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Hier werden Sie über die Tätigkeiten der Abteilung
"Kleindenkmale und Wegkreuze" informiert.
Gruppenleiter:
| Herr Gerhard Bullinger
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| Hebelstr. 19 |
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76316 Malsch |
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Tel.: (0 72 46) 18 60 |
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Berichte aus dem Arbeitskreis:
Experte für Kleindenkmale zu Besuch
in Malsch
Günter Meier, Vorstand der
Gesellschaft für die Erforschung und Erhaltung der Kleindenkmale in Baden-Württemberg
e.V., kurz GEEK genannt, war vor kurzem zu Besuch in Malsch.
Herr Meier, Verfasser des Buches Kleindenkmale im
Landkreis Karlsruhe beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Materie und
gilt als ausgewiesener Kenner weltlicher und sakraler Kleindenkmale im südwestlichen
Raum.
Uns vom Arbeitskreis Kleindenkmale und Wegkreuze,
ging es darum, bei solch einem erfahrenen Fachmann den einen oder anderen Rat
einzuholen und aus diesem Grunde wurden einige ausgewählte Objekte auf Malscher
Gemarkung besichtigt.
Den Anfang machte der alte Dreimärkerstein zwischen
Malsch, Sulzbach und Völkersbach in der gleichnamigen Waldabteilung Drei
Marken.
Es ist offensichtlich, dass in
naher Zukunft Maßnahmen zur Sicherung dieses historisch wertvollen Steines,
gesetzt wurde er im September 1811, getroffen werden müssen. Mehr und mehr
versinkt er im Boden und Abriebspuren von Reifen zeigen, welch gefährdeten
Standort er hat.
Bei dieser Gelegenheit wurde
auch die Erfassung der historischen Grenzsteine diskutiert. Für einen Teil der
noch vorhandenen Steine auf Malscher Gemarkung wurden, von der GEEK
standardisierte Erfassungsbogen angelegt.
Danach schauten wir uns die
beiden, als letzte in Malsch verbliebenen Steinkreuze (sog. Sühne- oder auch
Schwedenkreuze) an. Dabei konnten wir nebenbei auch einen, in eine Mauer
eingelassenen Zehntstein studieren.
Lobend äußerte sich Herr
Meier über die Steinmetzarbeit am wieder aufgestellten Flurkreuz beim Fuchseck.
Überhaupt sind die meisten der Malscher Feldkreuze in einem recht ordentlichen
und gepflegten Zustand.
Interessante Details waren zu
dieser Art von Kreuzen zu erfahren die hier gar nicht alle aufgezählt werden können.
Nur soviel: Wem fallen schon
die Schwurhände des gekreuzigten Christus auf oder wer weiß, daß der eingemeißelte
Totenkopf den, durch den Tod von
Jesus erlösten Adam symbolisieren soll (Kreuz am Fuchseck)?
An einem sehr alten Feldkreuz
an der Sulzbacher Straße machte uns H. Meier auf eine gemeißelte Hasenpfote
aufmerksam; nach seinem Urteil ein Hinweis auf den Namen der Stifterfamilie.
Aber auch Fragen blieben
unbeantwortet und sind Anregung für künftige Forschung z.B.: Was ist der Grund
zur Darstellung eines Lothringer Kreuzes am Sockel des Flurkreuzes im Pfuhl ?
Warum wurden so auffallend
viele Feldkreuze um die Jahre 1716 und 1719 aufgestellt ?
Wir
wissen, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger von Malsch an der Thematik
Kleindenkmale und Wegkreuze Interesse haben und deshalb wollen wir uns bemühen
im kommenden Jahr Herrn Meier für einen Vortrag in Malsch zu gewinnen.
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Am Ende eines
Jahres
pflegt man sich zu bedanken. So ist es Sitte und
Brauch seit altersher und auch wir vom Arbeitskreis wollen uns an diese
feine Gepflogenheit halten, kurz innehalten und uns erinnern wie viele
fleißigen Hände an der Pflege unserer zahlreichen Malscher Kleindenkmale
mitgewirkt haben.
Gerade der vergangene, ungewöhnlich heiße Sommer
hat uns alle gefordert dafür zu sorgen, so manchen Strauch, so manchen im
Frühjahr gepflanzte Blumenstock über Wochen hinweg immer wieder mit
Wasser zu versorgen.
Es ist uns ein Bedürfnis an dieser Stelle einmal
namentlich Bürgerinnen und Bürger aus unserer Gemeinde nennen zu dürfen,
die sich jahraus, jahrein, unserer Kleindenkmale, ganz besonders unseren
landschaftsprägenden Feld-und Flurkreuze annehmen. Dies geschieht
meist in aller Stille und ohne großen Aufhebens.
Diese Menschen sind wie ein Bindeglied zwischen der
Vergangenheit und der Zukunft, zwischen unseren Vorfahren, die unter
vielen Entbehrungen diese Glaubenszeugnisse gestiftet haben und unseren
Nachkommen, welche diese Tradition fortführen mögen.
Feldkreuz von 1872
Durmersheimerweg
Fa. Hebelwerke
Feldkreuz von 1934
Hauptstr./Kaufmannsbrunnenweg Mathilde Gräfinger
Feldkreuz von 1883
Grüne Gärtel
Stefan Herzog
Feldkreuz von 1885
Muggenst.Str./R.-Wagner-Str.
Fam. Heinrich
Fam. Laubenstein
Feldkreuz von 1714
An der L 607 n. Muggenst.
Carola Heinzler
Feldkreuz von 1716
Heerweg
Fam. Haller
Feldkreuz von 1896
Ortsende n. Waldpr.weier
Liesel & Eugen Knam
Feldkreuz von 1819
An der L 607 n. Sulzbach
Hilde & Kuno Hartmann
Feldkreuz von 1872
Lange Anwendel
Viktor Abeska
Feldkreuz von 1767
Brunnenweg-Pfuhl
Veronika Kühn
Johanna Hitscherich
Feldkreuz von 1844
Bahnübergang Veronika Kühn
Feldkreuz von 1878
Am Federbach
August & Maria Lang
Feldkreuz von 1818
In der Haft
Anna
Lang & Angelika Becker
Feldkreuz von 1801
Jahnstr.
Edeltraut & Kurt Kassel
Lourdesgrotte
St. Cyriak
Hedwig Gräßer
Bildstock
Beginn Heerweg
Resel Bechler
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Flurkreuz an der Straße nach Sulzbach
Auch wollen wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom
Bauhof der Gemeinde Malsch nebst dessen Gärtnerei danken für ihren
Einsatz zur Pflege und Erhaltung von manchem Kleindenkmal auf unserer
Gemarkung.
Mag
jemand vergessen oder nicht genannt worden sein, so soll er uns dies
nachsehen.
Sollte aber jemand interessiert sein sich dauerhaft oder auch nur
gelegentlich um ein Kleindenkmal, sei es Bildstock oder Feldkreuz zu kümmern,
bitten wir um Kontaktaufnahme. Jede helfende Hand ist willkommen.
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Etwas
über die Flur- und Steinkreuze unserer Gemeinde
Die Vorläufer der auf
unserer Gemarkung so zahlreich anzutreffenden Feldkreuze sind die
unscheinbaren Steinkreuze, im Volksmund auch Pest-, Sühne- oder
Schwedenkreuze genannt. Die meisten von ihnen stammen aus der Zeit des 15.
und 16. Jhd. Von diesen, meist tief eingesunkenen und oft kaum kniehoch
aus dem Boden ragenden Kleindenkmalen sind ein Großteil aus dem
Landschaftsbild verschwunden. In Malsch sind, einschließlich aller
Ortsteile nur noch drei dieser Kleindenkmale vorhanden.
Die ab dem 17. Jhd. gestifteten, hoch aufragenden
Feld- und Wegkreuze treffen wir in traditionell katholischen Landstrichen
an.
Die Menschen damals hatten keinen Einfluss darauf
in welche Kirche sie gingen. Die Religion bestimmte der Landesherr.
Während die evangelischen Christen Gott durch
Gebet, Lied und das Bibelwort verehrten, wollten und wollen die Katholiken
weiter noch ihren Glauben durch Symbole
z. B. durch Bildstöcke und Kreuze ausdrücken.
Die Gründe, die zur Kreuzstiftung geführt haben,
die persönlichen Verhältnisse der Stifterfamilien und die das Werk ausführenden
Steinmetze liegen oft im Dunkeln. Dies trifft besonders bei den frühen
Kreuzen zu. Von einigen anderen aber, vor allem aus dem 19. Jhdt. ist uns
noch Einiges überkommen. So
ist anzunehmen, dass viele Kreuze unserer näheren Heimat von den
Bildhauern Gebstein aus Baden-Baden-Lichtental, Kern von Ettlingen und
Herbstrith aus Niederbühl angefertigt wurden.
Die Kosten für ein Hochkreuz betrugen um 1850 etwa
120 bis 170 Gulden. Was der Gulden in der damaligen Zeit wert war, kann
man daran erkennen, dass z. B. der Monatslohn eines Schreiners 3 bis 5
Gulden betrug. Daß bei manchen Stiftern aber auch schon damals gespart
wurde sieht man daran ob die Inschrift eingemeißelt oder nur mit Farbe
aufgemalt wurde.
Übrigens steht das älteste Hochkreuz des
Landkreises Karlsruhe in Malsch-Waldprechtsweier beim Rathaus. Es stammt
aus dem Jahre 1600 und wurde erst vor kurzem von dem aus Malsch stammenden
Steinmetz W. Grimm erneuert.
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Etwas
von Denkmalschmierern und über die menschliche Dummheit
Es gibt
Dummheiten und Albernheiten jeglicher Art; die spielen sich in der Ferne
ab und berühren uns dann weniger schmerzhaft, doch um so schlimmer fühlt
man den aus den Fugen geratenen Zeitgeist wenn man, wie jetzt an einem
unserer alten Feldkreuze auf unserer Gemarkung geschehen, die dort
angebrachten Schmierereien sieht.
Vermutlich
während den Pfingstfeiertagen hat man am sogenannten „Pfuhlkreuz“, am
Brunnenweg zwischen Papierfabrik und Bundesstraße B3, Schmierereien angebracht die so sehr in den Sandstein
eingedrungen sind, dass sie mit herkömmlichem
Abwaschen und Reinigen nicht mehr zu entfernen sind.
(Das
Pfuhlkreuz wurde 1767 vom damaligen Stabhalter (Bürgermeister) Philip Gräßer
gestiftet, ist sehr aufwendig und schön gestaltet und trägt als
Seltenheit über dem Namen des Stifters ein angedeutetes Lothringer
Kreuz).
Wie
haben sich die Zeiten und mit ihr die Beliebigkeit von Moral und ethischem
Empfinden geändert ! Was noch vor weniger als einer Generation für
(berechtigte ) Entrüstung gesorgt hätte, wird heutzutage mit einem
gleichgültigen Schulterzucken abgehandelt.
Gleichwohl
kann man stolz sein auf den überwiegend gepflegten Zustand der Flurkreuze
unserer Gesamtgemeinde und man soll sich nicht entmutigen lassen, sich
auch weiter um den Erhalt und die Pflege unsere Kleindenkmale zu sorgen.
Ein
kroatisches Sprichwort besagt: „Gott sitzt hoch, aber er sieht weit“
und von
Albert
Einstein ist überliefert, dass er sinngemäß einmal gesagt haben soll:
„Zwei
Dinge scheinen sicher zu sein: Die Unendlichkeit des Weltalls und die
menschliche Dummheit; doch beim Weltall habe ich noch Zweifel“.
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Das
Zimmer´sche Kreuz und der menschlichen Dummheit zweiter Teil
Es sind nun nahezu zwei Jahre vergangen als wir an dieser
Stelle über die Schmierereien am sogenannten Pfuhlkreuz beim Brunnenweg
berichteten; das war sozusagen der menschlichen Dummheit erster Teil.
Doch gibt es offensichtlich auf dieser Welt keine Torheit die
nicht durch eine noch größere übertroffen werden kann.
Sei es aus Übermut, Gedankenlosigkeit oder hohlköpfigem
Halbstarkengebaren wurden der Figur des gekreuzigten Christus am Zimmer´schen
Kreuz an der Straße nach Völkersbach nahe der Einmündung zum
Kaufmannsbrunnen die Beine abgeschlagen und weitere Beschädigungen ausgeführt.
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Doch keine Lichterketten, kein medial inszenierter Aufschrei,
keine Betroffenheitsrituale wie bei anderer Gelegenheit gewohnt, fanden
statt. Seit nahezu einem viertel Jahr schaut der zerstörte Herrgott nun
herunter auf die vorbeifahrenden Fahrzeuge und sicherlich auch auf die
Schwachköpfe denen solch eine Tat eingefallen ist.
„Vom Übermut
zum Frevel ist der Weg nicht weit“ hat ein kluger Mann einmal gesagt
(Carl Spitteler). Welche pädagogischen Lehren mag ein Heranwachsender aus
all dem ziehen? Doch offensichtlich die, dass man für einen angerichteten
Schaden nicht unbedingt gerade stehen muss und zur Wiedergutmachung
verpflichtet ist. (Abgesehen davon, dass außer der materiellen Zerstörung
auch religiöse Gefühle verletzt werden, die trotz der ausgeprägten Säkularisation
unserer Gesellschaft immer noch vorhanden sind).

Was bleibt, sei den Verantwortlichen zur inständigen
Ermahnung ins Stammbuch geschrieben:
„Gottes Mühlen mahlen langsam,
mahlen aber trefflich klein;
ob aus Langmut er sich säumet,
bringt mit Schärf´ er alles ein.
(Logau, Sinngedichte)
Doch soll nicht versäumt werden, einiges Wissenswertes über die
Geschichte dieses gar nicht so alten Wegkreuzes zu berichten. Errichtet
wurde es erstaunlicherweise während der Zeit des dritten Reiches was
manchen Zeitgenossen überraschend mag, und zwar im Jahre 1934.
Papst Pius XI. verkündete damals vom April 1933 bis zum 2.
April 1934 ein außerordentliches Heiliges Jahr. Eben diese Tatsache geht
auch aus der Inschrift hervor die am Sockel des Wegkreuzes angebracht ist:
Auf der Vorderseite lautet
sie:
Wir beten dich an Herr
Jesus Christus
Und preisen dich
Denn durch dein hl. Kreuz hast Du die Welt erlöst.
Auf der Rückseite lesen wir:
Im hl. Jahr 1934 errichtet aus Dankbarkeit, zu Gottes Ehr,
der Nachwelt zur Lehr
von Anton Zimmer und seiner Ehefrau Theresia, geb. Fauth.
Interessant ist auch der Anlass der zur Errichtung dieses
Kreuzes geführt hat. Es war die Dankbarkeit, die den Müller der oberen Mühle
zu dieser Stiftung veranlasst hat. Die Dankbarkeit, dass ihm elf (!)
gesunde Kinder geboren worden waren und er ein gutes Auskommen mit dem
Betrieb seiner Mühle hatte.
Übrigens hat es auf Grund von Straßenbaumaßnahmen in den
letzten 70 Jahren schon dreimal seinen Standort wechseln müssen was aber
immer ohne Beschädigung vonstatten ging.
Dankbar wollen wir auch sein, dass Frau Mathilde Gräfinger,
geb. Zimmer, die Enkelin des Stifters sich schon seit Jahrzehnten um die
Pflege und den Erhalt des Kreuzes kümmert. Dafür ein aufrichtiges „Vergelt´s
Gott!“.
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Das
Zimmer´sche Kreuz in neuem Glanz
Wie allgemein bekannt soll in diesen Tagen, nach monatelanger
Bauzeit die Straße L 608 von Malsch nach Völkersbach wieder für den
Verkehr freigegeben werden. Neben dieser Straße, am Ortsausgang nahe der
Einmündung zum „Kaufmannsbrunnen“, steht das
Zimmer´sche Kreuz. Es war Anfang dieses Jahres beschädigt worden
(wir berichteten darüber) und wurde nun so hervorragend
wiederhergestellt, dass vom ursprünglichen Schaden nichts mehr zu sehen
ist. Ein Teil der Kosten trugen die Verursacher des Schadens.
Darüber hinaus hat sich Frau Mathilde Gräfinger ebenfalls
an den Reparaturkosten finanziell engagiert und übernahm einen nicht
unerheblichen Teil davon.
Dafür möchten wir uns im Namen aller heimatverbundenen Bürgerinnen
und Bürger bedanken.

Das
Zimmer´sche Kreuz
Das Kruzifix war im
Jahre 1934 vom Großvater von Frau Gräfinger gestiftet worden.
Uns freut es besonders, dass es auch heute noch Menschen
gibt, die sich unserer zahlreichen Kleindenkmale annehmen, diese pflegen
und instand halten und so einen Teil unseres kulturellen Erbes
weitergeben.

Ein
Platz für den Zollstock? Der neu gestaltete „starke Rank“
Gespannt
darf man auch sein, an welchem Platz an der neuen Straße, der zur
Sicherung entfernte „Zollstock“ seinen neuen Platz finden wird. Dieses
über 250 Jahre alte Kleindenkmal ist schön beschrieben in dem
lesenswerten Bildband: „Kleindenkmale im Landkreis Karlsruhe“, von Günter
Meier.
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