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Ehrenbürger von Malsch

Die Dokumentation zu den Ehrenbürgern finden Sie am Ende dieser Bildergalerie.
Diese Dokumentation befindet sich im Aufbau und wird noch erweitert.


Schillinger, Christoph, Josef

1.Hauptlehrer der Johann-Peter Hebel Schule von 1857 – 1899.

Geboren 1824 in Marbach/Neckar,
gestorben 1908 in Malsch.

Ehrenbürger seit 14.03.1899.

Sein unermüdliches Engagement und das erfolgreiche Wirken als Pädagoge wurde vom Großherzog von Baden mit der Verdienstmedaille gewürdigt.

 

Riehle, Karl-Ludwig

Pfarrer, Geistlicher Rat  von 1927 – 1952

Geboren 1888 in Seelbach/Lahr,
gestorben 1954 in Seelbach.

Ehrenbürger seit 20.06.1947.

Sehr starkes christliches, soziales Engagement in der Kirchengemeinde.

 

Essig, Eugen

Doktor med. von 1905 – 1950

Geboren 1878 in Schwieberdingen, 
gestorben 10.08.1950 in Malsch.

Ehrenbürger seit 04.02.1948.

Große Verdienste um das Gesundheitswesen in Malsch

 

Götz, Heinrich

Doktor med., Facharzt der Chirurgie, von 1912 – 1952.

Geboren 1882 in Pirmasens, 
gestorben am 04.12.1963 in Malsch.

Ehrenbürger seit 30.08.1955.

Als zweiter Arzt in Malsch Verdienste um das Gesundheitswesen

 

Böhe, Anton

Pfarrer und Geistlicher Rat von 1952 – 1985.

Geboren 1914 in Krauchenwies, 
gestorben 1998 in Ettlingen.

Ehrenbürger seit 16.05.1982

Vielfältiges Engagement in der Pfarrgemeinde und dem Caritasverband.

 

Hirth, Franz

Bürgermeister von 1964 – 1982.

Geboren 1915 in Karlsruhe, 
gestorben 1987 in Malsch.

Ehrenbürger seit 11.12.1983.

Großer persönlicher Einsatz bei der Dorfentwicklung

 

Süss, Dieter

Bürgermeister von 1982 – 2005.

Geboren 1937 in Karlsruhe, 
gestorben 11.07.2006 in Malsch.

Ehrenbürger seit 20.01.2006

Entwicklung/Erstellung eines Flächennutzungsplanes, damit verbunden die Ausweisung von Neubaugebieten und eines großen Industriegebietes.

 

 

Wildemann, Wilhelm

Oberlehrer und Heimatforscher

Geboren 19.03.1921 in Malsch

Ehrenbürger seit 16. April 2010

Verfasser und Herausgeber von Publikationen über die Geschichte und Kultur der Gemeinde Malsch


Die Ehrenbürger von Malsch

Mit dieser Veröffentlichung beginnen die Heimatfreunde Malsch die acht Ehrenbürger der Gemeinde Malsch vorzustellen.

Durch eine umfassende Dokumentation wird nun das Wirken und die Verdienste dieser Bürger von Malsch festgehalten. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Nachkommen der Ehrenbürger Schillinger und Essig  für die tatkräftige Mithilfe, beim  Pfarramt Malsch und der Gemeindeverwaltung. Selbstverständlich geht auch unser Dankeschön  an unseren Bürgermeister Herrn Elmar Himmel, der unserer Bitte, den Ehrenbürgern im Rathaus einen würdevollen Platz zu geben, entsprochen hat. Im 2. OG des Rathauses ist eine Bildgalerie unserer Ehrenbürger zu besichtigen. 

Seit wann und weshalb erhalten Mitbürger die Auszeichnung Ehrenbürger?

Das Ehrenbürgerecht ist die höchste von einer Stadt oder Gemeinde vergebene Auszeichnung für eine Persönlichkeit, die sich in herausragender Weise um das Wohl der Bürger oder Ansehen der Gemeinde verdient gemacht hat.

Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts geht ursprünglich auf die Französische Revolution und ihren Titel „bourgeois honoraire“ zurück. So ist es verständlich, dass in Deutschland diese Auszeichnung erst ab Anfang des 19. Jahrhunderts vergeben wurde. 

Die Heimatfreunde wollen die Ehrenbürger in der Reihenfolge der Ernennung vorstellen. 

1. Ehrenbürger: Christoph Josef Schillinger

Christoph Josef Schillinger wurde am 18. Juli 1824 in Marbach bei Tauberbischofsheim geboren. Er war verheiratet mit Amalia Schillinger geb. Beck aus Bruchsal. Sein Berufsweg als Lehrer führte ihn über Bruchsal und Mannheim an die hiesige Johann Peter Hebel Schule. Er ist in den Archivunterlagen der Gemeinde Malsch im Jahre 1878 als III. Hauptlehrer erstmals erwähnt. Durch Beschluss des „Großherzoglichen Oberschulraths“ vom 16.Mai 1878, ist Herr Schillinger die I .Hauptlehrerstelle an der J.P.Hebel-Schule übertragen worden.

Sein unermüdliches Engagement und das sehr erfolgreiche Wirken  an der Malscher Schule sind letztendlich auch dem Großherzog in Karlsruhe nicht unbekannt geblieben.

Am 8.April 1893 wurde Herrn Schillinger vom Großherzog von Baden die kleine goldene Verdienstmedaille verliehen. Nachstehend sehen Sie die Verleihungsurkunde:

  

Da viele Bürger die „Sütterlin“- Schrift nicht lesen können, hier die Übersetzung: 

Seine Königliche Hoheit
der Großherzog von Baden
haben mittelst höchster Entschließung
vom 8.April 1893 O.K.NR.125 dem
Hauptlehrer Christoph Josef Schillinger
in Malsch
die kleine goldene Verdienst Medaille aller-
gnädigst zu verleihen geruht, und wird
demselben über den rechtmäßigen Besitz
dieser Auszeichnung die gegenwärtige
Urkunde ausgestellt und ein  Exemplar
den Statuten angeschlossen.

Karlsruhe, den 8ten April 1893
Großherzoglich Badische Ordenskanzlei 

Arnsberger 

Am 14. März 1899 wurde Herrn Schillinger nach Beschluss des Gemeinderates das Ehrenbürgerrecht verliehen. Dadurch erfuhr der hochgeschätzte Pädagoge und geachtete Bürger von Malsch zum Abschluss seines arbeitsreichen Berufslebens auch die Anerkennung

an seiner langjährigen Wirkungsstätte. Am 5. November 1902 verstarb die Ehefrau Amalia. in Malsch. Am 17. Februar 1908 verstarb Herr Christoph Josef Schillinger ebenfalls in Malsch. 

Die Benennung einer Straße nach ihm, so wie es für alle folgenden  Ehrenbürger bereits erfolgt ist, wäre nach 110 Jahren eine weitere Anerkennung von Seiten der Gemeinde. 


2. Ehrenbürger: Geistlicher Rat, Pfarrer Karl Ludwig Riehle

Geistlicher Rat, Karl Ludwig Riehle wurde am 3.Januar 1888 in Seelbach bei Lahr geboren. Nach seiner Schul- und Studienzeit erhielt er am 7.Juli 1914 die Priesterweihe und am  22. Juni 1927 wurde ihm die Pfarrei Malsch übertragen. Am 7. Juli 1939 wurde in Malsch sein 25jähriges Priesterjubiläum festlich begangen. 

Anlässlich seines 20jährigen Ortsjubiläums 1947 verlieh ihm Erzbischof Gröber den Titel eines Geistlichen Rates und der Gemeinderat von Malsch  beschloss am 18.07.1947, ihm

für sein engagiertes Wirken in der Pfarrgemeinde das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. 

An sein Wirken erinnern noch heute die Pfarrkirche St. Michael in Waldprechtsweier. In Malsch hat er während seiner Amtszeit den Bau des Theresienhaus durchgeführt. In diesem Haus konnten sich die katholischen Vereine und Organisationen mit ihrer Arbeit zugunsten der breiten Öffentlichkeit entfalten. Leider unterbrach der Zweiten Weltkrieg  diese positive Entwicklung. Pfarrer Karl-Ludwig Riehle führte die gesamte Pfarrgemeinde mit Sulzbach und Waldprechtsweier in  einer schwierigen politischen Zeit. 

Am Lindenkreuz Empfang von Bischof Karl Fritz zur Firmung
In der Mitte Pfarrer Riehle, rechts davon Kaplan Greischer

Nach dem Krieg 1945 war sein nächstes Werk die Renovation der Pfarrkirche St.Cyriak von Malsch und die Restaurierung der Filialkirche St.Ignatius in Sulzbach .Unermüdlich war Pfarrer Karl-Ludwig Riehle seelsorgerisch tätig und war Ansprechpartner für Rat- und Hilfesuchende.   

 

25jährges Priesterjubiläum Pfarrer Riehle im Jahre 1939
Begrüßung durch die "Festbräutchen" Anita Bechler geb. Westermann (mit Lilie) und Elsa Knam geb. Reichert (mit Kerze)

Gang zum Festgottesdienst in der Kirche St. Cyriak
mit Kaplan Hug, Kaplan Vetter, Pfarrer Riehle, Pfarrer Neumaier und Kaplan Sessler (von links)
Im Vordergrund die drei Festbräutle mit Kerze, Lilie und Silberkränzchen

Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen in den Jahren nach 1945 war die Wohnungsnot rapide gewachsen. So war es nicht verwunderlich, dass er zu den Gründungsmitgliedern der kirchlichen Baugenossenschaft „Neue Heimat“ gehörte und in Malsch den Vorsitz übernahm.  Er half mit zur Eigentumsbildung, war rastlos unterwegs, wenn es galt Wege zu suchen, um Unterstützung in den verschiedenen Bereichen zu geben. 

Die vielfältigen Tätigkeiten zehrten auch an seiner Gesundheit. Im April 1952  trat er von einer schweren Krankheit gezeichnet, in den wohlverdienten Ruhestand. 

Das Leben des Pfarrers Karl Ludwig Riehle  war geprägt durch tiefe Frömmigkeit, durch selbstloses Arbeiten als Lehrer, Priester und Hirte seiner Pfarrgemeinde. Am 15.August 1954, 66jährig, verstarb Geistlicher Rat, Pfarrer Karl Ludwig Riehle. Seine letzte Ruhestätte fand er in seiner Heimatgemeinde Seelbach bei Lahr. 

Beerdigung des Pfarrers Karl Ludwig Riehle 
Am Grab: Malscher Bürgermeister Meier (mit Hut)

 

Grab Geistlicher Rat Karl Ludwig Riehle in Seelbach bei Lahr


3. Ehrenbürger von Malsch Dr. Eugen Essig 

Eugen Essig wurde als eines von mehreren Kindern am 4. Februar 1878 in Schwieberdingen bei Ludwigsburg geboren. Sein Vater war Miteigentümer der Schwieberdinger Lamm-Brauerei. Der damit verbundenen, materiellen Sicherheit verdankte es der junge Eugen Essig wohl, dass er zunächst Forstwirtschaft studieren durfte. Später wechselte er zur Humanmedizin. Sein Studium führte ihn nach Kiel, Berlin, Tübingen und Freiburg. Nach dem Examen ließ er sich im Jahr 1905 in Malsch als Armenarzt nieder. Zu dieser Zeit war der Großteil der Bevölkerung noch nicht krankenversichert. Mit Sterholz aus dem Gemeindewald wurde der praktische Arzt, der auch Spitalarzt war, honoriert. Zum Einzugsgebiet seiner Praxis, die er nach seinem Haus in der heutigen Sézanner Straße betrieb, zählten neben Malsch, Waldprechtsweier und Völkersbach auch die Gemeinden Muggensturm, Freiolsheim, Moosbronn sowie die abgelegenen Flecken Mittelberg und Althof. Dr. Eugen Essig war der einzige Arzt am Ort und leistete deswegen auch bei vielen Hausgeburten Unterstützung. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst einberufen und musste an die Front. Nach einer Verwundung kehrte er zurück und nahm den Praxisbetrieb wieder auf. Nach wie vor war er dabei der einzige Arzt in Malsch und arbeitete außerdem im Lazarett in Rastatt. Unermüdlich war er im Dienst seiner Patienten unterwegs.

 

 

Dr. Eugen Essig in seinem Auto mit seiner Ehefrau Paula in Neumalsch an der Kreuzung

Seine Frau Paula und die sieben Kinder, fünf Mädchen und zwei Jungen, gaben ihm die nötige Kraft für seinen anstrengenden Beruf. Gepflegt wurde in der Familie Essig auch die Hausmusik. Als typischer Landarzt, der mit der Bevölkerung einen engen Kontakt pflegte, war Eugen Essig auch sehr naturverbunden. In seiner spärlichen Freizeit fand er Erholung und Entspannung in seinem Garten, ebenso auf der Jagd, beim Angeln oder als Imker bei seinen Bienen.

   

 

Das Haus des Dr. Eugen Essig, erbaut 1913

 

Dr. Eugen Essig mit drei seiner fünf Töchter Romy, Lotte und Anneliese (von links)

Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde Eugen Essig noch mehr abverlangt. Zeitweise war er wieder der einzige Arzt und Geburtshelfer in Malsch. Daneben war er in einem Karlsruher Lazarett eingesetzt. Außerdem hatte er die ärztliche Versorgung der Malscher Kriegsgefangenenlager sicherzustellen.

In der „autolosen Zeit“ nach Kriegsende musste er nicht selten zu Fuß weite Strecken zurücklegen, um die Patienten in seinem großen Einzugsgebiet zu besuchen. Im Winter, bei Schnee und frostigen Temperaturen, bedeutete das nicht selten lange Wege auf Skiern. Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts am 4. Februar 1948, seinem 70. Geburtstag ehrte die Gemeinde Malsch einen Arzt, der sich im Dorf selbst und in der Region große Verdienste erworben hat.

Bis 1950, also mehr als vier Jahrzehnte, praktizierte Dr. Eugen Essig. Dabei war der Landarzt die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Erst in den letzten Jahren wurde er bei seiner Arbeit von einem jüngeren Assistenten unterstützt. Seine Praxis übernahm sein Sohn Eberhard, der sie später wiederum an seinen Sohn Werner übergab.

Der beispiellose Einsatz, mit dem sich Dr. Eugen Essig jahrzehntelang um die Gesundheit seiner Patienten kümmerte, zehrte jedoch die eigenen Kräfte auf. Am 10. August 1950 erlag Dr. Eugen Essig einem chronischen Leiden. In der Fotogalerie der Malscher Ehrenbürger im Rathaus fand er einen gebührenden Platz. Eine Malscher Straße mit vielfältiger Bebauung trägt heute zur Erinnerung seinen Namen.


4. Ehrenbürger von Malsch: Dr. Heinrich Götz 

Heinrich Götz wurde am 31. August 1882 in Pirmasens als ältestes von drei Kindern geboren. Sein Vater war Franke, die Mutter stammte aus der Pfalz. Seine Jugend verbrachte Heinrich Götz bis zum 12. Lebensjahr in der  mittelfränkischen Kleinstadt Dinkelsbühl, wo der Vater Gymnasialprofessor war. Wie es heißt, ist ihm die Liebe und Verbundenheit zu Dinkelsbühl sein Leben lang geblieben 

Seine Mutter zog nach dem Tod ihres Mannes nach kurzem Zwischenaufenthalt in Pirmasens nach München. Dort besuchte Heinrich Götz das Prinz-Max-Gymnasium und schloss die Schulzeit mit dem Abitur ab. Auch der Stadt München und seiner Schule blieb er bis in das hohe Alter verbunden.

Es folgte das Medizinstudium in München. Nach dem Staatsexamen und Promotion verbrachte Dr. Heinrich Götz seine Assistentenjahre in Montpellier, Dresden und in Ludwigshafen. Hier absolvierte er auch den Facharzt für Chirurgie. 1910 heiratete er Maria Grimmeisen und ließ sich als praktischer Arzt in Lauterecken/Pfalz nieder. 1912 erfolgte der Umzug nach Malsch. In der ehemaligen Weinhandlung Kunz in der Neudorfstrasse fand er eine Wohnung und richtete sich auch seine Praxis ein. In beiden Weltkriegen war Dr. Heinrich Götz als Stabsarzt tätig. Beim Deutschen Roten Kreuz engagierte er sich viele Jahre lang ehrenamtlich.

Zu seinem Praxisbereich gehörten neben Malsch auch die Nachbarorte Waldprechtsweier, Sulzbach, Völkersbach, Freiolsheim und Moosbronn. In Muggensturm hielt der Arzt zweimal in der Woche Sprechstunden ab. In die Höhenorte und nach Waldprechtsweier machte er seine Krankenbesuche oftmals zu Fuß. Ein Motorrad und später ein Auto vereinfachten die großen Wegstrecken. 1925 zog das Ehepaar Götz in sein neu erbautes Haus in der Richard Wagner Straße 23 ein. Es erwies sich offensichtlich als gut geeignet zum Wohnen und für den täglichen Praxisbetrieb. Noch heute lebt und arbeitet dort mit Dr. Joachim Thunich ein echter „Landarzt“.

 

Das Haus von Dr. Heinrich Götz in der Richard-Wagner-Straße 

Im alten Spital in der Muggensturmer Straße leistete Dr. Heinrich Götz Geburtshilfe und führte bei Bedarf auch kleinere Operationen durch. Die Jahre nach 1945 waren für ihn besonders hart. Zunächst fuhr er sommers wie winters mit einem Leichtkraftrad auf Patiententour. Später folgten abenteuerliche Autos, bei denen im Winter der Kühler erst einmal mit warmem Wasser gefüllt werden musste.

Die Gründung des Marienkrankenhauses in Malsch hat Dr. Heinrich Götz im Alter noch mit Interesse verfolgt. 1952 übernahm sein Sohn Rolf Götz die Praxis. In den ersten Jahren danach fuhr Dr. Heinrich Götz noch zweimal in der Woche nach Völkersbach, um seine dortigen Patienten zu versorgen. Auch in Malsch stand er als Arzt noch zur Verfügung – bei Notfällen und besonders engagiert, wenn es um sein spezielles Fach, die Chirurgie, ging. Die Gemeinde Malsch ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste um das Gesundheitswesen in Malsch im Jahre 1952 zum Ehrenbürger. Dr. Heinrich Götz starb am 4. Dezember 1963 in Malsch. Noch heute erinnert die Heinrich-Götz-Straße, zwischen Waldprechts- und Friedhofstraße gelegen, an den engagierten Arzt und Malscher Mitbürger.


4. Ehrenbürger von Malsch: Anton Böhe

 Ich habe es nie bereut, Priester geworden zu sein  

Anton Böhe wurde am 23.Januar 1914 als viertes Kind der Eheleute Paula und Julius Böhe in Krauchenwies bei Sigmaringen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er mit seiner Schwester Emma und seinen zwei Brüdern Willi und Julius in Nenzingen bei Stockach. Hier war sein Vater, Julius Böhe, als Stationsvorstand bei der Bahn, hin versetzt worden. 

 

Familie Böhe mit Kindern
Paula, Julius sen., Julius, Emma und Willi (hinten)
Anton vorne im Stuhl
 

Im Jahre 1924 wechselte der junge Anton in die Bürgerschule nach Stockach (vier Klassen Lehrplan der Realschule), die er erfolgreich im Jahre 1928 verließ. Für das Erreichen des Abiturs ging er im gleichen Jahr in das Gymnasium nach Konstanz, das er 1933 ebenfalls erfolgreich abschloss. Betrachtet man aus dem vorliegenden Zeugnisheft vom Gymnasium seine sehr guten Noten, so war seine theologische Berufung doch schon zu erkennen. Neben den Fremdsprachen Latein, Griechisch, Hebräisch und Französisch bestach Anton Böhe auch in dem Fach Religion. Am 16. Mai 1934 wurde Anton Böhe für das Theologiestudium an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg aufgenommen. Am 17.Dezember 1939 erhielt er die Priesterweihe. Seine Primiz feierte er in seiner Heimatgemeinde Nenzingen. 

 

Primiz Anton Böhe mit Primiz-Braut

("Primizen wurden bis ins 20. Jahrhundert ähnlich wie Hochzeiten
gefeiert. Der Neupriester zog von seinem Elternhaus in einer kleinen
Prozession zur Kirche. Eine „Primizbraut“ trug eine „Primizkrone“ voraus.

Dem Primizsegen wurden wundertätige Folgen zugeschrieben.")

Die unheilvolle Zeit des zweiten Weltkrieges machte auch vor dem jungen Priester nicht Halt.

Nach dem Wehrdienst kam er bei seinem Einsatz in Russland in Gefangenschaft. Auf seinem langen Weg zurück in die Heimat, war er im April 1945 als Priester in Neuenburg bei Wien tätig. Aus einer vorliegenden Bescheinigung geht hervor, dass er gemäß der Weisungen des Oberkommandos der Roten Armee in seinem Dienst in der eigenen Pfarre wie in anderen Pfarren nicht zu behindern sei. 

Zurück in Deutschland begann er sein priesterlichen Wirken  als Vikar in Heiligenzell, Steinbach i.K., Kollnau und Bühlertal. Am 5. März 1952 trat er in Malsch die Nachfolge von Pfarrer Karl-Ludwig Riehle an und wurde am 18.Mai des gleichen Jahres auf diese große Pfarrei investiert.

Erzbischof Herrmann Josef Schäufele ernannte ihn am 22.01.1974 zum Geistlichen Rat ad honorem. Nach 33 Jahre als Pfarrer von Malsch, unterstützt in dieser Zeit von 22 Kaplänen, ging er am 1.08.1985 in den wohlverdienten Ruhestand. 

Bleibende Zeugnisse seiner Arbeit in der gesamten Pfarrei Malsch ist der Neubau der Kirche St.Ignatius in Sulzbach, der Bau des Pfarrhauses und die Renovation von St.Michael in Waldprechtsweier, in Malsch der Neubau der Kirche St.Bernhard in der“ Neuen Heimat“ und die Renovation der Kirche St.Cyriak. 

Für sein unermüdliches Wirken  als Priester in unserer Gemeinde, ernannte ihn der Gemeinderat im Mai 1982 zum Ehrenbürger.  Für eine kurze Zeit nach seiner Pensionierung wohnte er noch in unserer Gemeinde, bis es dann krankheitshalber in das Albert-Stehlin-Haus in Ettlingen umzog, wo er auch am 05.12.1998 verstarb. Seine letzte Ruhestätte ist auf dem Friedhof in Malsch.