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10.) Unsere Malscher Sprache – Ausblick; Zusammenfassung

  

In den vergangenen Beiträgen haben wir versucht, vor allem das Interesse an unserer Malscher Sprache, unserer Mundart, zu wecken und zu zeigen, wie man diese auch schriftlich darstellen kann.

Das bisherige Echo zeigt, dass dies uns mittels der vereinfachten Lautschrift auch in etwa gelungen ist. Hierbei ging es uns absolut nicht um „Besserwisserei“ oder gar um eine Art „Selbstdarstellung“, sondern allein darum, die Liebe zu einem wesentlichen Aspekt unserer Heimat, zu „unserer“ Sprache,  neu zu wecken, ihre Besonderheit, Einmaligkeit und Schönheit herauszustellen. Wir brauchen uns doch ob unserer Heimatsprache wahrhaftig nicht zu schämen (,wie manche meinen!), so wenig sich z.B. der bekannte Koch Vincent Klink scheut, in FS-Sendungen seinen schwäbisch-alemannischen Dialekt zu verleugnen.

Für das bisherige „Echo“ sind wir sehr dankbar, zeigt es uns doch, dass wir auf einem guten Weg sind.  Das gibt uns Mut, Mut zum Weitermachen.

Wie aber sollen wir weitermachen? Jetzt geht es doch erst richtig los! Also werden wir künftig in regelmäßigen Abständen über ganz spezielle Malscher Dinge berichten. Dabei denken wir zunächst an Themen wie zum Beispiel :

-         Malscher (kaum übersetzbare) Spezialausdrücke

-         Alte Malscher Flur- und Straßennamen

-         Alte Malscher Koch- und Backrezepte (für Fest- und Alltag)

-         Tagesablauf der (früheren) bäuerlichen Bevölkerung

-         Anekdoten über Malscher „Originale“

-         Alte Malscher Läden, Handwerke,  Schimpfnamen,   usw.,  usw.

 Genug Stoff also, um sich mit unserer Geschichte, Kultur und Lebensart zu beschäftigen.

ABER: jetzt kommt ein großes ABER!

Das geht alles nicht ohne Eure/Ihre Mitarbeit! Wir brauchen „Hilfe“, zumindest in Form von Ideen und Anregungen. Unser Vorschlag: Ob Mitglied oder Nichtmitglied in unserem Heimatverein! Wenn Euch/Ihnen etwas einfällt, was erwähnens-, erhaltens- und daher aufschreibenswert ist, dann haltet dies stichwortartig fest und lasst es unsere Arbeitsgruppe wissen!

-         Diese herzliche Bitte ergeht an alle, an „alte“ wie auch an „jüngere“ Malscher, aber auch an „Zugezogene“, also „Neu-Malscher“. Denn denen fällt etwas eigenartiges manchmal viel eher auf als uns „Ur-Malschern“. Einverstanden? D a n k e !! An dieser Stelle darf, ja muss ich noch drei weitere Bitten anschließen:

 -         Ihr lieben Malscher Heimatdichter! Versucht doch zunächst einmal in einem ersten Schritt wenigstens unsere zwei Malscher Sondervokale O und Ä (vgl. Owäd = Abend) in Eure wertvollen Beiträge einzubringen. Ihr werdet sehen, es geht und wird auch verstanden!

      An Lehrerinnen und Lehrer in den Grundschulen ergeht eine ganz besondere Bitte: Unterstützt unser Bemühen um die Erhaltung und Pflege unserer Mundart. Bitte blamiert oder bestraft gar Kinder doch nicht, wenn sie sich gelegentlich im Dialekt (schriftlich oder mündlich) auszudrücken versuchen. (Ich weiß, wovon ich rede, erinnere ich mich doch selber an ganz schlimme Erfahrungen aus meiner eigenen Gymnasialzeit!)

-         Eltern, die zwar schon längere Zeit in Malsch wohnen, hier aber nicht geboren sind, möchte ich folgenden Rat geben: Sprecht daheim in der Familie Euren Dialekt! Damit erhaltet Ihr Euren Kindern auch ein Stück Heimat, nämlich Heimat ihrer Vorfahren! Unsere  Malscher Mundart  erleben die Kinder ja dann von ganz allein draußen im Leben  unter ihren Malscher Altersgenossen. Und lasst dann bitte zu, dass sie auch malscherisch sprechen dürfen. Hochdeutsch zu reden lernen sie dann ja ohnehin in der Schule. Dies hat, so meine ich, einen unschätzbaren Vorteil. So wachsen Eure Kinder von Jugend an sogar „dreisprachig“ auf!  Sicher nicht zu ihrem Nachteil.

Mit unserer vereinfachten Lautschrift können wir aber nicht nur „malscherisch“ schreiben, sondern auch – zumindest annäherungsweise – andere Dialekte schriftlich wiedergeben. Ich will versuchen, dies an einem einfachen Beispiel zu zeigen:

Das hochdeutsche Wort   „n e i n“  : Wir sagen noi (mit langen o), der Schwabe sagt noi (mit kurzem o), der Berliner sagt nee, der Pfälzer sagt nää, der Alemanne sagt nai, im Hanauerland sagt man näi , und in Bayern naa!

Lassen Sie mich nunmehr diesen allgemeinen, einführenden Teil über Unsere Malscher Sprache abschließen mit einer Begebenheit, wie sie sich (sinngemäß) in Freiburg zugetragen haben könnte, aber genau so gut auch bei uns in Malsch  hätte passiert sein können:

 

Ein Lörracher, ein Berliner und ein Tübinger unterhalten sich.

  Fragt der Lörracher: Wer isch scho in Basel im Zoo g s i ?

                           Verstohlen fragt der Berliner den Schwaben: Wat meent denn der mit g s i ?

        Sagt der Schwabe behäbig breit: Awaa! Der moint doch g w ä !

 So schön, ja köstlich,  kann Mundart sein.

 Haben wir Ihr Interesse an der Malscher Mundart geweckt?

Dann setzen Sie sich doch bitte mit uns in Verbindung, damit wir zusammen die Malscher Mundart noch weiter erforschen und schützen können!