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6.) Unsere Malscher Sprache – Malscher Doppelvokale

  

Davon gibt es in Schriftdeutsch auch zwei Arten, nämlich die drei einfach geschriebenen, also ä, ö und ü,   und die vier mit zwei Buchstaben  geschriebenen Doppellaute  au, äu,  eu und ei.

Betrachten wir zunächst die drei ersten.

Das HD – Ä

Dieses Ä wird auch in unserer Mundart in den meisten Fällen als ganz normales Ä gesprochen.

Beispiele:            Äggor (Äcker),  Bär (Bär),  Kälde (Kälte),  Wärdor (Wärter)

                        Ausnahmen:     Epfl (Äpfel)   u.a.

 

Das HD – Ö

Dieses wird in unserer Mundart sehr oft als ganz helles E  gesprochen.

Beispiele:            Eel (Öl), bleed (blöd), bees (böse), Fleh (Flöhe), Lechor (Löcher)

                        Ausnahmen:     Föhn, Tön(e), Söhn(e), und sicher noch ein paar andere.

 Manchmal hört man das HD – Ö  auch  als  Ä,  z.B. :  schä  (schön).

 

Das HD – Ü

Ü gibt es in unserer Mundart so gut wie nicht!

Folgende Beispiele mögen dies belegen:

dischbor (düster), fimf (fünf), grießä (grüßen), Iwwl (Übel), iwworig (übrig), Riewä (Rüben), vorrickt (verrückt), und viele, viele andere noch.

Ausnahmen: Fremdwörter, aber auch neudeutsche Wörter,  wie z.B. TÜV.

 

Und nun betrachten wir die vier mit 2 Buchstaben geschriebenen Doppel-Laute.

 

Das HD – AU

Dieses wird in unserer Mundart fast immer wie OU gesprochen.

Beispiele:            Oudo (Auto),  broun (braun),  doä (draußen),  Lous (Laus),  nous (hinaus) .

Ausnahmen: daub (taub), Laub (Laub), Schdaub (Staub)   u.ä.

 

Das HD – ÄU

Dieses wird in unserer Mundart fast immer wie ÄI gesprochen.

Beispiele: äißorlich (äußerlich), Bäijorlä (Bäuerlein), Häisor (Häuser), läidä (läuten) .

Manchmal klingt es aber auch wie AI, zum Beispiel :

                        Raiwor (Räuber), schdaiwä (stäuben)   u.a.

 

 

Das HD – EU

Dieses wird in unserer Mundart fast immer als ÄI gesprochen.

Wir schreiben dies aber aus schon dargelegten Gründen als EI .

Beispiele: Beidl (Beutel), Deifl (Teufel), Eil (Eule), Eidor (Euter), Leit (Leute), nei (neu)

 

 Ausnahmen:         Manchmal klingt es auch wie ein reines EI, z.B. bereiä

                             (bereuen), voru(n)treiä (veruntreuen).

 

                          Manchmal hört es sich auch wie AI an, z.B. Fraid (Freude),  schtraiä (streuen).

                                   

                            Nur selten wird es wie  EU  ausgesprochen, z.B. bei

                            neudeutschen Wörtern, wie EURO oder TEURO.

 

Das HD – EI

Da gibt es auch einige Variationen !

EI kann klingen wie

 

Ei:       dei (dein), kei (kein), nei (hinein), rei (herein), Wei (Wein)

 

Ei:       Beil, bleib, Eis, Weib, Zeidä (Zeiten)

 

Ai:       Daig (Teig), Klaid (Kleid), Saif (Seife), waisch? (weißt du?), zwai waiche Aijor (zwei weiche Eier)

 

Oi:      koins (keines), moinä (meinen), noi (nein), oins (eins), Oimor (Eimer), Schdoi (Steine)

  

Gell, des komor doch oins zwai drei alläs lernä, wämmor will. Unn mir wunn doch!  Oddor nedd??  Ha also!

In Kapitel 7 werden wir uns nun den Malscher Konsonanten widmen.