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8.)
Unsere Malscher Sprache – Doppelkonsonanten Haben wir noch etwas vergessen? Ja, das Y. Eigentlich ist es ein Vokal, aber kein deutscher! Y kommt aus dem Griechischen, gibt es in Latein nicht, heißt im Französischen i-grec und wird dort auch wie i gesprochen. Bei uns kommt es praktisch nur in Fremdwörtern vor, ist also für unsere Mundart nicht von großer Bedeutung.
Bleibt aber noch etwas anderes
nachzutragen, nämlich die Möglichkeit, durch Verdoppelung von Konsonanten kurze
vorausgehende Vokale auszudrücken. Beispiele: ich häbb,
er hadd, mir hänn, mir
sinn, Nommä, gebb
mor, geh wegg, ä
Lewwä long . Ein Doppel-G kann aber auch in vielen Fällen das für unser Empfinden zu harte ck ersetzen, wie zum Beispiel in folgenden Begriffen: Brigg statt Brick, Heggä statt Heckä, Gnigg statt Gnick, schluggä statt schluckä, und noch viele andere! Unsere Heimatsprache ist also wirklich eine eigene Sprache, zwar keine Fremdsprache, aber halt doch etwas ganz Besonderes, und dies von Ort zu Ort, ja sogar von Teilort zu Teilort verschieden. Und darin liegt ja gerade ein besonderer Reiz. Die Summe aller Wörter einer Sprache wird allgemein als Wortschatz bezeichnet. Da steckt doch das Wort S c h a t z drin! Und es ist auch ein Schatz, den man nicht geschenkt bekommt, es sei denn, man erlebt ihn von früher Kindheit an täglich, lebendig im Zusammenleben mit Eltern, Geschwistern, Spielkameraden und Freunden. Dieser Schatz ist einmalig, wertvoll und erhaltenswert. Die Frage ist nur, wie wir diesen Schatz in unserer heutigen schnelllebigen Zeit bei der Vielfalt von sprachlichen, oft sehr negativen Einflüssen aus allen Richtungen unseren Kindern noch lebendig, vor allem aber glaubhaft weitergeben können. Wir sollten uns also ernsthaft die Frage stellen, wie wir mit unseren Kindern (und Enkelkindern!) reden, damit sie sowohl ihre (unsere) Heimatsprache als auch ein „gutes“ Deutsch, also Hochdeutsch, nicht nur verstehen, sondern auch sprechen können. Dies ist doch für unsere Kinder schon im Hinblick auf Schule und kommenden Beruf absolut notwendig. Das „warum“ ist also klar. Über das „wie“ wollen wir uns dann in Kapitel 9: „Unsere Malscher Sprache – Warum „Mundart““? unterhalten. |