Startseite

Neues auf unserer Webseite

Historische Ansichten
Kleindenkmale / Wegkreuze
Heimat- und Zeitgeschichte
Malscher Mundart
Ehrenbürger
Jüdisches Leben
Bücher
Termine / Veranstaltungen
Verwaltung
Gästebuch
Links
Impressum
Weitere Arbeitskreise:
     Heimatmuseum / Archivwesen
     Tier- und Pflanzenwelt
     Ahnen- und Familienforschung

 

Erinnerungen an die Advents- und Weihnachtszeit in früheren Jahren

 

Für die „Alten“ waren die Wochen und Tage vor dem Weihnachtsfest sicher auch früher schon eine aufregende Zeit mit viel Arbeit, aber auch Sorgen, was man denn wieder vor allem den Kindern schenken könnte, ohne dass es viel kostet. Jedoch Trubel und Hektik wie in heutiger Zeit kannte man sicher nicht.

Für uns „Junge“ aber war es immer wieder eine Zeit des Bangens und Hoffens, vor allem aber eine Zeit der Vorfreude auf die Höhepunkte dieser Tage und Wochen.

Und darüber möchten wir nun rückblickend ein bisschen sinnierä.

Anfangs der Adventszeit, am 6. Dezember, feiern wir auch heute noch das Fest des Heiligen Nikolaus. Und da war es früher üblich, dass dieser Heilige Kinder besucht und Geschenke mitbringt. Doch kaum jemand konnte sich damals einen richtigen St. Nikolaus mit Stab und vor allem mit Mitra finanziell leisten. Also musste in den meisten Fällen halt eine Ersatzperson seine „Vertretung“ übernehmen. Dies war für unsere Eltern halt wesentlich einfacher! Trotzdem sagten alle damals bei seinem Erscheinen: Dä Niggälaus kommt, auch wenn er es selber ja gar nicht war! Sinngemäß bekam er deshalb auch einen etwas anderen Namen. Wenn er etwas „besser“ kostümiert war, hieß er Knecht Ruprächt, sonst war er für uns einfach bloß dä Belzäniggl. Meist kam er als Mahner, manchmal aber auch als Bestrafer für unsere kleinen kindlichen „Sünden“. Dazu hatte er ja auch immer eine Rute dabei. Aber einfache Geschenke, wie Nüsse, Schnitzbrot und vielleicht ein paar Bredle gab es allemal, sozusagen als Vorfreude auf das kommende Weihnachtsfest. Eine Ausnahme aber gab es auch früher : In die Kinderschule kam jedes Jahr ein „richtiger“ St. Nikolaus, in feierlichem bischöflichem Ornat und mit Stab und Mitra! Und dieser wurde von uns Kindern immer jubelnd begrüßt mit dem Lied: „Lasst uns froh und munter sein, und uns in dem Herrn erfreun. Lustig, lustig, trallalalalaa! Heut ist Nikolaus-Abend da, heut ist Nikolaus-Abend da“.

An Heiligabend, also am 24. Dezember, kam dann endlich s’Chrischdkinnl zu uns Kindern. Es war aber wieder nur ein Ersatz für s’Jesuskinn im Gribbälä, nämlich meist eine ganz in weiß gekleidete und von einem undurchsichtigen Schleier verhüllte Frau aus der Nachbarschaft oder Verwandtschaft, eine Ehrfurcht gebietende und von uns Kindern ernst genommene Person. Erst noch ängstlich, verloren wir bald alle Angst und Scheu und sagten mutig unser Sprüchlein auf:

Chrischdkinnl komm in unsor Hous,

leer dei goldige Sachä ous,

schdell dei Essälä  unnor dä Disch,

dassäs Hai unn Hawwor frisst.

Chrischdkinnl komm, mach mich fromm,

dasse zu dir in dä Himml komm.

 

Und dann sangen wir zusammen mit den „Alten“ noch ein paar Weihnachtslieder, wie zum Beispiel Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all ... oder Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen ... oder Alle Jahre wieder kommt das Christuskind ... oder Kling, Glöckchen, klingelingeling ... oder O du liebes Jesuskind, in der Kripp im Stalle, wehte gar so kalt der Wind, littest für uns alle. Aber jetzt sollst warm du liegen, jetzt soll unser Herz dich wiegen. Komm in unsre Herzen. (Bei diesem Liedchen konnten selbst die Alten oft ein paar heimliche Tränen nicht unterdrücken) ... oder O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit. Und dies geschah alles vor dem unter dem Chrischdboom aufgebauten Gribbälä mim Jesuskinn, mit Maria unn Josef, ämmä Ochs unn Essälä unn ä paar Hirdä mit ihränä Schäfle. Unn ä paar Engele hänn au nedd  fehlä därfä !

Mensch, waren da alle gerührt, war das schön, jedes Jahr ein unvergessliches Erlebnis. Schade, dass diese Tradition in unserer Zeit so gut wie verloren gegangen ist!

Damals waren Geschenke für uns Kinder sicher auch ganz interessant und wichtig! Aber wichtiger für uns war noch die Begegnung mit dem Jesuskind, wenn auch nur durch seine Stellvertreterin, das Christkindel.

Wie sahen denn damals unsere Geschenke aus? Meist lauter notwendiges Zeug wie Unterwäsche, Strümpfe, Pullover, Kappen und Schals, oft von der Mutter oder Großmutter selbst gestrickt! Natürlich bekamen wir auch ein paar Süßigkeiten, wie Lebbkuchä, Schpringorle unn Buddorbaggäs . Doch ab und zu gabs auch mal ebbäs Richdigs zum Schpielä, fer d’Maidle velleichd ä Bubb oddor ä Bubbäscheesl, unn fer uns Buwä änn Ballä oddor sogar mol  änn Boukaschdä.

Das war für uns Kinder, aber auch für die Eltern trotz aller Bescheidenheit eine wahrhaft fröhliche, selige Zeit.

Dies alles haben wir noch in guter Erinnerung und wollen dies auch so behalten.

 

Für das beginnende NEUE JAHR rufen wir nun Euch allen einen Spruch zu, grad so, wie wir es auch früher schon beim „Neujahrs-Anwünschen“ getan haben : Prost Neijohr, ä Brätzl wie ä Scheiordoor!