsch zum
Abschluss seines arbeitsreichen Berufslebens auch die Anerkennung
an seiner langjährigen Wirkungsstätte. Am 5.
November 1902 verstarb die Ehefrau Amalia. in Malsch. Am 17. Februar 1908
verstarb Herr Christoph Josef Schillinger ebenfalls in Malsch.
Die Benennung einer Straße nach ihm, so wie es für
alle folgenden Ehrenbürger
bereits erfolgt ist, wäre nach 110 Jahren eine weitere Anerkennung von
Seiten der Gemeinde.
2.
Ehrenbürger: Geistlicher Rat, Pfarrer Karl Ludwig Riehle
Geistlicher Rat, Karl Ludwig Riehle wurde am 3.Januar
1888 in Seelbach bei Lahr geboren. Nach seiner Schul- und Studienzeit
erhielt er am 7.Juli 1914 die Priesterweihe und am 22. Juni 1927
wurde ihm die Pfarrei Malsch übertragen. Am 7. Juli 1939 wurde in Malsch
sein 25jähriges Priesterjubiläum festlich begangen.
Anlässlich seines 20jährigen Ortsjubiläums 1947
verlieh ihm Erzbischof Gröber den Titel eines Geistlichen Rates und der
Gemeinderat von Malsch beschloss am 18.07.1947, ihm
für sein engagiertes Wirken in der Pfarrgemeinde das
Ehrenbürgerrecht zu verleihen.
An sein Wirken erinnern noch heute die Pfarrkirche
St. Michael in Waldprechtsweier. In Malsch hat er während seiner Amtszeit
den Bau des Theresienhaus durchgeführt. In diesem Haus konnten sich die
katholischen Vereine und Organisationen mit ihrer Arbeit zugunsten der
breiten Öffentlichkeit entfalten. Leider unterbrach der Zweiten Weltkrieg
diese positive Entwicklung. Pfarrer Karl-Ludwig Riehle führte die gesamte
Pfarrgemeinde mit Sulzbach und Waldprechtsweier in einer schwierigen
politischen Zeit.

Am Lindenkreuz
Empfang von Bischof Karl Fritz zur Firmung
In der Mitte Pfarrer Riehle, rechts davon Kaplan Greischer
Nach dem Krieg 1945 war sein nächstes Werk die
Renovation der Pfarrkirche St.Cyriak von Malsch und die Restaurierung der
Filialkirche St.Ignatius in Sulzbach .Unermüdlich war Pfarrer Karl-Ludwig
Riehle seelsorgerisch tätig und war Ansprechpartner für Rat- und
Hilfesuchende.
25jährges Priesterjubiläum Pfarrer Riehle
im Jahre 1939
Begrüßung durch die "Festbräutchen" Anita Bechler geb.
Westermann (mit Lilie) und Elsa Knam geb. Reichert (mit Kerze)

Gang zum
Festgottesdienst in der Kirche St. Cyriak
mit Kaplan Hug, Kaplan Vetter, Pfarrer Riehle, Pfarrer Neumaier und Kaplan
Sessler (von links)
Im Vordergrund die drei Festbräutle mit Kerze, Lilie und Silberkränzchen
Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen in den Jahren
nach 1945 war die Wohnungsnot rapide gewachsen. So war es nicht
verwunderlich, dass er zu den Gründungsmitgliedern der kirchlichen
Baugenossenschaft „Neue Heimat“ gehörte und in Malsch den Vorsitz übernahm.
Er half mit zur Eigentumsbildung, war rastlos unterwegs, wenn es
galt Wege zu suchen, um Unterstützung in den verschiedenen Bereichen zu
geben.
Die vielfältigen Tätigkeiten zehrten auch an seiner
Gesundheit. Im April 1952 trat er von einer schweren Krankheit
gezeichnet, in den wohlverdienten Ruhestand.
Das Leben des Pfarrers Karl Ludwig Riehle war
geprägt durch tiefe Frömmigkeit, durch selbstloses Arbeiten als Lehrer,
Priester und Hirte seiner Pfarrgemeinde. Am 15.August 1954, 66jährig,
verstarb Geistlicher Rat, Pfarrer Karl Ludwig Riehle. Seine letzte Ruhestätte
fand er in seiner Heimatgemeinde Seelbach bei Lahr.

Beerdigung des
Pfarrers Karl Ludwig Riehle
Am Grab: Malscher Bürgermeister Meier (mit Hut)
Grab Geistlicher Rat Karl Ludwig
Riehle in Seelbach bei Lahr
3.
Ehrenbürger von Malsch Dr. Eugen Essig
Eugen Essig wurde als eines von mehreren Kindern am
4. Februar 1878 in Schwieberdingen bei Ludwigsburg geboren. Sein Vater war
Miteigentümer der Schwieberdinger Lamm-Brauerei. Der damit verbundenen,
materiellen Sicherheit verdankte es der junge Eugen Essig wohl, dass er
zunächst Forstwirtschaft studieren durfte. Später wechselte er zur
Humanmedizin. Sein Studium führte ihn nach Kiel, Berlin, Tübingen und
Freiburg. Nach dem Examen ließ er sich im Jahr 1905 in Malsch als
Armenarzt nieder. Zu dieser Zeit war der Großteil der Bevölkerung noch
nicht krankenversichert. Mit Sterholz aus dem Gemeindewald wurde der
praktische Arzt, der auch Spitalarzt war, honoriert. Zum Einzugsgebiet
seiner Praxis, die er nach seinem Haus in der heutigen Sézanner Straße
betrieb, zählten neben Malsch, Waldprechtsweier und Völkersbach auch die
Gemeinden Muggensturm, Freiolsheim, Moosbronn sowie die abgelegenen
Flecken Mittelberg und Althof. Dr. Eugen Essig war der einzige Arzt am Ort
und leistete deswegen auch bei vielen Hausgeburten Unterstützung. Im
Ersten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst einberufen und musste an die
Front. Nach einer Verwundung kehrte er zurück und nahm den Praxisbetrieb
wieder auf. Nach wie vor war er dabei der einzige Arzt in Malsch und
arbeitete außerdem im Lazarett in Rastatt. Unermüdlich war er im Dienst
seiner Patienten unterwegs.
Dr. Eugen Essig in seinem Auto mit
seiner Ehefrau Paula in Neumalsch an der Kreuzung
Seine Frau Paula und die sieben Kinder, fünf Mädchen
und zwei Jungen, gaben ihm die nötige Kraft für seinen anstrengenden
Beruf. Gepflegt wurde in der Familie Essig auch die Hausmusik. Als
typischer Landarzt, der mit der Bevölkerung einen engen Kontakt pflegte,
war Eugen Essig auch sehr naturverbunden. In seiner spärlichen Freizeit
fand er Erholung und Entspannung in seinem Garten, ebenso auf der Jagd,
beim Angeln oder als Imker bei seinen Bienen.
Das
Haus des Dr. Eugen Essig, erbaut 1913
Dr.
Eugen Essig mit drei seiner fünf Töchter Romy, Lotte und Anneliese (von
links)
Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde Eugen
Essig noch mehr abverlangt. Zeitweise war er wieder der einzige Arzt und
Geburtshelfer in Malsch. Daneben war er in einem Karlsruher Lazarett
eingesetzt. Außerdem hatte er die ärztliche Versorgung der Malscher
Kriegsgefangenenlager sicherzustellen.
In der „autolosen Zeit“ nach Kriegsende musste er
nicht selten zu Fuß weite Strecken zurücklegen, um die Patienten in
seinem großen Einzugsgebiet zu besuchen. Im Winter, bei Schnee und
frostigen Temperaturen, bedeutete das nicht selten lange Wege auf Skiern.
Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts am 4. Februar 1948, seinem 70.
Geburtstag ehrte die Gemeinde Malsch einen Arzt, der sich im Dorf selbst
und in der Region große Verdienste erworben hat.
Bis 1950, also mehr als vier Jahrzehnte, praktizierte
Dr. Eugen Essig. Dabei war der Landarzt die meiste Zeit auf sich allein
gestellt. Erst in den letzten Jahren wurde er bei seiner Arbeit von einem
jüngeren Assistenten unterstützt. Seine Praxis übernahm sein Sohn
Eberhard, der sie später wiederum an seinen Sohn Werner übergab.
Der beispiellose Einsatz, mit dem sich Dr. Eugen
Essig jahrzehntelang um die Gesundheit seiner Patienten kümmerte, zehrte
jedoch die eigenen Kräfte auf. Am 10. August 1950 erlag Dr. Eugen Essig
einem chronischen Leiden. In der Fotogalerie der Malscher Ehrenbürger im
Rathaus fand er einen gebührenden Platz. Eine Malscher Straße mit vielfältiger
Bebauung trägt heute zur Erinnerung seinen Namen.
4.
Ehrenbürger
von Malsch: Dr. Heinrich Götz
Heinrich Götz wurde am
31. August 1882 in Pirmasens als ältestes von drei Kindern geboren. Sein
Vater war Franke, die Mutter stammte aus der Pfalz. Seine Jugend
verbrachte Heinrich Götz bis zum 12. Lebensjahr in der mittelfränkischen Kleinstadt Dinkelsbühl, wo der Vater
Gymnasialprofessor war. Wie es heißt, ist ihm die Liebe und Verbundenheit
zu Dinkelsbühl sein Leben lang geblieben
Seine Mutter zog nach dem
Tod ihres Mannes nach kurzem Zwischenaufenthalt in Pirmasens nach München.
Dort besuchte Heinrich Götz das Prinz-Max-Gymnasium und schloss die
Schulzeit mit dem Abitur ab. Auch der Stadt München und seiner Schule
blieb er bis in das hohe Alter verbunden.
Es folgte das
Medizinstudium in München. Nach dem Staatsexamen und Promotion verbrachte
Dr. Heinrich Götz seine Assistentenjahre in Montpellier, Dresden und in
Ludwigshafen. Hier absolvierte er auch den Facharzt für Chirurgie. 1910
heiratete er Maria Grimmeisen und ließ sich als praktischer Arzt in
Lauterecken/Pfalz nieder. 1912 erfolgte der Umzug nach Malsch. In der
ehemaligen Weinhandlung Kunz in der Neudorfstrasse fand er eine Wohnung
und richtete sich auch seine Praxis ein. In beiden Weltkriegen war Dr.
Heinrich Götz als Stabsarzt tätig. Beim Deutschen Roten Kreuz engagierte
er sich viele Jahre lang ehrenamtlich.
Zu seinem Praxisbereich
gehörten neben Malsch auch die Nachbarorte Waldprechtsweier, Sulzbach, Völkersbach,
Freiolsheim und Moosbronn. In Muggensturm hielt der Arzt zweimal in der
Woche Sprechstunden ab. In die Höhenorte und nach Waldprechtsweier machte
er seine Krankenbesuche oftmals zu Fuß. Ein Motorrad und später ein Auto
vereinfachten die großen Wegstrecken. 1925 zog das Ehepaar Götz in sein
neu erbautes Haus in der Richard Wagner Straße 23 ein. Es erwies sich
offensichtlich als gut geeignet zum Wohnen und für den täglichen
Praxisbetrieb. Noch heute lebt und arbeitet dort mit Dr. Joachim Thunich
ein echter „Landarzt“.
Das Haus von Dr. Heinrich Götz
in der Richard-Wagner-Straße
Im alten Spital in der
Muggensturmer Straße leistete Dr. Heinrich Götz Geburtshilfe und führte
bei Bedarf auch kleinere Operationen durch. Die Jahre nach 1945 waren für
ihn besonders hart. Zunächst fuhr er sommers wie winters mit einem
Leichtkraftrad auf Patiententour. Später folgten abenteuerliche Autos,
bei denen im Winter der Kühler erst einmal mit warmem Wasser gefüllt
werden musste.
Die Gründung des
Marienkrankenhauses in Malsch hat Dr. Heinrich Götz im Alter noch mit
Interesse verfolgt. 1952 übernahm sein Sohn Rolf Götz die Praxis. In den
ersten Jahren danach fuhr Dr. Heinrich Götz noch zweimal in der Woche
nach Völkersbach, um seine dortigen Patienten zu versorgen. Auch in
Malsch stand er als Arzt noch zur Verfügung – bei Notfällen und
besonders engagiert, wenn es um sein spezielles Fach, die Chirurgie, ging.
Die Gemeinde Malsch ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste um das
Gesundheitswesen in Malsch im Jahre 1952 zum Ehrenbürger. Dr. Heinrich Götz
starb am 4. Dezember 1963 in Malsch. Noch heute erinnert die Heinrich-Götz-Straße,
zwischen Waldprechts- und Friedhofstraße gelegen, an den engagierten Arzt
und Malscher Mitbürger.
4.
Ehrenbürger von Malsch: Anton Böhe
Ich
habe es nie bereut, Priester geworden zu sein
Anton
Böhe wurde am 23.Januar 1914 als viertes Kind der Eheleute Paula und
Julius Böhe in Krauchenwies bei Sigmaringen geboren. Seine Kindheit und
Jugend verbrachte er mit seiner Schwester Emma und seinen zwei Brüdern
Willi und Julius in Nenzingen bei Stockach. Hier war sein Vater, Julius Böhe,
als Stationsvorstand bei der Bahn, hin versetzt worden.
Familie
Böhe mit Kindern
Paula, Julius sen., Julius, Emma und Willi (hinten)
Anton vorne im Stuhl
Im
Jahre 1924 wechselte der junge Anton in die Bürgerschule nach Stockach
(vier Klassen Lehrplan der Realschule), die er erfolgreich im Jahre 1928
verließ. Für das Erreichen des Abiturs ging er im gleichen Jahr in das
Gymnasium nach Konstanz, das er 1933 ebenfalls erfolgreich abschloss.
Betrachtet man aus dem vorliegenden Zeugnisheft vom Gymnasium seine sehr
guten Noten, so war seine theologische Berufung doch schon zu erkennen.
Neben den Fremdsprachen Latein, Griechisch, Hebräisch und Französisch
bestach Anton Böhe auch in dem Fach Religion. Am 16. Mai 1934 wurde Anton
Böhe für das Theologiestudium an der Albert-Ludwigs-Universität in
Freiburg aufgenommen. Am 17.Dezember 1939 erhielt er die Priesterweihe.
Seine Primiz feierte er in seiner Heimatgemeinde Nenzingen.
Primiz
Anton Böhe mit Primiz-Braut
("Primizen
wurden bis ins 20. Jahrhundert ähnlich wie Hochzeiten
gefeiert. Der Neupriester zog von seinem Elternhaus in einer kleinen
Prozession zur Kirche. Eine „Primizbraut“ trug eine „Primizkrone“
voraus.
Dem Primizsegen wurden wundertätige Folgen zugeschrieben.")
Die
unheilvolle Zeit des zweiten Weltkrieges machte auch vor dem jungen
Priester nicht Halt.
Nach
dem Wehrdienst kam er bei seinem Einsatz in Russland in Gefangenschaft.
Auf seinem langen Weg zurück in die Heimat, war er im April 1945 als
Priester in Neuenburg bei Wien tätig. Aus einer vorliegenden
Bescheinigung geht hervor, dass er gemäß der Weisungen des Oberkommandos
der Roten Armee in seinem Dienst in der eigenen Pfarre wie in anderen
Pfarren nicht zu behindern sei.
Zurück
in Deutschland begann er sein priesterlichen Wirken als Vikar in
Heiligenzell, Steinbach i.K., Kollnau und Bühlertal. Am 5. März 1952
trat er in Malsch die Nachfolge von Pfarrer Karl-Ludwig Riehle an und
wurde am 18.Mai des gleichen Jahres auf diese große Pfarrei investiert.
Erzbischof
Herrmann Josef Schäufele ernannte ihn am 22.01.1974 zum Geistlichen Rat
ad honorem. Nach 33 Jahre als Pfarrer von Malsch, unterstützt in dieser
Zeit von 22 Kaplänen, ging er am 1.08.1985 in den wohlverdienten
Ruhestand.
Bleibende
Zeugnisse seiner Arbeit in der gesamten Pfarrei Malsch ist der Neubau der
Kirche St.Ignatius in Sulzbach, der Bau des Pfarrhauses und die Renovation
von St.Michael in Waldprechtsweier, in Malsch der Neubau der Kirche
St.Bernhard in der“ Neuen Heimat“ und die Renovation der Kirche
St.Cyriak.
Für
sein unermüdliches Wirken als Priester in unserer Gemeinde,
ernannte ihn der Gemeinderat im Mai 1982 zum Ehrenbürger. Für eine
kurze Zeit nach seiner Pensionierung wohnte er noch in unserer Gemeinde,
bis es dann krankheitshalber in das Albert-Stehlin-Haus in Ettlingen
umzog, wo er auch am 05.12.1998 verstarb. Seine letzte Ruhestätte ist auf
dem Friedhof in Malsch.
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