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Erinnerungen
an die Advents- und Weihnachtszeit in früheren Jahren Für
die „Alten“ waren die Wochen und Tage vor dem Weihnachtsfest sicher auch früher
schon eine aufregende Zeit mit viel Arbeit, aber auch Sorgen, was man denn
wieder vor allem den Kindern schenken könnte, ohne dass es viel kostet. Jedoch
Trubel und Hektik wie in heutiger Zeit kannte man sicher nicht. Für
uns „Junge“ aber war es immer wieder eine Zeit des Bangens und Hoffens, vor
allem aber eine Zeit der Vorfreude auf die Höhepunkte dieser Tage und Wochen. Und
darüber möchten wir nun rückblickend ein bisschen sinnierä. Anfangs
der Adventszeit, am 6. Dezember, feiern wir auch heute noch das Fest des
Heiligen Nikolaus. Und da war es früher üblich, dass dieser Heilige Kinder
besucht und Geschenke mitbringt. Doch kaum jemand konnte sich damals einen
richtigen St. Nikolaus mit Stab und vor allem mit Mitra finanziell leisten. Also
musste in den meisten Fällen halt eine Ersatzperson seine „Vertretung“ übernehmen.
Dies war für unsere Eltern halt wesentlich einfacher! Trotzdem sagten alle
damals bei seinem Erscheinen: Dä
Niggälaus kommt, auch wenn er es selber ja gar nicht war!
Sinngemäß bekam er deshalb auch einen etwas anderen Namen. Wenn er etwas
„besser“ kostümiert war, hieß er Knecht
Ruprächt, sonst war er für uns einfach bloß dä Belzäniggl.
Meist kam er als Mahner, manchmal aber auch als Bestrafer für unsere kleinen
kindlichen „Sünden“. Dazu hatte er ja auch immer eine Rute dabei. Aber
einfache Geschenke, wie Nüsse, Schnitzbrot und vielleicht ein paar Bredle gab es allemal,
sozusagen als Vorfreude auf das kommende Weihnachtsfest. Eine Ausnahme aber gab
es auch früher : In die Kinderschule kam jedes Jahr ein „richtiger“ St.
Nikolaus, in feierlichem bischöflichem Ornat und mit Stab und Mitra! Und dieser
wurde von uns Kindern immer jubelnd begrüßt mit dem Lied: „Lasst uns froh
und munter sein, und uns in dem Herrn erfreun. Lustig, lustig, trallalalalaa!
Heut ist Nikolaus-Abend da, heut ist Nikolaus-Abend da“. An
Heiligabend, also am 24. Dezember, kam dann endlich s’Chrischdkinnl zu uns
Kindern. Es war aber wieder nur ein Ersatz für s’Jesuskinn im Gribbälä,
nämlich meist eine ganz in weiß gekleidete und von einem undurchsichtigen
Schleier verhüllte Frau aus der Nachbarschaft oder Verwandtschaft, eine
Ehrfurcht gebietende und von uns Kindern ernst genommene Person. Erst noch ängstlich,
verloren wir bald alle Angst und Scheu und sagten mutig unser Sprüchlein auf: Chrischdkinnl
komm in unsor Hous, leer
dei goldige Sachä ous, schdell
dei Essälä unnor
dä Disch, dassäs
Hai unn Hawwor frisst. Chrischdkinnl
komm, mach mich fromm, dasse
zu dir in dä Himml komm. Und
dann sangen wir zusammen mit den „Alten“ noch ein paar Weihnachtslieder, wie
zum Beispiel Ihr Kinderlein kommet, o
kommet doch all ... oder Am
Weihnachtsbaum die Lichter brennen ... oder Alle
Jahre wieder kommt das Christuskind ... oder Kling, Glöckchen, klingelingeling ... oder O du liebes Jesuskind, in der Kripp im Stalle, wehte gar so kalt der
Wind, littest für uns alle. Aber jetzt sollst warm du liegen, jetzt soll unser
Herz dich wiegen. Komm in unsre Herzen. (Bei diesem Liedchen konnten selbst
die Alten oft ein paar heimliche Tränen nicht unterdrücken) ... oder O
du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit. Und dies geschah
alles vor dem unter dem Chrischdboom
aufgebauten Gribbälä mim Jesuskinn, mit Maria unn Josef, ämmä
Ochs unn Essälä unn ä paar Hirdä mit ihränä
Schäfle. Unn ä paar Engele hänn au nedd
fehlä därfä ! Mensch,
waren da alle gerührt, war das schön, jedes Jahr ein unvergessliches Erlebnis.
Schade, dass diese Tradition in unserer Zeit so gut wie verloren gegangen ist! Damals
waren Geschenke für uns Kinder sicher auch ganz interessant und wichtig! Aber
wichtiger für uns war noch die Begegnung mit dem Jesuskind, wenn auch nur durch
seine Stellvertreterin, das Christkindel. Wie
sahen denn damals unsere Geschenke aus? Meist lauter notwendiges Zeug wie Unterwäsche,
Strümpfe, Pullover, Kappen und Schals, oft von der Mutter oder Großmutter
selbst gestrickt! Natürlich bekamen wir auch ein paar Süßigkeiten, wie Lebbkuchä,
Schpringorle unn Buddorbaggäs . Doch ab und zu
gabs auch mal ebbäs Richdigs zum Schpielä, fer d’Maidle velleichd
ä Bubb oddor ä Bubbäscheesl, unn fer uns Buwä
änn Ballä oddor sogar mol änn
Boukaschdä. Das
war für uns Kinder, aber auch für die Eltern trotz aller Bescheidenheit eine
wahrhaft fröhliche, selige Zeit. Dies
alles haben wir noch in guter Erinnerung und wollen dies auch so behalten. Für das beginnende NEUE JAHR rufen wir nun Euch allen
einen Spruch zu, grad so, wie wir es auch früher schon beim „Neujahrs-Anwünschen“
getan haben : Prost
Neijohr, ä Brätzl wie ä Scheiordoor!
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